Realfooding: Alles, was du über diese Bewegung wissen musst

15. März 2020
Unabhängig davon, ob du schon über die Realfooding-Bewegung gehört hast oder nicht, unseren heutigen Artikel solltest du unbedingt lesen. Wir werden dir alles Wissenswerte darüber erzählen.

In den letzten Jahren hat sich der Begriff „Realfooding“ weltweit verbreitet, insbesondere in den sozialen Medien. Jeden Tag entscheiden sich immer mehr Menschen für diese Form der Ernährung, die genau darauf beruht, was ihr Name bereits verrät: dem Essen von realer Nahrung.

Die Anhänger diese Philosophie bezeichnen sich selber als „Realfooder“. Worum genau geht es bei diesem neuen Trend?

Was ist die Realfooding-Bewegung?

Nach Angaben des Begründers der Realfooding-Bewegung, Carlos Rios, besteht dieser Lebensstil darin, sich mit realem Essen und nicht mit extrem industriell verarbeiteten Lebensmittel zu ernähren.

Daher ist diese Bewegung weitaus mehr als nur ein neuer Trend. Es geht darum, zu den Lebensmitteln zurückzukehren, wie wir sie unser ganzes Leben gekannt haben. Es geht um Gerichte wie Omas hausgemachten Rindfleischeintopf und eine Ernährung, die aus rohen Zutaten besteht.

Darüber hinaus werden all die Lebensmittel vom Speiseplan entfernt, die eine lange Liste von Zutaten und Zusatzstoffen enthalten, die uns keine gesundheitlichen Vorteile bieten.

Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, dass diese Bewegung uns dazu auffordert, schreiend aus dem Supermarkt zu rennen. Natürlich finden wir hier auch die größte Auswahl an industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Dennoch gibt es beim Realfooding-Lebensstil einige Ausnahmen in Bezug auf  die Auswahl der Lebensmittel.

Realfooding - selbstgemachte Guacamole

Die Lebensmittel in dieser Kategorie sind entweder industriell oder handwerklich verarbeitet worden. Allerdings wirkt sich diese Verarbeitung in Bezug auf die gesundheitlichen Vorzüge dieser Nahrungsmittel entweder gar nicht aus oder verbessert diese sogar.

Darüber hinaus dienen diese Verarbeitungsprozesse dazu, die Produkte länger haltbar und ihren Verzehr sicherer und einfacher zu machen. Die Verarbeitung kann mechanisch, physisch oder chemisch erfolgt sein.

Nachfolgend findest du eine Auflistung einiger gesunder verarbeiteter Lebensmittel, die wir alle mehr oder weniger häufig zu uns nehmen:

  • Extra natives Olivenöl
  • Ultrahocherhitzte Milch
  • Fermentierte Milchprodukte (Joghurt oder Kefir)
  • Eingemachte Hülsenfrüchte
  • Fisch oder Meeresfisch in Dosen
  • Vollkornnudeln
  • Vollkornbrot
  • Tiefkühlgemüse

Warum solltest du dich für eine Realfooding-Ernährung entscheiden?

Es gibt vielfältige Gründe, die dich dazu veranlassen könnten, dich für den Realfooding-Lebensstil zu entscheiden. Einer der drei Hauptgründe, die Menschen zu dieser Entscheidung veranlassen, ist ihre Gesundheit.

In den vergangenen Jahrzehnten haben wir weltweit eine alarmierende Zunahme der Adipositasraten beobachtet und diese Tendenz wird sich vermutlich weiter fortsetzen.

Davon sind sowohl Kinder als auch Erwachsene betroffen. Darüber hinaus steigen auch die damit zusammenhängenden Erkrankungen, wie beispielsweise die Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel usw.

Die Situation verschlechtert sich zunehmend und gleichzeitig nehmen auch die schlechten Essgewohnheiten zu, die unter anderem auch durch übermäßigen Verzehr stark verarbeiteter Lebensmittel gekennzeichnet sind.

Um diese Epidemie zu bekämpfen, müssen einige Veränderungen vorgenommen werden. Eine dieser Veränderungen ist die, dass Menschen zu Hause einen gesunden Lebens- und Ernährungsstil befolgen.

Wir müssen uns wieder mit realem Essen und gesunden Lebensmitteln ernähren. Zum Beispiel Früchte, Gemüse, Blattsalate, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, mageres Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte.

Darüber hinaus sollten wir uns jeden Tag bewegen und Sport treiben. Wenn wir unsere Gewohnheiten auf diese Weise verändern, wird es der modernen Gesellschaft gelingen, auch auf lange Sicht ihr körperliches und psychisches Wohlbefinden zu erhalten.

Können wir alle Realfooder sein und reales Essen zu uns nehmen?

Wenn du dir diese Frage gestellt hast, dann geben wir dir eine ganz klare Antwort: JA! Wir alle können und sollten auf extrem verarbeitete Produkte verzichten und sie durch reale Lebensmittel ersetzen. Alle Mitglieder deines Haushaltes, von den jüngsten bis zu den ältesten, werden von dieser Ernährungsumstellung und der Änderung des Lebensstils profitieren.

Darüber hinaus sind für Kinder die Vorteile der Realfooding-Bewegung größer und auf lange Sicht effektiver. In jungen Jahren entwickeln wir unsere Ernährungsgewohnheiten, die unsere weitere Entwicklung und unser künftiges Verhalten beeinflussen und bestimmen.

Daher sollten wir unseren Kindern schon in frühester Kindheit gute und gesunde Ernährungsgewohnheiten beibringen.

Realfooding - Müsli und Früchte

Wie kannst du deine Kinder für Realfooding begeistern?

Allerdings ist es nicht immer ganz einfach, Kindern diese gesunden Gewohnheiten nahe zu bringen. Daher wollen wir dir nachfolgend einige Vorschläge machen, wie dir dies leichter gelingen könnte:

  1. Bereite farbige und abwechslungsreiche Mahlzeiten zu. Wenn du deiner Fantasie freien Lauf lässt, wird es dir gelingen, deine Kinder mit unwiderstehlichen und gleichzeitig gesunden Speisen zu überraschen.
  2. Streiche stark industriell verarbeitete Lebensmittel von deiner Einkaufsliste. Wenn du zu Hause nur gesunde Nahrungsmittel hast, dann wirst du auch zu diesen greifen, wenn du hungrig bist. Daher solltest du vermeiden, Fertigprodukte im Schrank vorrätig zu haben, auch wenn du sie nur für den Notfall bevorratest. Denn dann wirst du sie vermutlich doch öfter essen, als du das eigentlich solltest.
  3. Gehe mit gutem Beispiel voran. Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn du ihnen mit gutem Beispiel vorangehst und dich gesund ernährst, werden sie es dir gleichtun und sich ebenfalls gesunde Gewohnheiten aneignen.
  4. Beziehe deine Kinder mit ein. Gehe mit ihnen zum Einkaufen und lasse sie bei der Zubereitung der Mahlzeiten mithelfen. Es gibt keine bessere Methode, gesunde Lebensmittel kennenzulernen, als selber mit ihnen zu experimentieren.