Ich bin Mutter von einem Mädchen, das nicht vom Prinzen gerettet werden muss

26. März 2018
In den letzten Jahren haben wir ein goldenes Zeitalter durchlebt, was die Forderung nach Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen anbelangt. In der Tat ist der Mutter von heute eines sehr klar: die Notwendigkeit, ihre Tochter über den Wert von Freiheit und Mut aufzuklären, um der Welt keine kleine Prinzessin zu geben, die von einem Prinzen gerettet werden muss.

Wie uns die UNESCO erklärt, besteht eines der Hauptziele aller Gesellschaften darin, die Gleichstellung der Geschlechter und die Nichtdiskriminierung von Mädchen zu fördern. Wir alle sind uns weitestgehend darüber einig, was ein logisches Ziel ist, in das es sich lohnt, Ressourcen, Anstrengungen und angemessenes Bewusstsein zu investieren.

„Füße, wozu brauche ich sie, wenn ich Flügel zum Fliegen habe.“

-Frida Kahlo-

Es gibt jedoch eine Tatsache, die uns entgeht. Es gibt eine kleine „große“ Nuance, die wir oft nicht wahrnehmen und die fast ohne dass wir es merken, die Persönlichkeit und das Denken unserer Mädchen prägt. Wenn es eine Sache gibt, die wir in unserem täglichen Leben hervorheben, dann ist es der Wert des Äußeren: wir loben ihre Kleider, ihre Haare und wir erinnern sie jeden Tag an die Notwendigkeit, gute Töchter, gute Schwestern, gute Partnerinnen, gute Frauen zu sein…

Durch diese klassischen Labels lenken wir die Prioritäten unserer Töchter in Wirklichkeit jedoch so lange, bis es fast unwissentlich verstärkt wird: das klassische patriarchale Schema. Lasst uns andere Bereiche unseres täglichen Lebens betonen. Andere Aspekte, die es ihnen ermöglichen, sie selbst zu sein, ihre Ziele und Träume zu verfolgen, zu tun, was ihr Herz diktiert.

Lasst sie uns erziehen, indem wir ihnen Flügel und den Mut geben, sich selbst zu retten, wenn die Zeit kommt.

Mein Mädchen wird keine Angst vor Drachen haben

Mein Mädchen stark machen

Um der Welt reife, freie und mutige Menschen zu geben, die ihre eigenen Wege gehen können, gibt es nichts Besseres, als angemessene Strategien anzubieten, die ihnen helfen, mit ihren Ängsten und Unsicherheiten umzugehen.

  • Jedes Mädchen – genau wie jeder Junge – muss mit unserer Hilfe in der Lage sein, sich seinen eigenen Ängsten zu stellen, Ideen zu rationalisieren und seine Emotionen jeden Tag ein wenig besser zu kontrollieren.
  • Wenn es darum geht, Ängste zu beseitigen, darf man sie „nicht füttern“. Das Letzte, was wir mit unseren Töchtern tun dürfen, ist also, ihre Abhängigkeit von anderen zu fördern. Papa sollte nicht unter das Bett schauen, wenn sie Angst hat, Mama wird nicht für sie sprechen, wenn sie mit der Ausrede, dass sie schüchtern ist, nicht laut nach etwas fragen will.
  • Von Anfang an werden wir sie ermutigen, sich dem zu stellen, wovor sie Angst haben, den kleinen Dingen, die jedes Kind, unabhängig von seinem Geschlecht, erschrecken. Manche Familien tolerieren ausweichendes Verhalten eher, wenn es sich um Mädchen handelt.

Du musst kein gutes Mädchen sein – Sei einfach du selbst, wer immer du willst

Mein Mädchen stark machen

Sei brav, sei still, sag nichts, sprich nicht, kleide dich gut, sei nicht dreist, errege nicht die Aufmerksamkeit, mache das Gleiche wie die anderen, tanze nicht aus der Reihe… Diese und viele andere Sätze, Ideen und Befehle begleiten jedes Mädchen seit Generationen.

„Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.“

Eleanor Roosevelt.

Es ist klar, dass wir wollen, dass unsere Töchter uns gehorchen. Aber lasst uns den Fokus weg vom klassischen Schema des reinen und einfachen Gehorsams lenken, um ihre Fähigkeiten, ihre Stärken und ihre Tugenden zu fördern.

  • Erzieht sie mit Feingefühl, kennt ihre Bedürfnisse, ihren Geschmack, ihre Leidenschaften.
  • Erziehe sie als Gleichgestellte, ziehe sie nicht deinen Söhnen vor oder umgekehrt.
  • Bestimme nicht über sie. Richte ihr Verhalten nicht auf das aus, was du dir wünschst.
  • Höre ihr zu, beruhige sie und biete ihr frühzeitig ihre Verantwortung an. Lasse sie sehen, dass sie zu vielen Dingen fähig ist, dass sie für viele Dinge keine anderen Menschen braucht. Zeige ihr, dass sie durch das Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten sehr weit kommen kann.

Das Selbstwertgefühl eines Mädchens wird nicht dadurch gestärkt, dass man ihr einfach sagt, sie sei hübsch

Mein Mädchen stark machen

Du kannst es ihr sagen, das ist kein Problem. Du kannst ihr jeden Tag sagen, dass sie das hübscheste Mädchen der Welt ist, weil es klar ist, dass sie es ist. Achte darauf, dass du diesem Ansatz jedoch nicht ausschließlich den Vorrang gibst.

Wenn wir zum Beispiel die Tochter eines Freundes kennenlernen, sagt man oft: „Aber wie schön du bist, Laura, und was für ein schönes Kleid du trägst…“. Nach und nach wird sich Laura so sehr an die positive Bestärkung ihres Körpers gewöhnen, dass sie ihr Selbstwertgefühl nur auf diesen Aspekt gründet. Das ist nicht das Richtige.

  • Frage sie, was sie in Zukunft sein will und höre ihr mit Interesse zu.
  • Frage sie, welche Bücher sie liest oder lesen möchte.
  • Lobe ihre Art, sich auszudrücken, gib ihr Vertrauen, damit sie von Tag zu Tag durchsetzungsfähiger wird.
  • Erinnere sie daran, dass du stolz darauf bist, wie sie aussieht, was sie tut, was sie gut macht und wie sie lernt, jeden Tag besser zu werden.

Zusammenfassend sei gesagt: Deine Tochter ist und wird immer schön sein, aber für euch als Mutter und als Vater ist es nicht das Wichtigste. Was du willst, ist, dass sie eine Frau mit ihrer eigenen Stimme wird, mit ihren eigenen Gedanken und definierten Zielen, die sie zu verteidigen und zu verwirklichen weiß.

Jemand, der frei ist zu lieben und geliebt zu werden, um jeden Gipfel zu erklimmen, der in ihrer Reichweite liegt. Sie kann sein was sie will, und nein, sie wird keinen Prinzen mehr brauchen, um sie vor irgendetwas zu retten…

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