So kannst du deinen Kindern beim Lesenlernen helfen

21. August 2019
Natürlich können Eltern ihren Kindern beim Lesenlernen helfen. Und es ist gar nicht kompliziert: Denn du musst nur ein paar einfache und im Grunde ganz logische Grundregeln befolgen. Hier erfährst du, wie du es am besten machst!

Gehörst auch du zu den Eltern, deren Kindern gerade dabei sind, das Lesen zu lernen? Dann ist es ganz normal, dass du dir Gedanken und vielleicht auch Sorgen über die Fortschritte und die Entwicklung deines Kleinen beim Lesenlernen machst. Denn diese Fertigkeit gehört schließlich zu einer der bedeutendsten, die man im Laufe des Lebens erwirbt.

Daher wollen wir dir hier ein paar Ratschläge für diese wichtige Phase im Leben deiner Kinder geben. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Methode das Kind beim Lesenlernen vorgeht. Denn diese Tipps sind allgemein gültig. Und du wirst sehen: Sie sind wirklich sehr nützlich!

Den Kindern beim Lesenlernen helfen: So oft wie möglich gemeinsam mit ihnen lesen

Wenn du deinem Kind beim Lesenlernen helfen möchtest, ist als Erstes Folgendes wichtig: Du als Mutter oder Vater solltest es zur Gewohnheit werden lassen, dass du und dein Kind entweder morgens oder abends gemeinsam ein Buch lest. Dabei kannst du zunächst mit Vorlesen beginnen. Doch auch hier solltest du schon dein Kleines miteinbeziehen, indem dieses seinen Finger über den Text bewegt.

Denn auf diese Weise fühlt sich das Kind, das natürlich noch nicht in der Lage ist, mit der gleichen Geschwindigkeit zu lesen wie du, als Teil dieser Aktivität. Und es wird so auch die Buchstaben leichter identifizieren können.

Auch ganz wichtig: Natürlich solltest du Spaß beim Lesen haben. Und dieses Vergnügen auch deinem Kind vermitteln und mit ihm teilen. Auch ist es gut, eine Zeit für das gemeinsame Lesen mit der Familie zu reservieren. Eine Zeit, in der ihr euch alle gemeinsam und jeder mit seinem eigenen Buch zusammensetzt und lest.

Dabei reicht manchmal schon eine halbe Stunde pro Tag. Hauptsache, es wird gelesen! Denn nur so kannst du es schaffen, dass das Lesen auch deinem Kind zur lieben Gewohnheit wird. Und tatsächlich ist dieser so einfache Tipp besser als viele andere Aktivitäten, die speziell auf die Förderung vom Lesenlernen und Lesen ausgerichtet sind.

Mutter hilft Tochter beim Lesenlernen

Das Lesematerial muss für das Kind interessant sein

Dein Kind hat ein Lieblingsthema? Dann versuche, Bücher zu finden, die sich um dieses Thema drehen. Denn so lernt es mit mehr Motivation die neuen Wörter. Also halte die Augen offen nach Lektüre, die die Interessen deines Kleinen behandelt und nutze diesen Umstand, um es für die Bücher und für das Lesenlernen zu interessieren.

Lass dein Kind sein eigenes Buch wählen

Dazu passend ist auch der folgende Ratschlag: Du solltest dafür sorgen, dass dein Kind auch eigenständig die Bücher wählt, die es lesen möchte. Denn wenn es eine gewisse Entscheidungsbefugnis hat, kann es bestimmen, wie es seinen Lernprozess gestaltet. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass es sich mehr in den Prozess vom Lesenlernen einbringt.

Du kannst also mit deinen Kinder in Büchereien oder Buchhandlungen gehen und sie dazu ermutigen, selbst Bücher zu entdecken, die sie interessieren. Das kann ein wirklich schönes Erlebnis sein!

Die Kinder selbst entscheiden lassen, was sie lesen wollen. Sie in die Lage versetzen, selbst auswählen zu können.

Die Fortschritte beim Lesenlernen beobachten

In dem Maße, in dem Kinder ihre Lesefähigkeiten entwickeln, solltest du als Elternteil nach und nach den Schwierigkeitsgrad des Lesematerials erhöhen. Also kannst du von Büchern, bei denen nur ein Wort pro Seite steht, zu etwas komplexeren übergehen und so neue Lektüren mit immer längeren Sätzen vorschlagen. Bis hin zu solchen, die sogar kleine Texte mit Absätzen beinhalten.

Du bist dir nicht sicher, ob ein Buch dem Stand deines Kindes entspricht? Dann kannst du es damit versuchen: Du zählst einfach, wie viele für dein Kind unbekannte Wörter pro Seite zu finden sind. Oder du kannst auch den umgekehrten Ansatz wählen und überprüfen, wie viele so genannte Sichtwörter oder Hochfrequenz-Wörter vorhanden sind.

Ein Lesetipp: 5 Bücher, die dein Kind vor dem 6. Lebensjahr lesen sollte

Sprecht über das, was auf der Seite zu sehen ist

Eine weiterer einfacher und wirksamer Tipp, wie du deinem Kind beim Lesenlernen helfen kannst, ist dieser hier. Denn ihr könnt die Bücher ja nicht nur lesen. Sondern ihr könnt sie auch zum Anlass nehmen, ein Gespräch über ein bestimmtes Thema zu führen. Also sprich nach dem Lesen mit deinem Kind eine Weile darüber, was ihr gelesen habt. Oder bring zu einem anderen Zeitpunkt das Thema zur Sprache, über das ihr vielleicht am Vortag gelesen habt.

Darüber hinaus kannst du dazu beitragen, das Vokabular deines Kindes zu erweitern, indem du ihm beibringst, Wörter zu lesen, die zwar dargestellt, aber nicht geschrieben sind.

Du kannst beispielsweise ein spezielles Tagebuch mit deinem Kind führen. Und in dieses schreibst du die neuen Wörter, die in der Lektüre nur auf  Bildern oder Zeichnungen erscheinen und nicht geschrieben sind. So kann sie sich das Kind leichter merken, weil es sie nicht nur durch die Geschichte kennt, sondern auch visualisieren kann.

Du solltest Vergleiche mit Anderen vermeiden

Dieser Tipp gilt natürlich nicht nur für das Lesenlernen. Denn jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo, sei es das Lesen oder eine andere Fertigkeit. Das Lesen ist eine ganz persönliche und individuelle Erfahrung. Dabei beginnt das Kind, die Dinge für sich selbst zu verstehen. In dem Maße, in dem es Fortschritte beim Lesenlernen macht, lernt es auch immer mehr darüber, wie eine Erzählung funktioniert.

Daher hilft der Vergleich mit Anderen überhaupt nicht. Vielmehr sind solche Vergleiche ganz unnötig und tragen nichts Positives bei. Jedes Kind hat seinen eigenen Lernrhythmus. Und es ist notwendig, diesen zu respektieren und sich bewusst zu sein, dass es der richtige für dein Kind ist.

Kinder beim Lesenlernen

Übe beim Lesenlernen keinen Druck auf dein Kind aus

Ein Kind zum Lesen zu zwingen, wenn es nicht dazu bereit ist, kann zu negativen Reaktionen führen und mehr Schaden als Nutzen anrichten. Wenn du Druck ausübst, sinkt die Motivation eigentlich automatisch. Ein unmotiviertes Kind wird die geforderte Tätigkeit vielleicht ausführen, aber es wird kein Vergnügen dabei haben. Und auch keinen Nutzen daraus ziehen. Ganz zu schweigen davon, dass es mehr davon wollen würde!

Wusstest du schon? Mein Kind möchte nicht lernen: Was kann ich tun?

Sprich auch mit den Lehrkräften deines Kindes

Wenn du merkst, dass dein Kind nicht gerne liest und Probleme bei der Dekodierung oder dem visuellen Erfassen von Wörtern als Ganzes hat, dann bedenke dies: Vielleicht ist dieser Umstand auf eine spezifische Lernschwierigkeit deines Kindes zurückzuführen.

Daher solltest du angesichts einer solchen Situation am besten zuerst mit den Lehrkräften deine Kindes sprechen. Denn diese wissen eher, wo das Problem liegen könnte. Sie verfügen über die spezielle Ausbildung und können die Lage professionell einschätzen. Falls nötig, können sie auch eine Untersuchung durch eine andere Fachkraft empfehlen.

Kurz gesagt: Eltern, die ihren Kindern beim Lesenlernen helfen wollten, sollten vor allem gemeinsam mit dem Kind lesen. Aber auch allein! Und sie sollten versuchen, das Lesen als Aktivität in den Familienalltag zu integrieren. Ebenso sollten sie das Kind ermutigen, seine eigene Lektüre zu wählen und es auf keinen Fall unter Druck setzen.

Indem du diese einfachen Tipps befolgst, wirst du deinem Kind ganz wesentlich beim Erwerb dieser für das Leben so wichtigen und grundlegenden Fähigkeit helfen.

  • B. Bettelheim, K. Zelan,& J. Beltrán (1989). Aprender a leer. Crítica.
  • A.M.J. Herrera (2018). ¿De qué sirve leer y escribir? Transversalizar la lectura y escritura en la escuela para apostarle a la imaginación ya la creación. Análisis.