Tipps für die Zeit nach der Entbindung

20. Oktober 2019
Während der Schwangerschaft erlebst du eine Reihe von körperlichen und psychischen Veränderungen. Darüber hinaus ändern sich auch viele Dinge in der Familie und in der Beziehung zu deinem Partner. Auf all dies versuchst du dich, so gut es geht, vorzubereiten. Aber was passiert eigentlich nach der Entbindung?

Die Zeit nach der Entbindung hat wenig mit den so oft in den sozialen Netzwerken verbreiteten Bildern zu tun. Denn dort sieht alles aus wie Friede, Freude, Eierkuchen: makellose Bettlaken, ruhige und entspannte Vormittage und alles ist einfach pure Freude!

Aber die Wirklichkeit sieht doch etwas anders aus. Denn in der Zeit nach der Entbindung warten leider auch ganze andere Dinge auf dich: Schmerzen, schlaflose Nächte, Zweifel, Müdigkeit. Auch emotionale Auf und Abs, die mit der Anpassung an die neue Situation mit einhergehen. Außerdem kommt es in den Wochen nach der Geburt zu einer neuen Verteilung der Rollen. Aber keine Panik: Natürlich wirst du auch Momente von völligem Glücksgefühl erleben, voller Lachen, Zärtlichkeit und unendlich viel Liebe!

Die Zeit nach der Entbindung: Schein und Wirklichkeit

Jedoch solltest du dir klar darüber sein, dass du dich nicht nur auf die Veränderungen in der Schwangerschaft vorbereiten musst. Auch für die Zeit nach der Entbindung kannst und solltest du dich bereit machen. Denn nach der Geburt kommt es wiederum zu einer Reihe von Änderungen, die sich auf deinen Körper und Geist, aber auch auf die Familie und die Paarbeziehung auswirken.

Also solltest du dich nicht von der Bilderflut und den Nachrichten täuschen lassen, die dich heutzutage fast permanent über die sozialen Netzwerke erreichen. Denn dort wird oft ein Bild von der Zeit nach der Entbindung vermittelt, das nichts oder nur sehr wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Und dieser Umstand birgt die Gefahr in sich, dass du in der Folge bestimmte Prozesse beschleunigen willst. Oder anfängst, gewisse Gefühle oder Empfindungen zu ignorieren.

In diesem Artikel erfährst du mehr über wichtige Dinge für die Zeit nach der Geburt. Denn gerade dann musst du gut auf dich acht geben und die Zeit respektieren, die dein Körper und Geist brauchen, um sich von der Entbindung zu erholen. Auch solltest du auf Stimmungsschwankungen achten. Ebenso darfst du  dich gern selbst etwas verwöhnen und dich natürlich auch verwöhnen lassen!

Außerdem ist es gut, nicht alles alleine machen zu wollen, sondern Hilfe und Unterstützung zu suchen und anzunehmen: Von deinem Partner, deiner Familie und deinen Freunden. Oder auch in Selbsthilfegruppen und anderen Angeboten.

Tipps für eine gute und glückliche Zeit nach der Entbindung

Im Folgenden findest du einige Ratschläge für die Zeit nach der Geburt. Mit diesen wirst du dich nach den Monaten der Schwangerschaft und nach der Entbindung sicher besser erholen und diese Phase glücklicher und entspannter erleben können.

Lass dir in der Zeit nach der Entbindung helfen

Viele Frauen halten sich plötzlich für eine Art Superwoman und glauben, dass sie alles alleine bewältigen können. Oder dass sie sich besser um das Baby kümmern als jeder andere (das mag vielleicht wahr sein, aber es bedeutet nicht, dass andere nicht auch sehr gut sind). Darüber hinaus wollen sie ein sauberes Haus haben, Besucher empfangen, schön sein…

Aber die Betreuung eines Neugeborenen stellt gerade in den ersten Tagen nach der Entbindung einen 24-Stunden-Job dar. Daher solltest du dich also unbedingt von Menschen umgeben, die dir dabei helfen. Gerade bei den Dingen, bei denen du wirklich nicht unabkömmlich bist. Dazu gehören zum Beispiel Hausarbeiten, das Zubereiten der Mahlzeiten oder das Wechseln der Windeln etc. Sei dir versichert, dass du die Zeit nach der Entbindung um einiges stressfreier erleben wirst, wenn du es zulässt, dass andere dir helfen.

Erhole dich und halte Ruhepausen ein

Sicher hast du auch schon Ratschläge wie diesen gehört: „Versuch zu schlafen, wenn das Baby es tut“. Dieser Satz, der fast schon als Volksweisheit angesehen werden kann, ist tatsächlich richtig und sollte befolgt werden. Denn dein Körper befindet sich im Prozess, zu dem Zustand vor der Schwangerschaft zurückzukehren. Noch dazu muss er sich von der Geburt erholen (die einen enormen Energieaufwand bedeutet). Darüber hinaus musst du dich um die Bedürfnisse des Babys kümmern und wenn du stillst, bist du mit deinem Körper die einzige, die das Baby ernähren kann.

Um all dies zu tun, braucht dein Körper Energie und Erholung. Daher musst du ihm Ruhepausen gönnen. Also solltest du nicht die Zeiten, in denen dein Baby schläft, dafür nutzen, um Dinge im Haushalt zu erledigen, Essen zu kochen usw. Vielmehr solltest du dich ebenfalls einfach hinlegen, ausruhen und schlafen. Du brauchst es. Denn nur so kannst du dich besser erholen, besonders in den ersten Wochen.

Nach der Entbindung: Mutter und Baby schlafen

Sportliche Bewegung ja, aber mit entsprechender Umsicht

Es gibt viele Untersuchungen darüber, welche Auswirkungen körperliche Aktivität zu bestimmten Zeitpunkten im Leben einer Frau hat. So zum Beispiel während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren und natürlich in die Zeit nach der Entbindung. So ist es beispielsweise nicht notwendig, bis zum Ende der Zeit des Wochenbetts zu warten, um sich etwas leichte Bewegung zu verschaffen. Das kann ganz einfach Gehen sein. Du kannst mit entsprechender Umsicht auch mit einem Ellipsentrainer beginnen.

Außerdem ist auch hypopressives Training zu empfehlen. Dieses wirkt speziell auf die Regionen im Körper, die in den vorangegangenen Monaten die meisten Veränderungen erfahren haben. Also beispielsweise Bauch und Beckenboden.

Doch am besten ist es, wenn du zunächst deinen Beckenboden und Bauch von deiner Hebamme oder einer anderen fachkundigen Person untersuchen lässt. Diese kann dir dann die sportlichen Bewegungen empfehlen, die für dich und deinen Zustand angemessenen sind. Zudem kann sie dir sagen, wann der beste Zeitpunkt ist, damit zu beginnen.

Was passiert mit deinem Liebesleben nach der Entbindung?

Im Grunde kann dein Liebesleben nach der Entbindung einsetzen, wann immer du den Wunsch danach verspürst. Allerdings sollte es dabei vorerst nicht zum Koitus, also zum Geschlechtsakt an sich, kommen. Damit solltet ihr warten, bis die Zeit des Wochenbetts vorbei ist und du keine Blutungen mehr hast.

Doch natürlich sind ansonsten alle Zeichen von Zuneigung und Intimität erlaubt (Küsse, Streicheleinheiten, Massagen…). Jedoch musst du dir bewusst sein, dass sich einige Dinge geändert haben: So ist die Libido der Frauen in der Regel in der Zeit nach der Entbindung sehr gering.

Das liegt an verschiedenen Faktoren. Dazu gehören zum Beispiel die hormonellen Veränderungen und die Erschöpfung und auch der Umstand, dass du deine ganze Energie für die Betreuung des Babys aufwendest. Es kann sein, dass dir dein Körper in vieler Hinsicht zunächst etwas fremd ist… All dies scheint nicht nur Einfluss auf das Verlangen und die Lust der Frau zu haben, sondern auch auf die des Partners.

Auch kann es sein, dass du nach dem Wochenbett beim Geschlechtsverkehr empfindlicher bist und ein gewisses Unbehagen wahrnimmst. Manchmal kannst du auch Schmerzen haben. Diese können von möglichen Verkrampfungen herrühren oder von noch nicht verheilten Narben. Auch kann der Grund vaginale Trockenheit sein. Letztere tritt häufig während der Stillzeit auf.

Natürlich solltest du dich, wenn die Schmerzen nicht nachlassen, unbedingt an deine Hebamme oder Frauenärztin wenden. Denn diese können die Beschwerden korrekt untersuchen und beurteilen und dir dann entsprechende Hilfe und Linderung verschaffen.

Denk daran, dass das Stillen keineswegs eine Verhütungsmethode ist. Also solltest du, wenn du nicht vorhast, gleich wieder schwanger zu werden, entsprechende Verhütungsmethoden anwenden. Das können hormonelle Präparate sein oder andere. Lass dich im Falle von hormonellen Verhütungsmethoden von deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme beraten. Das gilt vor allem, wenn du stillst.

Hygiene in der Zeit nach der Entbindung

Vermeide in der ersten Zeit, Vollbäder zu nehmen. Ebenso solltest du auch nicht in Schwimmbäder gehen oder Vaginalduschen anwenden. Auch auf die Verwendung von Tampons u.ä. solltest du zunächst verzichten. Mit all diesen Dingen solltest du bis mindestens 6 Wochen nach der Geburt warten. Denn die Gebärmutter hat noch eine Wunde an der Stelle der Plazenta. Diese kann sich entzünden und es kann zu einer Gebärmutterschleimhautentzündung kommen. Deine tägliche persönliche Hygiene erledigst du am besten, indem du dich duschst.

Was den Wochenfluss betrifft, ist die Verwendung von Einweg-Baumwollbinden zu empfehlen. Außerdem solltest du Baumwollunterwäsche tragen, damit dieser Bereich so gut wie möglich atmen kann.

Frau hält sich den schmerzenden Bauch

Gut essen, viel trinken

Die Phase nach der Entbindung ist nicht die beste Zeit, um eine Diät zu machen. Aber es ist durchaus die beste Zeit dafür, genau darauf zu achten, was und wie du isst. Dabei solltest du weder zu wenig noch zu viel essen. Am besten ist, du befolgst einfach eine ausgewogene Ernährung.

Außerdem ist es auch wichtig, dass du deinen Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgst. Das gilt vor allem, wenn du stillst. Höre also auf deinen Körper und trinke Wasser, wenn du durstig bist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jede Frau ihre Schwangerschaft und das Wochenbett anders erlebt. Es gibt keine Zauberformeln. Gesunde Lebensgewohnheiten sind zu jeder Zeit in unserem Leben wichtig, aber gerade in diesen Phasen noch ein bisschen mehr. Versuche also, auf eine gesunde Art und Weise zu leben, ohne davon besessen zu sein und dir so zusätzlichen Druck zu machen.

Du wirst sehen: Alles wird wieder in seinen ursprünglichen Zustand übergehen. Also gib dir etwas Zeit und sei nicht zu streng mit dir selbst. Wir wünschen dir eine glückliche und gesunde Zeit nach der Entbindung!