Wenn unsere Partner nicht wertschätzen, was wir zu Hause während des Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsurlaubs tun

· 17. März 2018
Manchmal fallen bestimmte Worte oder Vorwürfe wie "aber ein Baby isst und schläft doch nur", die uns wirklich treffen. Ob du es glaubst oder nicht, es gibt solche Partner. Partner, die die Elternschaft in den ersten Monaten, in denen die körperlichen und emotionalen Anstrengungen trotz Urlaubes genauso anstrengend sein können wie ein 8-Stunden-Job, nicht wertschätzen.

Natürlich, sprechen wir nicht nur vom Mutterschaftsurlaub sondern auch vom Vaterschaftsurlaub, denn dies ist eine Entscheidung, die sowohl Mütter als auch Väter betrifft. Eines sollte klar sein: Obwohl wir nicht arbeiten gehen, ist unsere Aufgabe ebenso wichtig. Und wenn wir am Ende des Tages erschöpft sind, hat dies eine mehr als offensichtliche Rechtfertigung, von der wir bereits hier auf „Ich bin Mutter“ gesprochen haben. Es ist unfair, wenn andere unsere Leistung nicht wertschätzen

Wir müssen uns darüber klar sein, dass ein Paar ein Team ist. Falls die Grundlage dieses gemeinsamen Projekts, die auf Gegenseitigkeit, Sorgfalt und Empathie beruhen sollte, nicht existiert, wird es zweifellos sehr schwierig sein, ein Kind unter den besten Bedingungen zu erziehen. Denn wenn sich die Mutter oder der Vater bei der Pflegeaufgabe allein und unverstanden fühlt, während der andere Ehepartner zur Arbeit geht, können diese negativen Emotionen die Beziehung ernsthaft gefährden.

Wir laden dich dazu ein, mit uns darüber nachzudenken.

Wenn unsere Partner unsere Aufgaben nicht wertschätzen

Alle Paare sind verschieden. Es gibt wundervolle und außergewöhnliche Ehepartner, mit denen man ein harmonisches Leben in perfektem Einklang führen kann. In dem es keine Vorwürfe gibt, wo der klassische Satz „Ich helfe meiner Frau oder ich unterstütze meinen Mann oder meinen Partner bei ihren oder seinen Aufgaben“ nie geäußert wird.

nicht wertschätzen - depressive Frau

Niemand hilft niemandem, denn beide denken, dass eine Familie zu sein ein gemeinsames Projekt ist, bei dem Anstrengungen und Aufopferungen kombiniert werden. Die Vereinbarungen werden bereits vor der Geburt des Babys getroffen. Und wenn einer der beiden den Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub wählt oder sogar für einige Jahre zu Hause bleibt, um die Kinder zu erziehen, übernimmt der andere auch seine Rolle an und respektiert den Ehepartner.

Aber es gibt auch viele Paare, die diese Situation nicht so sehen. Es sind meistens Frauen – und einige Männer -, die 24 Stunden der Pflege von Neugeborenen widmen und sich manchmal missverstanden fühlen. Sie haben das Gefühl, dass ihre Partner sie nicht wertschätzen.

Meine Mutter hat 5 Kinder großgezogen und sich nie beschwert„. „Aber wenn ein Baby nur schläft und isst, kannst du dich doch nicht beschweren.“ „Du sitzt doch den ganzen Tag, und ich muss den ganzen Tag auf den Beinen sein und arbeiten.“

Diese Sätze verletzen bis zu dem Punkt, an dem sie manchmal die Erziehung der Kinder beeinflussen. Weil traurige Mütter oder Väter dem Kind nicht ihr Bestes geben. Wir sollten das berücksichtigen.

Wenn Mama oder Papa sich „gefangen“ fühlen

Man kommt nach Hause und das Abendessen ist noch nicht fertig. Die Wäsche ist nicht gewaschen oder das Haus ist nicht sauber. So beschäftigt warst du den ganzen Tag?

Es ist sehr gut möglich, dass unsere Ehepartner nur das sehen, und sie können nicht wertschätzen oder sehen, dass das Baby, nach einem Tag voller Koliken ruhig und zufrieden schläft. Glücklich, weil es fühlt und weiß, dass es geliebt wird.

nicht wertschätzen - Vater schaut Baby beim Schlafen zu

  • Wenn sich diese Situationen Tag für Tag wiederholen, werden sich die Mütter oder Väter, die im Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsurlaub sind, furchtbar eingeschränkt und sogar gefangen fühlen. Weil ihre Aufgabe, ihre schöne Erziehungsaufgabe, nicht wertgeschätzt wird. Weil die Personen, die sie am meisten lieben, ihre Partner, ihre Arbeit nicht wertschätzen.
  • Die Hypervigilanz, der wir in den ersten Monaten und Jahren des Kindes ausgesetzt sind, bedeutet, dass unser Stresslevel immer hoch ist. Wir haben Angst vor Stürzen, wir befürchten, dass das Baby nicht genug isst oder dass es nicht genug schläft. Wir fürchten uns vor Risiken und wir beobachten unser Kind in jeder Sekunde des Tages.
  • Wenn unser Partner uns zusätzlich dazu beschuldigt, das Haus vernachlässigt zu haben oder, nicht versteht, dass wir uns darüber beschweren, dass wir müde sind, dann stimmt etwas nicht. Sie schätzen uns nicht, wir bekommen keinen Respekt, und das ist ein komplexes Problem, auf das wir reagieren müssen.

Ich bin zu Hause, aber meine Arbeit ist genauso wichtig

Vielleicht hat das Paar eine Übereinkunft getroffen: Ich gehen in den Mutterschafts- bzw. Vaterschaftsurlaub und du arbeitest. Unser Partner ist dafür verantwortlich, das Heim finanziell zu unterstützen, aber wir führen eine gleichwertige oder sogar noch wichtigere Aufgabe durch: die Erziehung, Pflege und Zuneigung für das neue Leben, das wiederum die Beziehung des Paares selbst prägt.

Daher ist es wichtig, dass die folgenden Dinge klar sind:

  • Ein Kind zu erziehen ist keine Arbeit, es ist ein Teil unseres Lebens. Es ist ein Job, der uns 24 Stunden am Tag an sieben Tagen der Woche beschäftigt.
  • Ein Kind zu haben, bedeutet, in Zukunft, Zeit, Liebe und Hingabe zu investieren. Wenn es keine Gegenseitigkeit bei dem Paar gibt, werden diese Prämissen schwer umsetzbar und es wird keine gute Atmosphäre herrschen, in der wir unserem Kind das Beste geben können.
  • Die Hausarbeit ist zweitrangig. Unsere Priorität ist das Baby. Wenn unser Partner nach Hause kommt, und die Wäsche nicht gebügelt ist, bedeutet das nicht, dass wir den ganzen Tag nichts getan haben.

nicht wertschätzen - Hände Mama und Baby

Jede Mutter, bzw. jeder Vater hat das Recht, am Ende des Tages zu sagen, dass sie müde sind. Sie haben die gleichen Rechten wie die Person, die den ganzen Tag gearbeitet hat. Und dass sie sich beschweren bedeutet nicht, dass sie ihr Kind weniger lieben. Sie suchen nur nach emotionaler Erleichterung und natürlich haben sie das Verständnis ihres Partners verdient.