Pathologische Trauer bei Kindern

18. Januar 2019
Die pathologische Trauer wirkt sich sehr negativ auf die psychologische, emotionale, kognitive und soziale Gesundheit des Kindes aus. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, diesen Zustand schnell zu erkennen, um das Kind therapieren zu können. 

Kinder sind fähig, das Konzept des Todes ab einem Alter von fünf Jahren zu verstehen. Wenn eine geliebte Person stirbt, fühlen sie tiefe Trauer, sind jedoch nicht immer fähig, diese auszudrücken. Deshalb ist es wichtig, über pathologische Trauer informiert zu sein. Denn so kann man Kindern besser helfen, den Schmerz zu überwinden. 

Was ist pathologische Trauer bei Kindern?

Pathologische Trauer tritt bei Kindern auf, wenn das Gefühl der Traurigkeit länger als normal anhält. Dazu kommt es durch den Verlust einer geliebten Person. Dieser Zustand kann jahrelang anhalten, wenn das Kind nicht von einem Experten therapiert wird. 

Der Tod ist ein natürlicher Prozess und die Trauerzeit ein Teil davon. Doch man sollte darauf achten, dass die Symptome nicht zu lange anhalten. Für Kinder handelt es sich um einen sehr schmerzhaften und verwirrenden Prozess.

Man muss auch betonen, dass pathologische Trauer nicht nur durch den Tod einer Person entstehen kann. Tiefgehende Verlustgefühle treten beispielsweise auch häufig durch die Trennung der Eltern auf. 

pathologische Trauer eines Kindes

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Pathologische Trauer: Symptome

Die Symptome sind bei Kindern sehr verschieden und müssen nicht immer alle gleichzeitig auftreten. Doch wenn du ein Anzeichen für pathologische Trauer erkennst, solltest du nicht lange warten und deinem Kind eine Therapie ermöglichen. 

Depression

Zu den ersten Anzeichen für pathologische Trauer gehören depressive Zustände. Das Kind zeigt sich apathisch, hat keine Lust zum Spielen oder die Gesellschaft anderer zu genießen.

Es weint häufig und ist ständig grundlos traurig. In manchen Situationen kann es auch aggressiv werden.

Auch Schlafprobleme gehören zu den Anzeichen tiefer Trauer. Wenn das Kind häufig von der verlorenen Person träumt, oder vielleicht auch Angst hat, wird es mitten in der Nacht aufwachen. Es kommt sehr häufig auch zu Einschlafstörungen und Schlaflosigkeit im Allgemeinen.

Traurigkeit

Dies ist wohl das wichtigste Anzeichen für pathologische Trauer bei Kindern. Beobachte, ob dein Kind häufig von der geliebten Person spricht, oder ihre Gegenwart an gewissen Orten spürt. Nervosität und Depression sind auch hier Hauptdarsteller.

trauriges Mädchen

Pathologische Trauer bei Kindern: Was kann man tun?

Es ist sehr wichtig zu entscheiden, wie und wann Kindern Information übermittelt wird und wie man dann all die Emotionen und Verhaltensweisen, die dadurch entstehen, kontrollieren kann.

Dein Kind muss lernen, den Verlust zu akzeptieren, darüber zu sprechen und sich an das Leben ohne die geliebte Person zu gewöhnen. Natürlich wird diese Person immer in angenehmer Erinnerung bleiben.

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Therapie

Um tiefe Trauer zu überwinden, benötigen das Kind und wahrscheinlich auch die restliche Familie verschiedene Therapiearten. Damit kann man lernen, die Verlustgefühle zu kanalisieren. Es gibt drei Therapiearten, die häufig auch kombiniert werden: eine emotionale, kognitive oder Verhaltenstherapie.

Geduld, Verständnis und Liebe

Im Familienkreis braucht das Kind besonders viel Verständnis und LiebeAuch Geduld ist in diesem Fall eine gefragte Tugend. Alle Familienmitglieder sollten die Empfehlungen des Therapeuten beachten, um zu verhindern, dass die Situation schlimmer wird.

Es ist grundlegend, die Lage zu kontrollieren!

Pathologische Trauer ist für Kinder ein sehr schmerzlicher Prozess, der schnellstmöglich therapiert werden sollte, um zukünftige Folgeschäden zu verhindern. Liebe und Verständnis sind wichtige Bestandteile, um sich dieser schwierigen Situation zu stellen.

  • Schepker, R., Scherbaum, N., & Bergmann, F. (1995). Zur pathologischen Trauer bei Kindern nach fruehem Tod eines Elternteils. Pathological forms of mourning in children after the early death of a parent. Kinderanalyse. 3(3) 1995, 260-280.
  • Flüeler, C., & Forstmeier, S. (2013). Normale und prolongierte Trauer. Abgrenzungen, Diagnosen und Modelle. Psychotherapie Im Alter.
  • Volkmann, A., & Hentschel, L. (2016). Normale und pathologische Trauer und Trauerkultur in Deutschland. Chirurgische Praxis.