Ultraschall in der Schwangerschaft: Was man sieht?

13. April 2019
Während der Schwangerschaft werden normalerweise mehrere Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Doch was genau sieht man dabei?

Ultraschall, das heißt der Schall oberhalb der menschlichen Hörschwelle, wird für diagnostische Untersuchungen während der Schwangerschaft verwendet. Denn damit kann die Entwicklung des wachsenden Kindes verfolgt werden, indem man interne Strukturen sichtbar macht.

In der Schwangerschaft gibt Ultraschall Auskunft über die weiblichen Geschlechtsorgane (Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke), benachbarte Bereiche (Blase) und natürlich auch über die Entwicklung des kleinen Bauchbewohners (Gestationssack, Fruchtwasser, Nabelschnur…).

In jedem Schwangerschaftstrimester können daran verschiedene Informationen abgelesen werden. Erfahre heute mehr über dieses Thema.

Ultraschall im ersten Schwangerschaftstrimester

Die erste Ultraschalluntersuchung wird normalerweise um zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sie dient dazu, folgende Informationen zu erfahren:

  • Die Anzahl der Embryos. Du erfährst also ob es sich um einen Einling oder um eine Mehrlingsgeburt handelt.
  • Vorhandensein des Herzschlags. Normalerweise kann der Herzschlag ab der 6. Schwangerschaftswoche wahrgenommen werden.
  • Gestationsalter und Länge des Embryos. Damit kann festgestellt werden, ob das durch die letzte Menstruation berechnete Datum der Befruchtung stimmt.
  • Morphologie des Embryos. Wir erfahren, ob die Form dem Gestationsalter entspricht.
  • Nackentransparenz für die Pränataldiagnostik von Fehlbildungen (es handelt sich um einen nicht invasiven Marker für mögliche Chromosomenabweichungen).
Ultraschall während der Schwangerschaft

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Ultraschall im zweiten Schwangerschaftstrimester

Die zweite Ultraschalluntersuchung wird zwischen der 18. und 21. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Man spricht auch von einem „morphologischem Ultraschall“, denn es wird ein Organscreening durchgeführt, um die fetale Entwicklung zu beurteilen. 

Damit können strukturale Abweichungen und Marker für Chromosomenbesonderheiten erkannt werden.

  • Anzahl der Föten und ihre Aktivität
  • Plazentauntersuchung (Lokalisierung, Eigenschaften, Anzahl der Gefäße der Nabelschnur…)
  • Bewertung der Menge des Fruchtwassers
  • Untersuchung des Wachstums des Babys anhand verschiedener Parameter: Kopfumfang, Bauch- und Oberschenkelmaße
  • Umfassende Untersuchung der fetalen Anatomie (deshalb ist diese Ultraschalluntersuchung länger als die anderen)
  • Geschlecht des Kindes
  • Untersuchung von Gebärmutter und Eierstöcken

Bei dieser Untersuchung erfährt die werdende Mutter das Geschlecht des Kindes. Allerdings warten viele Eltern lieber und lassen sich bei der Geburt überraschen.

Ultraschall im dritten Schwangerschaftstrimester

Diese Untersuchung wird zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

  • Dabei wird die fetale Vitalität und die Lage des Kindes in der Gebärmutter untersucht.
  • Wie bei der zweiten Ultraschalluntersuchung wird auch die Größe des Kindes gemessen. Das ist sehr wichtig, um eine intrauterine Wachstumsretardierung oder eine fetale Makrosomie festzustellen.
  • Lokalisierung der Plazenta
  • Berechnung des Volumens des Fruchtwassers (normales Volumen, Polyhydramnion oder Oligohydramnion)
  • Falls notwendig kann auch die Durchblutung der Plazenta und des Fötus untersucht werden (Doppler-Ultraschall).

Diese drei Ultraschalluntersuchungen werden während der Schwangerschaft immer empfohlen. Bei Abweichungen der fetalen Entwicklung, des Fruchtwassers oder der Plazenta können allerdings weitere Ultraschalluntersuchungen notwendig werden.

Ultraschall und Blutanalysen ermöglichen es uns, die korrekte Entwicklung des Kindes zu beobachten und eine Anomalie frühzeitig zu erkennen.

Wichtig ist, den Empfehlungen des Arztes zu folgen, der dich durch die Schwangerschaft begleitet. Bei jedem Zweifel solltest du auf jeden Fall nachfragen.

dritter Ultraschall

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Weitere Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft

  • Dopplersonographie: Damit kann die Blutflussgeschwindigkeit in der Nabelschnur untersucht werden. Die ist in manchen Fällen wichtig, um eine Unterversorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen oder Sauerstoff auszuschließen. Sollten Abweichungen festgestellt werden, sind umfassendere Untersuchungen notwendig.
  • Doppler-Untersuchung der uterinen Arterien. Damit kann die  Geschwindigkeit und die Richtung des fließenden Blutes in den uterinen Arterien und Venen bestimmt werden. Bei einer intrauterinen Wachstumsretardierung oder müterlichem Bluthochdruck (Präeklampsie) kommt es zu Veränderungen.
  • Neurosonographie. Mit dieser Technik werden Gehirn und Rückenmark des heranwachsenden Kindes untersuchtwas in spezifischen Situationen erforderlich ist.
  • Messung der zervikalen Länge. Mit einer vaginalen Ultraschalluntersuchung kann die Länge des Gebärmutterhalses gemessen werden. Dies wird bei Frauen gemacht, die bereits eine Frühgeburt hatten (vor der 37. Schwangerschwaftswoche).
  • 4D und 5D Ultraschall. Es gibt heutzutage sehr viele Möglichkeiten, die es uns erlauben, den kleinen Bauchbewohner fast wie auf einem Foto zu sehen. Es kann dafür medizinische Gründe geben, doch meist machen die werdenden Eltern diese Untraschallaufnahmen, um ihr Kind besser sehen zu können und eine schöne Erinnerung zu haben.
  • Castán Mateo, S., Tobajas, JJ. (2013). Obstetricia para matronas: guía práctica. Madrid: Médica Panamericana.
  • Espinilla Sanz, B., Tomé Blanco, E., Sadornil Vicario, M., Albillos Alonso, L. (2016). Manual de obstetricia para matronas. 2nd ed. Valladolid: DIFÁCIL.