Wird dein Kind ständig wütend? Hilfreiche Tipps

Kindern emotionale Intelligenz beizubringen ist sehr wichtig, damit sie lernen, ihre Gefühle zu kontrollieren und sich nicht über alles aufzuregen. Hier findest du einige hilfreiche Tipps!
Wird dein Kind ständig wütend? Hilfreiche Tipps

Letzte Aktualisierung: 01. Dezember 2022

In vielen Fällen kann die Persönlichkeit des eigenen Kindes das Muttersein und Vatersein schwierig machen. Doch trotz der Hindernisse, die auftauchen können, weil dein Kind ständig wütend wird, gibt es einige hilfreiche Tipps, um es zu begleiten und sein Verhalten mit Liebe, Respekt und Dialog zu korrigieren.

Oft glaubt man, dass Kinder, die leicht wütend werden, einfach nur launische Kleinkinder sind, die Aufmerksamkeit wollen und um jeden Preis bekommen wollen, was sie sich in den Kopf gesetzt haben. In Wahrheit handelt es sich aber um Kinder, die elterliche Anleitung und Unterstützung brauchen, um zu lernen, ihre erhöhte Sensibilität zu kontrollieren. Eine Eigenschaft, die sie anfälliger für verschiedene Situationen macht und die eine Förderung der emotionalen Intelligenz erfordert, damit sie ihre Gefühle nicht in unangemessener Weise ausleben.

8 hilfreiche Tipps, wenn dein Kind ständig wütend wird

Es gibt Kinder, die von klein auf zeigen, dass sie sensibler sind als andere Gleichaltrige. Kinder, die beim geringsten Anlass explodieren, brauchen einen Ratgeber, der ihnen hilft, die angesammelten Emotionen zu kontrollieren, die in ihnen aufgestaut sind. Andernfalls wird dieses Verhalten nur dazu führen, dass sie sich selbst und andere verletzen.

Hier sind einige Empfehlungen, wenn dein Kind ständig wütend wird.

1. Schenke ihm deine Liebe und Unterstützung

Wütende Episoden bei Kindern sind normal, wenn sie allmählich mehr emotionale Intelligenz erlangen. Was jedoch sehr anstrengend sein kann, ist, wenn Kinder beim kleinsten Anlass explodieren und ihre eigenen Gefühle und die ihrer Umgebung verletzen.

Kind ständig wütend - Mutter spricht mit ihrer Tochter
Anstatt mit Frustration oder Wut zu reagieren, solltest du mit deinem Kind sprechen, um sein Verhalten zu verstehen.

Auch wenn es manchmal unvermeidlich ist, dass Kinder wütend werden, solltest du ihnen in solchen Fällen ein emotionales Umfeld bieten, das ihnen Sicherheit und Vertrauen gibt. Wenn sie es dir erlauben, umarme sie liebevoll und zeige ihnen deine Unterstützung. Denn so können sie sich beruhigen und darüber reden, wie es ihnen geht und was sie tun können, um die Situation zu verbessern.

2. Sieh deinem Kind in die Augen und begib dich auf Augenhöhe

Bevor du nach einem Wutanfall etwas zu deinem Kind sagst, ist es sehr wichtig, dass du dich auf seine Ebene begibst und ihm einfühlsam in die Augen schaust. Diese einfache Handlung bezeichnet man als “aktives Zuhören”. Es ermöglicht dir, deinem Kind auf eine respektvolle und zugängliche Weise zu begegnen. Zeige ihm, dass du offen für Gespräche bist, um herauszufinden, was es wütend macht.

3. Gib deinem Kind Zeit, sich zu beruhigen

Wutanfälle und Wutausbrüche sind sowohl für Kinder als auch für ihre Eltern sehr belastend. Bevor du also mit deinem Kind sprichst, solltest du ihm die Zeit geben, die es braucht, um sich vollständig zu beruhigen. Es geht nicht darum, die Dinge zu vergessen und in der Vergangenheit zu verankern. Es geht darum, dem Kind den Raum zu geben, aus der Anspannung des Augenblicks herauszukommen und die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu verstehen. Daher solltest du ihm die Zeit geben, sich zu beruhigen.

4. Bestätige die Emotionen deines Kindes

Wenn du mit deinem Kind über seine Wutausbrüche sprichst, versuche zunächst, seine Emotionen zu bestätigen und dich in seine Gefühle einzufühlen. Bevor du dein Kind für sein Verhalten schimpfst, solltest du ihm geduldig zuhören. Zeige ihm mit deinen Gesten und Worten, dass du verstehst, was es durchmacht. Auf diese Weise wird dein Kind eher bereit sein, dir objektiv zuzuhören, weil es weiß, dass du seine Bedürfnisse verstehst und dich um sein Wohlbefinden sorgst.

5. Bringe deinem Kind bei, wie man atmet, um sich zu beruhigen

Wenn dein Kind in einem stressigen Moment wütend wird, sind Atemtechniken ein guter Verbündeter, um dein Kind zu beruhigen. Wenn du also merkst, dass dein Kind kurz davor ist, zu explodieren, begleite es an einen ruhigen Ort. Bringe ihm bei, wie es atmen kann, damit es sich nicht von seinen Emotionen mitreißen lässt.

Kind ständig wütend - Mutter und Tochter meditieren
Atem- und Entspannungstechniken sind sehr nützliche Hilfsmittel, um Kindern zu helfen, in Stresssituationen ruhig zu bleiben.

Die 5-2-6-Technik ist ein großartiges Hilfsmittel, das ihr beide nutzen könnt, wenn die Wut an eure Tür klopft. Sie besteht darin, 5 Sekunden tief einzuatmen, den Atem 2 Sekunden anzuhalten und dann bis 6 zu zählen. Diese einfache Übung kann einen großen Unterschied machen, wenn dein Kind alleine ist und seine Emotionen kontrollieren muss.

6. Hilf deinem Kind dabei, seine Gefühle in Worte zu fassen

Kinder kommen nicht mit einer Gebrauchsanweisung auf die Welt, die ihnen erklärt, wie sie ihre Gefühle erkennen und kontrollieren können, wenn sie unangebracht sind. Wenn dein Kind einen Wutanfall oder eine Angstkrise hat, solltest du ihm die Gelegenheit bieten, sich erst einmal vollständig zu beruhigen. Danach kannst du ein Gespräch führen, das von Einfühlungsvermögen, Liebe und Respekt geprägt ist.

Je nach Alter deines Kindes solltest du ihm helfen, herauszufinden, warum es auf eine bestimmte Art und Weise reagiert hat und welche Emotionen in ihm hochgekommen sind. Wenn dein Kind noch sehr klein ist, beginne mit den grundlegenden Emotionen wie Traurigkeit, Freude und Wut. Wenn es älter wird, kannst du ihm komplexere Emotionen wie Enttäuschung, Frustration und Unmut erklären.

7. Sei klar mit deinem Kind

Oft haben Kinder unvorhersehbare Wutanfälle, weil wir als Eltern die Pläne, die wir mit ihnen hatten, von einer Sekunde zur nächsten ändern. Das verunsichert sie und lässt sie explosiv reagieren. Um solche Situationen zu vermeiden, musst du mit deinem Kind klar vereinbaren, was es täglich tun soll. Außerdem solltest du versuchen, dein Wort zu halten. Denke daran, dass Überraschungen bei hochsensiblen Kindern Krisen auslösen können. Wenn es zu einer Planänderung kommt, erklärst du diese deinem Kind auf angemessene Weise, damit dein Kind die Situation versteht.

8. Finde eine wirksame Ablenkung, wenn dein Kind ständig wütend wird

Wenn du merkst, dass dein Kind kurz vor einem Wutausbruch steht, wende Techniken oder Dynamiken an, die es ablenken, damit es sich beruhigt. Das reicht von Küssen und Umarmen bis hin zum Singen des Lieblingsliedes oder dem Praktizieren von Atemtechniken. Auf diese Weise kann dein Kind beruhigt mit seinen Eltern über seine Gefühle sprechen und lernen, seine Wut auf intelligente Weise zu kontrollieren.

Befolge diese Tipps, wenn dein Kind ständig wütend wird

Hochsensible Kinder können sich durch verschiedene Situationen bedroht fühlen, die sie verunsichern und mit einem Wutanfall reagieren. Obwohl sie keine Schuld an ihrer Art haben, ist es wichtig, sie zu korrigieren und sie mit Respekt und Einfühlungsvermögen zu leiten, damit sie emotionale Intelligenz lernen. Wenn dein Kind also ständig wütend wird, befolge die oben genannten Tipps und schenke ihm deine ganze bedingungslose Liebe und Unterstützung, damit es sich als Mensch weiterentwickeln kann.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Vorbildfunktion der Eltern: Kinder ahmen ihr Verhalten nach
Ich bin Mutter
Lies auch diesen Artikel bei Ich bin Mutter
Vorbildfunktion der Eltern: Kinder ahmen ihr Verhalten nach

Eltern übernehmen eine wichtige Vorbildfunktion, an der sich ihre Kinder orientieren. Ihre neugierigen Augen lernen von uns und ahmen uns ständig n...



  • Guerra-Bustamante J, León-Del-Barco B, Yuste-Tosina R, López-Ramos VM, Mendo-Lázaro S. (2019). Emotional Intelligence and Psychological Well-Being in Adolescents. Int J Environ Res Public Health. 2019 May 16;16(10):1720. doi: 10.3390/ijerph16101720. PMID: 31100799; PMCID: PMC6572191. Recuperado de: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31100799/
  • Pacheco, N. N. E., & Fernández-Berrocal, P. (2013). Inteligencia emocional en adolescentes. Padres y Maestros/Journal of Parents and Teachers, (352), 34-39. Recuperado de: https://revistas.comillas.edu/index.php/padresymaestros/article/view/1170/993
  • Sánchez-Núñez MT, García-Rubio N, Fernández-Berrocal P, Latorre JM. (2020). Emotional Intelligence and Mental Health in the Family: The Influence of Emotional Intelligence Perceived by Parents and Children. Int J Environ Res Public Health. 2020 Aug 27;17(17):6255. doi: 10.3390/ijerph17176255. PMID: 32867380; PMCID: PMC7503667. Recuperado de: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32867380/
  • Salguero, J. M., Fernández-Berrocal, P., Ruiz-Aranda, D., Castillo, R., & Palomera, R. (2015). Inteligencia emocional y ajuste psicosocial en la adolescencia: El papel de la percepción emocional. European journal of education and psychology4(2). Recuperado de: https://www.redalyc.org/pdf/1293/129322659005.pdf

Die Inhalte von Ich bin Mutter dienen ausschließlich zu Bildungs- und Informationszwecken. Sie ersetzen zu keiner Zeit die Diagnose, Beratung oder Behandlung durch einen Fachmann. Im Zweifelsfall wenden Sie sich am besten an einen Spezialisten Ihres Vertrauens.