Nierenkrebs in der Kindheit: Ursachen und Symptome

15 Februar, 2019
Nierenkrebs ist bei Kindern ein sehr seltenes Leiden, das bei 90% der Betroffenen bereits unter 5 Jahren auftritt. Mang geht deshalb davon aus, dass sich diese Krankheit bereits im Mutterbauch entwickelt. 

Nierenkrebs ist ein ernstes Thema, doch diese Krankheit kann bei den meisten betroffenen Kindern erfolgreich behandelt werden. Meist können sie danach ein ganz normales Leben führen.

Anschließend erfärhst du mehr über diese Krankheit. Auch wenn sie bei Kindern nur sehr selten auftritt, ist es gut, ausreichend informiert zu sein. 

Nierenkrebs in der Kindheit

Die häufigste Art dieser Erkrankung in der Kindheit wird als Wilms-Tumor oder Nephroblastom bezeichnet. Dieser Tumor geht von embryonalen Geweberesten in den Nieren aus, die normalerweise bis zur 36. Schwangerschaftswoche verschwinden.

Wenn sich die bösartigen Zellen an mehreren Stellen innerhalb derselben Niere entwickeln, spricht man von einem multifokalen oder multizentrischen Tumor.
Diese Krankheit betrifft beide Geschlechter im gleichen Ausmaß.
Nierenkrebs

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Mögliche Ursachen für Nierenkrebs im Kindesalter

Die genauen Ursachen sind nicht ausreichend erforscht. Doch häufig scheint es sich um genetische Störungen zu handeln. Die häufigsten Krankheiten, die hier eine Rolle spielen, sind:

  • WAGR-Syndrom, kognitive Beeinträchtigungen, Fehlbildungen des Urogenitalsystems und fehlende Regenbogenhaut
  • Denys-Drash-Syndrom (DDS) oder Genitalfehlbildungen und Nephropathie
  • Beckwith-Wiedemann-Syndrom (BWS) oder die Vergrößerung von Organen im Bauchraum, wie Bauchspeicheldrüse, Leber oder Nebenniere. Auch eine erheblich vergrößerte Zunge oder ein Nabelschnurbruch können die Folge sein.
  • Familiäre Vorgeschichte, das heißt, dass bereits andere Familienmitglieder daran leiden oder gelitten haben.
  • Harnwegsbeschwerden
  • Tuberöse Sklerose, die sich durch Fettzysten in den Nieren bemerkbar macht.
  • Medulläres Nierenzellkarzinom und Leiomyomatose

Häufig auftretende Symptome

Anfangs machen sich meist keine Symptome bemerkbar. Die meisten werden erst dann auf die Krankheit aufmerksam, wenn sie einen geschwollenen Bauchbereich beim Kind entdecken.

Typisch sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Brechreiz, Appetitmangel und Verstopfung. In manchen Fällen kann auch Blut im Harn vorhanden sein. Darüber hinaus kann das betroffene Kind an Bluthochdruck leiden.

Bei Nierenkrebs im Kindesalter kommt es häufig auch zu unregelmäßigen Fieberschüben, die ohne offensichtlichen Grund auftreten. Müdigkeiten, Schmerzen in der Brust und Gewichtsverlust sind ebenfalls mögliche Anzeichen für einen Nierentumor.

Wenn sich der Tumor in Richtung Leber oder Lungen ausbreitet, treten zusätzliche Symptome auf: Dazu gehören beispielsweise Bauchschmerzen, Husten, Atemwegsbeschwerden und blutiger Auswurf.

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Wie wird Nierenkrebs diagnostiziert?

Um diese Krankheit bei Kindern zu diagnostizieren, werden ausführliche körperliche Untersuchungen durchgeführt. Dabei werden auch die Familiengeschichte sowie Gesundheitsgewohnheiten berücksichtigt.

Auch eine komplette Blutzählung (CBC) und eine Harnanalyse sind erforderlich.

Dazu kommen Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren:

  • Mit einer Ultraschalluntersuchung wird der Bauchbereich untersucht, um den Tumor zu lokalisieren, die Größe und andere Charakteristika festzustellen. Diese Untersuchung ist schmerz- und strahlenfrei.
  • Wenn allerdings das Ergebnis Zweifel offen lässt, ist eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie notwendig. Damit werden Bauchraum, Becken und Thorax untersucht.
  • Darüber hinaus werden Röntgenbilder des Thorax gemacht. 

Mit diesen Methoden kann man feststellen, ob Metastasen vorhanden sind. 

Nierenkrebs

Falls notwendig wird auch eine Biopsie gemacht, indem mit einer Nadel Zellen oder Gewebe entommen werden, um diese mikroskopisch zu untersuchen.

Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ausbreitung des Tumors und der Art werden unterschiedliche Behandlungen eingeleitet:

  1. Innerliche oder äußerliche Strahlentherapie, um bösartige Zellen zu vernichten und die Ausbreitung zu verhindern.
  2. Wenn nur eine Niere von der Krankheit betroffen ist, wird meist Chemotherapie mit intravenösen Arzneimitteln angewendet. Dies erfolgt vor und nach dem chirurgischen Eingriff, bei dem das betroffene Gewebe entfernt wird.
  3. Es werden auch stimulierende Substanzen verwendet, um das Immunsystem zu stärken, damit dieses besser gegen den Krebs ankämpfen kann. Dies wird als biologische Therapie bezeichnet.
  4. Eine weitere Möglichkeit ist hochdosierte Chemotherapie, um Stammzellen zu retten. Damit können die Blutzellen nach Beendigung der Chemotherapie restauriert werden.
  5. Eine gezielte Therapie ermöglicht es, nur die bösartigen Zellen zu eliminieren, ohne die gesunden Zellen zu schädigen.

Verschiedene Behandlungen können ernste Nebenwirkungen haben. Dazu gehören beispielsweise Nieren- oder Herzbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Lern- und Denkstörungen oder neue Krebsarten. 

Wenn du erkennst, dass dein Kind spezifische Symptome aufweist, die auf einen Nierenkrebs hinweisen könnten, solltest du es unbedingt ärztlich untersuchen lassen! Sollte tatsächlich ein Tumor vorliegen, lasse dich gut und ausführlich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren! 

  • American Academy of Family Physicians. Recognition of Common Childhood Malignancies. Am Fam Physician; 61:2144-54. The Alliance for Radiation Safety in Pediatric Imaging’s “Image Gently” Campaign
  • MedlinePlus. «Tumore de Wilms». Enciclopedia médica en español
  • Rojas, V. & Pérez, Y. L. Cáncer Infantil: una visión panorámica. Revista PsicologiaCientifica.com, 13(19)