Das Burnout-Syndrom bei Müttern

· 25. Februar 2018
Wir wissen dass du glaubst die Einzige zu sein, die sich nach einem Wochenende alleine ohne Verpflichtungen oder Zeitpläne sehnt. Wir kennen deine Schuldgefühle, deine extreme Müdigkeit und deine Tränen. Und es ist nicht so, dass wir deine Gedanken lesen können oder dass wir Wahrsager wären. Wir wissen nur, dass das Burnout-Syndrom auch Mütter betrifft.

Das Burnout-Syndrom wurde bis vor kurzem als eine Krankheit angesehen, die sich nur auf den Arbeitsbereich beschränkte. Die Hauptsymptome sind Stress und körperliche und geistige Ermüdung, die durch lange Arbeitstage verursacht werden. Jetzt wird diese Diagnose auch auf das familiäre Umfeld angewendet. Speziell bei Müttern, sowohl bei Erstgebärenden aber auch bei denjenigen, die mehr als ein Kind haben. Klingt logisch, oder?

Das bekannte „Burnout-Syndrom“ tritt häufiger bei Arbeitern auf, die viele Stunden täglich einer aggressiven Umwelt ausgesetzt sind. Man darf dabei aber nicht den schwierigsten Job vergessen, den jemand annehmen kann: die Erziehung, Fürsorge und Verantwortung für ein Kind.

Das Burnout-Syndrom: Fragen über FragenDas Burnout-Syndrom - Baby und Mutter

Gibt es eine anstrengendere Arbeit als die Fürsorge für Kinder? Gibt es mehr Stress als den, der dadurch erzeugt wird, dass man das Gefühl hat, die Arbeit hört nie auf? Ist es nicht stressig zu sehen, wie viele Dinge du in 24 Stunden tun musst? Ist es nicht schrecklich zu wissen, dass du erschöpft bist aber dich nicht ausruhen kannst? Tut es nicht weh, dass du dich schuldig fühlst, weil du alles hinwerfen möchtest?

Diese Fragen werden täglich von Millionen von Müttern auf der ganzen Welt gestellt. Kinder zu erziehen, sich um das Haus und den Ehemann zu kümmern und zu arbeiten, ist eine überwältigende Phase im Leben, die uns alle betrifft. Also solltest du dich nicht jedes Mal schuldig fühlen, wenn du weinst, weil du ins Bett gehen willst aber dein Baby nicht einschlafen will.

Als Mütter verlangen wir von uns normalerweise mehr, als wir wirklich geben können. Schon früh am Morgen beginnt unsere Routine mit unseren Kleinen, mittags fühlen wir uns ausgepowert, aber wir machen weiter. Nachts holt uns die Erschöpfung ein. Und wenn wir das Baby endlich schlafen legen, wollen wir davonlaufen und Schuldgefühle überkommen uns.

Wir müssen erkennen, dass wir Hilfe brauchen, oder dass wir möglicherweise am Burnout-Syndrom leiden. Wenn wir nichts dagegen tun, lassen wir zu, dass sich unsere Situation verschlimmert. Und die postpartale Depression die die ersten Lebensmonate des Babys darstellt, verfolgt uns lange.

Bitte um Hilfe, wann immer du sie brauchst und vor allem: Nimm dir Zeit, um auf dich selbst aufzupassen.

Woran erkenne ich, dass ich das Burnout-Syndrom habe?Das Burnout-Syndrom - überforderte Mutter

Nach Ansicht von Spezialisten sind die Symptome des Burnout-Syndroms folgende:

  • Extreme Erschöpfung. Schon beim Aufstehen, willst du wegen der wenigen Stunden Schlaf und der akkumulierten Müdigkeit im Bett bleiben und nichts tun.
  • Bei all deinen Aktivitäten, ignorierst du deine Essenszeiten. Du isst nur sehr wenig. Du weißt, dass es ein Fehler ist, dich nicht gut zu ernähren, aber die Müdigkeit gewinnt den Kampf.
  • Entmutigung und Desinteresse. Die Wiederholung bestimmter Aufgaben, wie das Füttern des Babys, der Kampf gegen Unordnung und das Wechseln der Windeln, lässt dich automatisch handeln. Du denkst, dass die Aufgaben deine Verpflichtung sind und du verlierst dein Interesse an Dingen, die du einmal genossen hast. Zu diesen gehören: Musik hören, ein reichhaltiges Dessert zubereiten, spazieren gehen, und ein Buch lesen. Du denkst, dass es unverantwortlich wäre, Zeit für diese Dinge zu verschwenden.
  • Schlechte Laune. Weil du nicht tust, was du willst, sondern was du sollst, wirst du dich von deinem Partner distanzieren wollen, aber dies wird deinen emotionalen Zustand nur verschlechtern.
  • Schuld. Schuldgefühle begleiten dich jedes Mal, wenn du weinen willst, weil du nicht mehr kannst. Wenn etwas nicht wie erwartet ausfällt, wenn du das Haus wieder unordentlich vorfindest, wenn du nicht aufwachen willst, wenn du um Mitternacht das Baby weinen hörst, oder wenn du deinem Partner mit schlechter Laune antwortest. Anscheinend sind Schuldgefühle deine besten Freunde in dieser schwierigen Phase.

Wenn du eine der Mütter bist, die das Burnout-Syndrom haben, hab keine Angst zu akzeptieren, dass du nicht so viel Verantwortungen alleine tragen kannst. Bitte um Hilfe, wann immer du sie brauchst und vor allem: Nimm dir Zeit, um auf dich selbst aufzupassen. Wenn es dir gut geht, wird es deiner Familie auch gut gehen.

Sprich mit deinem Partner und deinen Verwandten, um ihnen zu sagen, wie du dich fühlst und welche Unterstützung du von ihnen erwartest. Du wirst sehen, dass du dich besser fühlst, wenn du ihnen erlaubst, mit dir zusammenzuarbeiten. Und du wirst die wundervolle und chaotische Welt der Mutterschaft genießen.