Warum ist dir während deiner Periode zum Weinen zumute?

27. Juli 2019
Menstruationszyklen betreffen nicht alle Frauen gleich. Für einige Frauen ist die Periode nur ein wenig anders als ein anderer gewöhnlicher Tag . Für andere wiederum ist die monatliche Blutung eine große Tortur. Und egal, zu welcher Gruppe von Frauen du gehörst, in unserem heutigen Artikel findest du einige Dinge, die du zu diesem Thema wissen solltest.  

Monatsblutungen treten ab der Pubertät bis zum Alter von etwa 40 Jahren auf. Während dieser Zeit „fahren die weiblichen Hormone Achterbahn“. Mach dir daher keine Sorgen, wenn dir während deiner Periode zum Weinen zumute ist. Erfahre im Folgenden, warum wir uns während unserer Menstruation oft so emotional fühlen.

Nicht alle Frauen sind gleichermaßen von ihren Perioden betroffen. So kann die Regelblutung bei manchen ihre Emotionen stärker beeinflussen. In der Schule erhalten viele junge Frauen auch nur wenige Informationen darüber, warum wir während unserer Periode so emotional werden können.

Gleichzeitig sprechen nur wenige Frauen über regelmäßige und unregelmäßige Zyklen, polyzystische Eierstöcke, Endometriose oder das prämenstruelle Syndrom. Allerdings sind dies alles Umstände, an die du denken solltest, wenn du wissen möchtest, warum dir während deiner Periode zum Weinen zumute ist.

Unser Lesetipp für dich: Polyzystisches Ovarialsyndrom: Ursachen, Symptome und Behandlung

Interesssanterweise können Frauen selbst dann unter Stimmungsschwankungen leiden, wenn sie ihre Periode regelmäßig und zeitgerecht bekommen.

Phasen des Menstruationszyklus

Der Zyklus einer Frau besteht aus drei Phasen: follikulär, ovulatorisch und luteal. Der erste Tag der Regelblutung kennzeichnet den ersten Tag des Zyklus. Die Blutungen können in der Regel  zwischen fünf und sieben Tage dauern. In einigen Fällen kann die Blutung jedoch bis zu 12 Tagen andauern.

In der Follikelphase produziert das Gehirn mehr von dem follikelstimulierenden Hormon (FSH). Dies ist der Beginn des gesamten Prozesses. FSH hilft reifen Eiern in den Eierstöcken. Dann setzen sie Östrogen frei, um die Gebärmutterwand auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten.

Danach beginnt die ovulatorische Phase. Der Östrogenspiegel erhöht sich mit dem Ziel, das luteinisierende Hormon (LH) zu produzieren. Dieses ist verantwortlich für die Auswahl und Freigabe der reifsten Eier. Dies geschieht ungefähr in der Mitte des Zyklus.

Das freigesetzte Ei wandert dann von den Eileitern in die Gebärmutter. Das Ei bleibt 24 Stunden aktiv. Wenn Sperma verfügbar ist, wählt die Eizelle das Beste, um es zu befruchten. Andernfalls löst es sich auf.

Meist liegt es am prämenstruellen Syndrom, dass dir während deiner Periode zum Weinen zumute ist

Die dritte Phase ist die Lutealphase. Sie verläuft während der letzten 12 Tage des Zyklus. Im Eierstock produziert der Eifollikel in hohen Konzentrationen Progestoron, um es, im Falle einer Befruchtung in die Gebärmutter zu übertragen. Zusätliches Östrogen ist einer der Gründe, warum Frauen während ihrer Periode zum Weinen zumute ist.

Erfahre hier mehr über die Lutealphase: Lutealphase: Was ist das?

In dieser Phase:

  • schwillt der Körper an
  • sind die Brüste extrem empfindlich und
  • erleben viele Frauen Stimmungsschwankungen.

Meistens findet keine Befruchtung statt. Die Gebärmutter zieht sich zusammen und der Östrogen- und Progesteronspiegel nimmt ab.

Da die Gebärmutterschleimhaut nicht erforderlich ist, wird sie vom Körper als  Menstruationsblutung ausgeschieden.

Warum ist dir während deiner Periode zum Weinen zumute?

Wie wir es in den Phasen des Menstruationszyklus erwähnt haben, erleben Frauen während ihrer fruchtbaren Phase konstante Veränderungen ihres Hormonspiegels.

Vor allem in der Lutealphase kommt es bei vielen Frauen zu Stimmungsschwankungen, Euphorie und Reizbarkeit. Später, in der Follikelphase, leiden viele Frauen unter Krämpfen, Müdigkeit und Sensibilität.

Das Gefühl aufgeregt, ausgelaugt, traurig oder von einem Tag auf den anderen außer Atem zu sein, ist ein Symptom, an dem drei von vier Frauen leiden. Diese Veränderungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Beziehung zwischen Östrogen und Gehirnaktivität.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Östrogen, Progesteron und dem Gehirn. Während der prämenstruellen Phase stören die sich verändernden Hormone das Gleichgewicht, das das Gehirn in einem „Alarmzustand“ hält.

Infolgedessen wird die Gedankenwelt der Frauen beeinflusst und weicht vom Normalzustand ab. Dies kann sich bei starkem Stress sogar verschlimmern. Melancholie, Trauer und Weinen kommen daher häufig vor. Zusätzlich können bestimmte Zustände, wie Endometriose oder polyzystische Eierstöcke, während dieser Phase eine tiefe Depression verursachen.

Extra-Östrogen ist einer der Gründe, warum Frauen während ihrer Periode zum Weinen zumute ist

Extra-Östrogen ist einer der Gründe, warum Frauen während ihrer Periode zum Weinen zumute ist.

Blutung

Dieses Symptom erscheint in der Menstruationsblutungsphase. Östrogen erhöht die Freisetzung von Endorphinen, was einen sofortigen Stimmungsaufschwung bewirkt. Tatsächlich ist dieses Gefühl während ihrer Periode für viele Frauen oft eine Quelle der Inspiration.

Wenn du nicht wusstest, warum dir während deiner Periode zum Weinen zumute ist, fühlst du dich nun beruhigt. Tatsächlich fühlen sich Frauen, aufgrund des prämenstruellen Syndroms, vor der eigentlichen Periode am traurigsten.

Wenn dieses Syndrom dich daran hindert, deiner normalen Routine nachzugehen, solltest du möglicherweise mit einem Spezialisten sprechen.

Damit dich dieser Rausch von Emotionen nicht immer wieder neu überrascht, kannst du deinem Gehirn mit einer gesunden Ernährung helfen. Aktivitäten, wie Yoga und Meditation, können dir ebenfalls dabei helfen, wachsam zu bleiben.

  • Sarwar, R., Niclos, B. B., & Rutherford, O. M. (1996). Changes in muscle strength, relaxation rate and fatiguability during the human menstrual cycle. Journal of Physiology. https://doi.org/10.1113/jphysiol.1996.sp021381

  • Ncbi Bookshelf ; Chrousos, G., & Dungan, K. (2000). A Normal Menstrual Cycle and the Control of Ovulation. National Institutes of Health. De Groot LJ. https://doi.org/10.1293/tox.2016-0021