Bist du eine Mutter mit Wendy-Syndrom?

Du denkst immer nur daran, wie du es allen anderen recht machen kannst? Dann leidest du vielleicht an dem so genannten Wendy-Syndrom.
Bist du eine Mutter mit Wendy-Syndrom?

Letzte Aktualisierung: 05. Oktober 2018

Hast du schon mal das Gefühl gehabt, dass du als Mutter oder Partnerin sehr darauf ausgerichtet bist, die Menschen um dich herum zufrieden zu stellen? Dann lass dir sagen: Du bist nicht die Einzige. Denn es handelt sich hier um das so genannte Wendy-Syndrom.

Wenn man im Internet nachschlägt, findet man verschiedene Informationen dazu.

So heißt es hier  beispielsweise: Eine vom Wendy-Syndrom betroffene Person hat “das Bedürfnis, die andere Person zufriedenzustellen und ihr zu gefallen, aus Angst verlassen oder abgewiesen zu werden“.

Hier in unserem Artikel erfährst du mehr über dieses Syndrom. Und natürlich auch darüber, was du dagegen tun kannst!

Was ist eigentlich das Wendy-Syndrom?

Um zu verstehen, um was es sich bei dem Wendy-Syndrom handelt, musst du dir zunächst einmal die Geschichte von Peter Pan in Erinnerung rufen. Denn dort kommt Wendy vor. Und ihre Figur ist stets diejenige, die alle komplizierten Aufgaben übernimmt und erledigt.

Wendy ist, so wie der Rest der Beteiligten der Erzählung, nur ein kleines Mädchen. Und doch trägt sie auf ihren Schultern alle Verantwortung.

Das reicht von der Entscheidungsfindung bis hin zur Ausführung der Aufgaben, die Peter nicht übernehmen will, kann oder vor denen er Angst hat.

So ähnlich wird es dir wohl auch ergehen, falls du an dem Wendy-Syndrom leidest. Du kümmerst dich um alle schwierigen Angelegenheiten. Und du fühlst dich schlecht, wenn du nicht alles schaffst.

Wie erkennt man eine Mutter mit Wendy-Syndrom?

Kennzeichen vom Wendy-Syndrom

Es ist relativ einfach, eine Mutter mit Wendy-Syndrom zu erkennen. Denn diese will stets und ständig ihre Familie zufrieden stellen. Am häufigsten kann man folgende Eigenschaften beobachten:

  • Sie ist Perfektionistin. Sie muss alle Bedürfnisse ihrer Familie erfüllen. Wenn sie dazu nicht in der Lage ist, ist sie gescheitert. Zumindest empfindet sie es so. Auch fühlt sie sich immer schuldig, wenn irgendetwas schief geht. Und sie verbringt wahrscheinlich viel Zeit damit, alle möglichen Dinge zu organisieren.
  • Sie hält sich für unentbehrlich. Und sie denkt, dass niemand die Dinge so gut handhaben kann wie sie. Darüber hinaus würde sie nie um Hilfe bitten. Denn sie glaubt, dass sie dann die Liebe ihrer Familie weniger verdient.
  • Sie vermeidet Konflikte um jeden Preis. Was sie am meisten fürchtet, ist, auf Ablehnung zu stoßen. Deshalb tut sie alles, um genau das zu vermeiden. Außerdem ist sie bereit, alle möglichen Dinge zu machen, wenn sie dadurch mit Zuneigung rechnen kann. Obwohl sie glücklich zu sein scheint, fühlt sie sich tief im Inneren sehr traurig und unzufrieden.
  • Sie pflegt ihre Schuldgefühle extrem. Zum Beispiel, falls sie nicht genau das Spielzeug kaufen konnte, das ihr Kind so sehr wollte. Oder wenn das Lieblingsgericht ihres Mannes nicht perfekt geworden ist. Für eine Mutter mit Wendy-Syndrom sind solche Vorkommnisse ganz klar ein Scheitern. Und sie gibt sich selbst die Schuld daran. Außerdem ist sie überzeugt, dass die Menschen in ihrer Umgebung sie wegen solcher Dinge weniger schätzen oder lieben.

Was sind die Ursachen vom Wendy-Syndrom?

Oft sehen die Frauen die Zufriedenheit ihrer Familie als eines ihrer Ziele an. Doch ist es wichtig, dabei auf ein Gleichgewicht im Leben zu achten. Denn wenn die Dinge aus dem Gleichgewicht geraten, kann das zu Problemen führen. Wie zum Beispiel zum Wendy-Syndrom.

Das Wendy-Syndrom hat zwei hauptsächliche Ursachen:

  • Kultureller Einfluss. Viele Kulturen und Gesellschaften erziehen Frauen so, dass diese sehr spezifischen Geschlechterrollen folgen. Dadurch ist das Wendy-Syndrom auch recht häufig in Macho-Gesellschaften vorzufinden.
  • Angst vor Ablehnung. Dies ist die psychologische Ursache vom Wendy-Syndrom. Vielleicht bist du während deiner Kindheit und Jugend häufig verlassen oder alleingelassen worden. Oder du bist mit einer irrationalen Angst vor Einsamkeit aufgewachsen. Dann ist es möglich, dass du das Wendy-Syndrom entwickelst. Du denkst vielleicht, dass du die anderen stets zufrieden stellen musst. Und dass sie auf diese Weise für immer bei dir bleiben werden. Dennoch bleibt immer die Angst, dass sie eines Tages aus deinem Leben verschwinden.
Probleme mit dem Wendy-Syndrom

Was ist das Problem mit dem Wendy-Syndrom?

Vielleicht denkst du, dass doch eigentlich nichts falsch daran ist, dich um das Wohlbefinden deines Partners und deiner Kinder zu sorgen. Und das stimmt natürlich.

Aber nur solange du deine Gesundheit und dein eigenes Wohlbefinden nicht aus den Augen verlierst.

Falls du folgende Dinge bei dir wahrnimmst, sollten sie dir als Warnzeichen dienen:

  • Beziehungsprobleme. Innerhalb der Paarbeziehung gibt es Rollen, die jeder von euch spielt. Aber vielleicht kommst du an den Punkt, an dem du das Gefühl hast, dass dein Partner eher eine Last als eine Hilfe ist. Dann solltest du unbedingt innehalten und analysieren, was da vor sich geht. Als Paar solltet ihr jeweils gleichviel Verantwortung übernehmen. Das gilt für die Anzahl der Dinge, aber auch für die Schwierigkeit der jeweiligen Aufgaben.
  • Depressionen oder Angstzustände. Mit der Zeit fühlst du dich überfordert und ausgelaugt. Und das kann dazu führen, dass Depressionen und Angstzustände deinen Seelenfrieden stören. Dann denkst du, dass nichts, was du machst, genug ist. Und dass dennoch immer noch so viel zu tun ist.
  • Traurigkeit. Entgegen der Erwartungen macht es dich nicht glücklicher, alles für andere zu geben. Eine Mutter mit Wendy-Syndrom findet eigentlich immer, dass ihre Bemühungen nicht gewürdigt werden. Und am Ende fühlt sie sich leer und traurig.

Als Mutter und als Frau ist es wichtig, dass du auf eventuelle Anzeichen für das Wendy-Syndrom achtest. Denn eine gute Mutter zu sein bedeutet ja nicht, dass du dich als Person, als Frau und als Partnerin vernachlässigen musst oder sollst.