Mama, geh nicht weg! Trennungsangst bei Kindern

31 Januar, 2019
In den meisten Fällen ist Trennungsangst bei Kindern vorübergehend. Schnell lernen die Kleinen, sich richtig zu verhalen, wenn auch die Eltern diese Situation korrekt managen. 

Trennungsangst bei Kindern ist oft für Tränen oder Zornanfälle verantwortlich, insbesondere zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr.

Darüber hinaus kann es in schlimmeren Fällen zu Atemnot, Erbrechen, Albträumen oder nächtlicher Angst kommen. All dies sind Anzeichen für Panik, die von einem Facharzt untersucht werden müssen.

Doch in den meisten Fällen ist Trennungsangst bei Kindern vorübergehend. Schnell lernen die Kleinen, sich richtig zu verhalen, wenn auch die Eltern diese Situation korrekt managen. 

Ein Kind mit Trennungsangst weint oder verhält sich rebellisch, wenn es bemerkt, dass die Eltern vorhaben zu gehen. Das kann sein, wenn Vater oder Mutter zur Arbeit gehen oder auch, wenn sie einfach zu Hause den Raum verlassen. Trennungsangst bei Kindern kann immer dann auftreten, wenn die Eltern nicht an der Seite des Kleinen weilen. 

Wenn das Kind bemerkt, dass es bei anderen Personen bleiben soll, hält es sich am Hals der Mutter oder an den Hosen des Vaters so fest, wie es kann, und schreit, um seine Nervosität und Angst auszudrücken.

Manche Kindern fühlen diese Angst nie. Andere jedoch verhalten sich so, bis sie ins Schulalter kommen.

Es gibt auch Kinder, die sich nach kurzer Zeit selbst bewusst werden, dass sie bei anderen Erwachsenen geschützt und sicher aufgehoben sind, bis sie wieder zu ihren Eltern zurückkehren.

Trennungsangst bei Kindern

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Lass mich nicht allein!

Wenn du als Mutter weißt, dass dein Kind an Trennungsangst leidet, gibt es verschiedenste Methoden, um ihm zu helfen, damit besser umzugehen.

Vermeide stressige und abrupte Situationen. Lass dein Kind nicht weinend zurück, auch wenn es richtig ist, dass es dir wohl nicht den ganzen Tag lang nachtrauern wird.

Doch wenn dein Kind in die Spielgruppe oder in den Kindergarten muss, können dir folgende Tipps helfen:

Trennungsangst bei Kindern managen

Motiviere dein Kind, den Raum selbst zu entdecken

Besuche den Kindergarten bereits einige Tage früher gemeinsam mit deinem Kind. Erkläre ihm, dass es ein ganz besonderer Ort ist, wo es viele Spielsachen gibt, um zusammen mit anderen Kindern Spaß zu haben. 

Zeige ihm, wie glücklich die Kinder im Kindergarten oder in der Spielgruppe sind, was dort gemacht wird und wie viele Dinge es da zu entdecken gibt. Es ist nicht notwendig, in den Raum einzutreten, dein Kind kann mit dir alles von der Türe aus beobachten.

Sobald ihr dann wieder zu Hause seid, könnt ihr über diesen ganz besonderen Ort sprechen.

Am nächsten Tag gehst du dann noch einmal mit deinem Kind dorthin. Wenn es möchte, kann es etwas näher treten, um sich die Spielsachen anzusehen oder ein Lied anzuhören. 

Doch wenn es dazu keine Lust hat, solltest du es nicht zwingen. Wichtig ist, dass dein Kind sieht, wie viel Spaß die Kinder in der Gruppe haben und wie gut sie sich unterhalten. Wenn ihr wieder zu Hause seid, könnt ihr über alles sprechen, was ihr gesehen habt.

Mit der Zeit wird sich dein Kind daran gewöhnen. Es kann Spielzeug bestaunen, zuschauen, wie andere spielen und gegenseitig kommunizieren, die Kindergärtner und -gärtnerinnen kennenlernen…

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Dein Kind soll sich auf den Kindergarten freuen

Sobald sich dein Kind an den Ort gewöhnt hat, kannst du der Spielgruppe jeden Tag einen Besuch abstatten, um die anderen Kinder zu sehen. Doch dann solltest du den nächsten Schritt in Angriff nehmen:

Bleibe mit deinem Kind mindestens eine Stunde lang. In dieser Zeit könnt ihr mit anderen Kindern spielen und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen. 

Verlasse das Gesichtsfeld deines Kindes kurz

Wenn sich dein Kind in der Gruppe wohl fühlt, solltest du damit beginnen, es ganz kurz alleine zu lassen.

Entweiche aus seinem Gesichtsfeld, ohne dich jedoch weit von ihm zu entfernen. Dein Kind wird sich schnell darüber bewusst sein und zu weinen beginnen.

Dann rufst du es und sagst ihm, dass du da bist. Doch lass es nicht wissen, dass du deshalb zu ihm kommst, weil es sich traurig fühlt. Sag ihm lieber: “Schau was für ein tolles Spielzeug ich habe!” Oder laufe im Entenschritt, damit dein Kind glaubt, dass es sich um ein Spiel handelt.

Wiederhole diese Situation jeden Tag mehrmals.

Trennungsangst bei Kindern: Mutter mit Sohn

Sorge für Ablenkung!

Die Unabhängigkeit im Spiel zu erreichen, ist sehr wichtig, damit dein Kind langsam lernt, nicht ständig an deiner Seite zu sein. 

Spiele nicht mehr mit ihm, doch bleibe an seiner Seite. Du kannst dich inzwischen alleine beschäftigen, beispielsweise mit einem Puzzle. Doch schenke deinem Kind dabei keine Aufmerksamkeit. 

Die Kindergärnter oder -gärtnerinnen können dir dabei helfen. Wenn dein Kind sieht, dass du konzentriert spielst, können sie mit allen Kindern einen Kreis machen und singen, oder ein Gruppenspiel beginnen.

Wenn dein Kind sieht, dass dein Spiel gar nicht lustig ist, wird es seine Aufmerksamkeit auf die Gruppe lenken, die viel Spaß hat. Es wird mitspielen wollen.

Dein Kind wird nicht vergessen, dass du da bist und wird immer wieder zu dir schauen, ob du tatsächlich noch am gleichen Ort bist. Vielleicht kommt es auch immer wieder kurz zu dir. 

Doch es wird sich schon viel sicherer fühlen und sich in die Spielgruppe integrieren. 

Nach einigen Tagen wirst du sehen, dass dein Kind die Kindergärtner oder -gärtnerinnen gerne hat und sich mit den anderen Kindern wohl fühlt. Es braucht dich jetzt nicht mehr die ganze Zeit an deiner Seite. Jetzt kann es auch alleine in der Gruppe bleiben.

Wenn es das erste Mal ganz alleine bleibt, sollten es nur ein paar Stunden sein. Du wartest wahrscheinlich vor der Tür und bist selbst viel nervöser als dein Kind! Doch schließlich hast du auch noch andere Aufgaben und Verpflichtungen und dein Kind ist jetzt gut versorgt.

Es wird in der Gruppe ständig beschäftigt sein und sogar vergessen, dass es dich gibt, bis wieder die Zeit gekommen ist, mit dir nach Hause zu gehen.

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwierig, die Trennungsangst bei Kindern zu überwinden. Du brauchst anfangs nur ein bisschen Geduld und Einfühlungsvermögen.