Methoden der Geburtseinleitung

15. Juni 2019
Wenn der berechnete Geburtstermin überschritten wird oder die Geburt nicht auf natürliche Weise erfolgt, muss sie in manchen Fällen künstlich eingeleitet werden. Es gibt verschiedenen Methoden der Geburtseinleitung, die wir dir in unserem heutigen Artikel vorstellen.

Wenn der berechnete Geburtstermin überschritten wird oder die Geburt nicht auf natürliche Weise erfolgt, muss sie in manchen Fällen künstlich eingeleitet werden. Es gibt verschiedenen Methoden der Geburtseinleitung, die wir dir in unserem heutigen Artikel vorstellen.

So können beispielsweise Arzneimittel oder andere Techniken eingesetzt werden. Die Wahl der Methode hängt von den jeweiligen Umständen und von der Gesundheit von Mutter und Kind ab. 

Es gibt verschiedene Gründe dafür, warum eine Geburt nicht auf natürlichem Wege initiiert wird. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Organismus nicht fähig ist, die dafür notwendigen Hormone zu produzieren.

Es wäre allerdings auch möglich, dass das Baby noch nicht ausgereift ist und noch etwas länger braucht, um das Licht der Welt zu erblicken. Eine fachärztliche Untersuchung ist in diesen Fällen grundlegend, um die Gesundheit des Babys zu bewerten und gegebenenfalls die Geburt künstlich einzuleiten. 

Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass die Schwangerschaftsdauer variieren kann. Normalerweise entscheidet sich der zuständige Arzt ab der 42. Schwangerschaftswoche für die künstliche Geburtseinleitung. 

Auch wenn es während der Schwangeschaft zu Problemen mit der Plazenta kommt, kann die künstliche Einleitung der Geburt erforderlich sein. Denn dann erhält der kleine Bauchbewohner nicht die nötigen Nährstoffe und ist in Gefahr. 

Außerdem können auch andere Probleme auftreten, die eine gesunde Entwicklung des Babys verhindern und eine eingeleitete Geburt notwendig machen. Zu Beschwerden kann es unter anderem durch Präeklampsie, Bluthochdruck, Infektionen, Diabetes oder eine frühere Fehlgeburt kommen.

Techniken der Geburtseinleitung

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Techniken der Geburtseinleitung

  1. Medikamente zur Geburtseinleitung

Durch bestimmte Medikamente können künstlich Wehen eingeleitet werden. Meist verwendet man dafür Syntocinon als Wehentropf. Dabei handelt es sich um eine synthetische Variante des Hormons Oxytocin, die in kurzer Zeit zu heftigen Wehen führt. Man spricht in diesem Fall von einem „Wehensturm“.

Auch synthetisches Protaglandin kann eingesetzt werden. Dieses Hormon wird ebenfalls in seiner natürlichen Form vor der Geburt produziert. Es trägt zur Reifung des Muttermundes bei. In machen Fällen kann es dadurch auch zu Wehen kommen.

Bei der Verwendung dieser Techniken können allerdings bei Frauen, die bereits einen Kaiserschnitt oder eine Gebärmutteroperation hinter sich haben, Risiken nicht ausgeschlossen werden. So kann Oxytocin beispielsweise den Herzrhythmus des Kindes beeinträchtigen.

  1. Foley-Katheter

Diese Technik der Geburtseinleitung besteht darin, einen Katheter mit einem oder zwei Bällen in den Gebärmutterhals transzervikal einzuführen. Diese werden anschließend mit Flüssigkeit gefüllt, um Druck auf den Gebärmutterhals auszuüben und die Weitung des Muttermundes zu bewirken.

So wird auf natürliche Weise auch Prostaglandin freigesetzt. Diese mechanische Methode wird inzwischen jedoch nur noch selten verwendet.

  1. Eipolablösung als Methode der Geburtseinleitung

Es handelt sich um eine natürliche Methode der Geburtseinleitung. Dabei löst der Geburtshelfer mit den Fingern die äußere Hülle der Fruchtblase vom Gebärmutterrand. In der Folge wird Prostaglandin freigesetzt und der Geburtsprozess eingeleitet. 

  1. Blasensprengung

Normalerweise platzt die Fruchtblase von selbst, bevor die Weitung des Muttermundes erfolgt und die Geburt beginnt. Doch in manchen Fällen muss eine Blasenprengung durch einen Piekser mit einem speziellen Handschuh vorgenommen werden. 

Allerdings bedeutet ein vorzeitiger Blasensprung eine erhöhte Infektionsgefahr für das Kind. Dazu kommt, dass damit nicht immer automatisch Wehen auftreten, deshalb wird auch diese Methode nur mehr relativ selten verwendet.

  1. Physische Aktivitäten

Körperliche Bewegung kann ebenfalls genutzt werden, um die Geburt auf natürlichem Wege einzuleiten, da damit Wehen provoziert werden können.

Spazieren hilft zum Beispiel, dass das Baby in die richtige Position für die Geburt rutscht. Dadurch kann man außerdem Ängste beruhigen und die Sauerstoffversorgung von Mutter und Kind verbessern. Auch Tanzen ist eine gute Methode!

Methoden der Geburtseinleitung

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  1. Geschlechtsverkehr als Methode der Geburtseinleitung

Experten verbieten in der Regel Geschlechtsverkehr ab der 38. Schwangerschaftswoche. Denn das Sperma enthält Prostaglandin. Doch wenn die Geburt eingeleitet werden soll, ist dies vorteilhaft, da dieses Hormon den Muttermund weich macht und den Gebärmutterhals verlängert.

Außerdem kann ein Orgasmus Wehentätigkeit provozieren, da sich dabei die Gebärmutter zusammenzieht.

  1. Stimulation der Brustwarzen

Auch durch die Stimulation der Brustwarzen wird Oxytocin freigesetzt, das Wehen auslöst. Der Partner kann diese Aufgabe mit seinen Händen übernehmen, es kann allerdings auch eine Milchpumpe verwendet werden.

Mit dieser Methode der Geburtseinleitung werden gleichzeitig die Brüste auf das Stillen vorbereitet. 

Zwar ist es vorteilhaft über alle möglichen Techniken der Geburtseinleitung Bescheid zu wissen, doch vergiss nicht, dass diese wichtige Entscheidung von einem Facharzt getroffen werden muss. Denn schließlich steht die Gesundheit deines Babys auf dem Spiel!