5 Merkmale einer Psychopathie bei Kindern

In diesem Artikel möchten wir uns mit frühen Warnsignalen einer Psychopathie bei Kindern befassen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Verhaltensweisen.
5 Merkmale einer Psychopathie bei Kindern

Letzte Aktualisierung: 07. Juli 2018

Die Folgen einer Psychopathie bei Kindern drücken sich vielfältig aus. Stark erkennbar sind dabei gestörte Beziehungen zu ihrer Umwelt. Der Umgang mit Kindern kann dann sehr schwer sein.

Eine Psychopathie bezeichnet zunächst ein bestimmtes Verhalten. Es geht aus einer Störung der Psyche oder der Persönlichkeit hervor.

Ein Psychopath ist geistig und körperlich voll entwickelt. Was ihm jedoch fehlt, ist die Fähigkeit, sich angemessen an die Umgebung anzupassen.

Das Wort “Psychopath” klingt schockierend. Wir denken dabei eher an Erwachsene als an Kinder. Doch Psychopathie bei Kindern kommt vor. Die meisten psychopathischen Erwachsenen haben schon als Kinder Anzeichen dafür gezeigt.

An dieser Stelle muss eines betont werden. Ein Psychopath entspricht nicht immer unserer Idee davon. Viele von uns denken dabei an Figuren wie wir sie aus Filmen kennen. Doch die Person muss weder verrückt noch gewalttätig oder kriminell sein.

Es kann sich einfach um jemanden handeln, der zum Beispiel unter einem extremen Mangel an Mitgefühl leidet.

Psychopathie bei Kindern wirkt sich nicht auf die geistigen Fähigkeiten aus. Jedoch beeinträchtigt sie die emotionalen Kompetenzen. 

5 Merkmale einer Psychopathie bei Kindern

Wie kannst du ein Kind mit psychopathischen Zügen erkennen? Kinder die darunter leiden, weisen häufig folgende Probleme auf:

  • Psychopathische Kinder sind sehr egoistisch. Das Teilen fällt ihnen unglaublich schwer und ihren Eltern gegenüber treten sie extrem fordernd auf.
  • Sie missachten häufig Anweisungen. Wenn sie folgen, dann zumeist nur weil gedroht wird. Und auch das hilft nicht immer.
  • Kinder mit psychopathischen Tendenzen zeigen kaum Gefühle. Und das obwohl Kinder in ihren Gefühlen oft noch sehr offen sind. Wenn Kinder nie sichtbare Reaktionen auf ihre Umwelt zeigen kann das ein Anzeichen für eine Störung der Persönlichkeit sein.
  • Sie können sich nicht in andere hineinversetzen. Die Gefühle von anderen sind für sie weder erkennbar noch verständlich. Darüber hinaus haben sie es allgemein schwer, Kontakt zu anderen zu pflegen.
  • Sie sind sehr unempfindlich. Reue oder Schuld sind ihnen unbekannt. Auch das Entschuldigen nach einem Fehlverhalten ist ihnen fremd. Ein solches kann sich in körperlicher oder verbaler Aggression ausdrücken.

Bei Jugendlichen sind starke rebellische Züge erkennbar. Damit geht eine Tendenz Regeln zu brechen einher. Beides sind starke Hinweise.

Auch die Einnahme schädlicher Stoffe gehört oft dazu. Das können Alkohol, Drogen und Tabak sein.

Doch hier muss genau hingeschaut werden. Dieses Verhalten kann, muss jedoch nicht auf psychopathische Züge hinweisen.

Psychopathie bei Kindern

Diagnose einer Psychopathie bei Kinder

Einige der genannten Merkmale können auf eine Psychopathie hindeuten. Doch psychopathische Züge zeigen sich über eine längere Zeit.

Erste Anzeichen zeigen sich schon mit 5 Jahren. Dann beginnt ein Kind seinen sozialen Kreis zu erweitern.

Bei einem gesunden Kind lassen diese Muster rasch nach. Der einfache Grund ist, dass es im Umgang mit anderen die Normen des sozialen Miteinanders lernt.

Laut Experten ist Bestrafung kein gutes Mittel, um das zu erreichen.

Psychopathen sind im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte. Doch was sie nicht können, ist sich an die Umwelt anzupassen.

Bei Kindern mit einer Psychopathie findet dieser Lern– und Anpassungsprozess nicht statt. Die Hauptursache liegt darin, dass sie keine Schuld oder Reue nach einem Fehlverhalten fühlen.

Ihre Aggressivität verhindert, dass sie den Schmerz einer anderen Person nachfühlen. So empfinden sie auch kein Mitgefühl, das sie ausdrücken könnten. Freunde und Familie machen da keine Ausnahme.

Erinnern wir uns: Gewalt muss nicht immer körperlich sein. Es gibt auch psychologische und verbale Gewalt.

Moderne Technik erlaubt es uns das Gehirn näher zu studieren. Beispielweise können Reaktionen des Gehirns auf Reize gemessen werden. Über die Computertomographie können wir also auch mehr über psychische Erkrankungen lernen.

Was sind die Ursachen einer Psychopathie bei Kindern?

Eine psychopathische Störung hat keine einzelne Ursache. Das gilt für fast alle psychischen Erkrankungen. Vielmehr gibt es eine Gruppe aus Faktoren. Wir haben folgende aufgelistet.

Es gibt 3 Arten von Ursachen:

  • Genetische Faktoren: Kinder, deren Eltern, Großeltern oder andere enge Verwandte schon psychopathische Züge haben, neigen selbst eher dazu. Das gilt auch für Zwillinge.
  • Biologische Faktoren: Ein Schaden oder eine Störung des Gehirn kann ebenfalls Ursache sein. Auch eine schwache Verbindung zwischen dem Mandelkern (verantwortlich dafür Gefühle zu regulieren) und dem Frontallappen kann ursächlich sein.
  • Psychologische Faktoren: Psychopathisches Verhalten kann darüber hinaus weitere Ursachen haben. Eine äußere Einwirkung durch Gewalt oder Missbrauch kann langfristig schädlich für die Entwicklung der Persönlichkeit sein.
Psychopathie bei Kindern

Rat zu einer Behandlung

Eine Therapie ist immer mühevoll. Vor allem dann, wenn Patienten keine offenen Gespräche eingehen. Und ein Therapeut ist zunächst einmal fremd. Das erschwert die Behandlung zusätzlich. Deshalb muss viel Zeit für eine Behandlung eingeplant werden.

Doch ein Aufenthalt kann auch funktionieren. Eine gute Einrichtung mit fähigen Teams ist einen Versuch wert. Dabei sollten die Teams aus Experten aus verschiedenen Fachrichtungen bestehen.

Letzteres ist sehr wichtig. Denn eine Person, die sich um einen Patienten kümmert, muss auch auf sich selbst achten. Und auch wir als Eltern müssen auf uns achten. Deshalb ist professionelle Hilfe fast immer eine gute Option.