Emotionale Erziehung im Mutterleib

· 1. Mai 2019
Nervosität und Stress während der Schwangerschaft beeinflussen nicht nur das Leben des Kindes im Bauch, sondern auch seine Zukunft. 

Das Leben eines menschlichen Wesens, dieses Wunder oder Rätsel, das wir uns noch nicht erklären können, beginnt bekanntlich im Mutterleib. Das heranwachsende Kind erhält über die Plazenta und die Nabelschnur alles was es benötigt, um seine Organe und seinen Körper zu entwickeln.

Doch es erhält von seiner Mutter nicht nur Nahrung, sondern erlebt auch all ihre EmotionenDeshalb ist es so wichtig, dass die Schwangerschaft ruhig und gesund verläuft. Vergiss nicht: Wenn es dir selbst gut geht, dann fühlt sich auch dein kleiner Bauchbewohner wohl.

Bei Stress wird das Hormon Cortisol erzeugt, das sich auf unterschiedliche Weise auf uns auswirkt. In manchen Fällen kann uns Stress das Leben retten, da er uns wachsamer macht, doch insbesondere wenn diese Situation chronisch wird, können die Auswirkungen auch sehr negativ sein.

Dies könnte sich auch negativ auf die Gesundheit des heranwachsenden Kindes auswirken. In manchen Fällen sind Kinder in der Folge hyperaktiv, nervös oder haben Lernstörungen.

Ein bisschen Stress ist im Alltag ganz normal, doch wenn die Situation ausartet, wirkt Cortisol für die Mutter und für das Kind schädlich. 

Kinderärzte, Geburtshelfer, Psychologen, Neurologen und Psychiater sowie andere Spezialisten sind sich darin einig, dass Nervosität und Stress während der Schwangerschaft nicht nur das Leben des Kindes im Bauch, sondern auch seine Zukunft beeinträchtigen. 

Wir sind das Produkt unserer Entwicklungsgeschichte in der mütterlichen Gebärmutter.

Schwangerschaft ohne Stress und Nervosität

Die Wissenschaft, insbesondere die Psychoanalyse, hatte bereits entdeckt, dass sich im ersten Lebensabschnitt verschiedenste Situationen auf die Psychologie des Kindes positiv oder negativ auswirken können.

Man weiß auch schon lange, dass diese Auswirkungen langfristige Folgen im Hinblick auf die Psychologie des Kindes haben können. Wissenschaftler sind sich jedoch jetzt auch darüber bewusst, dass diese Interaktion nicht mit der Geburt des Kindes, sondern bereits im Mutterleib beginnt. 

Eine Forschergruppe unter der Leitung der Psychobiologin Vivette Glover (Imperial College London) untersuchte 14 000 schwangere Frauen. Dabei wurden Nervosität und Unruhe während der Schwangerschaft bewertet und es konnte festgestellt werden, dass die Wahrscheinlichkeit, Kinder mit Aufmerksamkeitsproblemen wie Hyperaktivität zu haben, bei Frauen mit mehr Stress doppelt so hoch war.

Das ist keine exakte Regel, doch es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Stress Kinder bereits im Mutterleib beeinträchtigt. Deshalb ist es sehr wichtig, die Schwangerschaft möglichst ruhig zu verbringen.

Baby im Mutterlieb

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Die motionale Intelligenz deines Kindes beginnt im Mutterleib

Dein Partner kann dir helfen, dich glücklich zu fühlen. Lass ihn an deiner gesamten Schwangerschaft teilhaben! Oft drängt die Gesellschaft die Väter in den Hintergrund, sie fühlen sich deshalb ignoriert, ein oft unverstandenes Gefühl, das die Beziehung stören kann.

Wie aus einer Studie hervorgeht, haben viele Männer ihre Zweifel daran, ob ihre Frau sie wohl nach der Geburt des Babys noch lieben wird. Dies ist vielleicht darauf zurückzuführen, da viele Frauen sich voll und ganz auf ihre Mutterschaft konzentrieren und das Beziehungsleben unbewusst und ohne dies zu wollen vernachlässigen. 

Die Schwangerschaft ist jedoch der Beginn eines Teams, das aus mindestens drei Spielern besteht (wenn es das erste Kind ist). Baby, Mutter und Vater bilden eine Familieneinheit.

Dein Partner kann dich unterstützen, damit du deine Gefühle während der Schwangerschaft besser regulieren kannst. Er kann dir tägliche Verantwortungen und Druck abnehmen, um dir zur Seite zu stehen.

Vater, Mutter und Kind

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Eine weitere sehr vorteilhafte Strategie, um deine emotionale Gesundheit und die deines Babys zu pflegen, ist außenstehende Hilfe, um Stress, Nervosität oder eine Depression zu lindern. 

Du solltest deine Gesundheit als Ganzes betrachten: Bewegung, eine gesunde Ernährung und gesunde Emotionen sind grundlegend, um dein Baby damit zu nähren.

In der ersten Schwangerschaft fragen Fachärzte normalerweise nach dem emotionalen Zustand und der Beziehung zum Vater und zur Familie, um herauszufinden, ob die werdende Mutter Unterstützung benötigt oder nicht.

Wenn eventuelle Probleme festgestellt werden, braucht die Frau Hilfe. Deshalb benötigen wir mehr Ressourcen und besser ausgebildete Fachkräfte, die werdenden Müttern nach Bedarf helfen können.