Stillen nach einem Kaiserschnitt – so klappt es!

· 10. April 2018
Ein Baby bekommen, das ist etwas, das die meisten Frauen bei vollem Bewusstsein erleben möchten. Wir wollen pressen und unseren Kleinen dabei helfen auf diese Welt zu kommen. Und danach wollen wir das Baby mit Nahrung versorgen.

Das Stillen nach einem Kaiserschnitt ist nicht immer leicht. Auch deshalb möchte wohl keine werdende Mutter gerne die Worte “Wir müssen einen Kaiserschnitt machen” hören. 

Aber manchmal geht es einfach nicht anders. Und letztlich will jede Mutter, dass ihr Baby gesund ist. Auch wenn das bedeutet, dass das Stillen nach einem Kaiserschnitt möglicherweise ein paar Startschwierigkeiten bereitet.

Auch wenn es zunächst wie die einfachere Lösung scheint. Für viele Frauen gibt es einen Haken beim Kaiserschnitt: das Stillen. Es scheint so, dass sich dann bei Frauen der Milcheinschuss verzögert. Laut Experten liegt das aber nicht am Kaiserschnitt selbst, sondern an den Maßnahmen, die vom Krankenhaus begleitend durchgeführt werden.

Stillen nach einem Kaiserschnitt

Der erste Faktor, der das Stillen beeinträchtigen kann, ist die Trennung zwischen Mutter und Baby. Auch heute noch werden Mutter und Kind nach einer Kaiserschnitt-OP zunächst getrennt. Oftmals für längere Zeit. Das bedeutet, dass der frühe Kontakt zwischen den beiden fehlt und das Stillen dadurch schwieriger wird. Aber warum ist das so?

Bis zu zwei Stunden nach ihrer Geburt können Babys lethargisch werden. Das Beste ist daher, sie zu stillen und dann tief und fest schlafen zu lassen. So lernt das Kind sofort, wie es an die Brust gelegt wird und trinken kann.

Doch wenn das Baby einschläft ohne dass es zuvor gestillt wurde, dann schläft es für gewöhnlich länger. Wenn es dann aufwacht, dann scheint es unruhig zu sein. Etwas, von dem sein Instinkt weiß, dass es notwendig für das Überleben ist, ist nicht passiert.

Stillen nach einem Kaiserschnitt

Manche Krankenhäuser haben sich deshalb dazu entschieden, dass Baby nach einer Kaiserschnitt-Geburt zunächst mit der Flasche zu füttern. Doch auch das kann zu Problemen beim Stillen führen. Das Saugen an der Brust ist nämlich anstrengender als an der Plastikflasche zu nuckeln.

Auch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Mutter ist schwierig. Ein Kaiserschnitt ist eine Operation und hinterlässt Wunden, die Zeit brauchen um zu heilen. Das kann es schwieriger machen, eine Position für das Stillen zu finden, die sowohl für Mutter als auch Kind angenehm ist.

Welche Tricks können beim Stillen nach einem Kaiserschnitt helfen?

Die Muttermilch sollte normalerweise innerhalb von 30 bis 72 Stunden nach der Geburt einfließen. Das gilt für natürliche, eingeleitete und auch Kaiserschnitt-Geburten. Es handelt sich hier um einen physiologischen Prozess, der mit dem Ausstoßen der Plazenta beginnt. Das Progesteron fällt ab, während der Prolaktin-Level steigt. Prolaktin ist für die Milchproduktion verantwortlich.

Es ist ungewöhnlich, dass eine Frau gar keine Milch nach der Geburt produziert. Tatsächlich kommt eine verringerte Milchproduktion nur bei ca. 1% der Frauen vor. Deshalb, ob du natürlich geboren hast oder nicht, auch wenn dein Kind weint, bedeutet das nicht, dass die Milch bei dir nicht richtig fließt. Viele Frauen glauben nämlich, dass wenn das Baby beim Stillen schreit, sie nicht genug Milch haben und es hungrig ist. Aber das ist nicht immer der Fall.

Stillen nach einem Kaiserschnitt

Hier sind einige Tricks für das Stillen nach einem Kaiserschnitt, die manchen Müttern geholfen haben.

  • Es wichtig, dass du das Baby so bald wie möglich an deine Brust legst. Es gibt Stillkissen, die dir dabei helfen, ohne Druck auf die Wunde auszuüben. Es gibt auch bestimmte Haltungen, die das Stillen nach einem Kaiserschnitt etwas einfacher machen. Frag deinen Arzt um Rat. Dein Kind dazu zu bringen, an der Brust zu saugen, kann auch den Milchfluss begünstigen.
  • Lass dein Baby saugen wann immer es möchte, und zwar bis die Milch frei fließt.
  • Wenn möglich, bitte darum, nicht von deinem Kind getrennt zu werden nach der Geburt. Versuche die Krankenschwestern dazu zu bringen, das Kind dem Vater zu geben. Dieser kann es Haut auf Haut in den Arm nehmen, sodass das Baby keine Energie verbraucht, um seine Körpertemperatur zu regulieren. Das bedeutet, dass es dir von Anfang an nah ist.
  • Wenn du Schmerzen hast, so gibt es dafür Medikamente. Dein Arzt kann dir etwas verschreiben, das auch zum Stillen geeignet ist. Denn auch Schmerz kann den Milchfluss behindern.
  • Versuche ruhig und entspannt zu sein. Müdigkeit und Stress sind ungünstig für die Milchproduktion.

Die Tatsache, dass du einen Kaiserschnitt hattest bedeutet nicht, dass du nicht Stillen kannst. Wie wir gesehen haben, gibt es beeinträchtigende Faktoren aber für all diese gibt es auch Lösungen.