Die Interaktionen zwischen Schülern im schulischen Umfeld

20 Februar, 2020
Kinder verbringen viel Zeit in der Schule. Daher ist es wichtig, dass die Lehrer sicherstellen, dass die Interaktionen zwischen den Schülern im schulischen Umfeld gesund und respektvoll sind.

Der Aufbau sozialer Beziehungen zu Gleichaltrigen in der Kindheit und Jugend ist von entscheidender Bedeutung für eine optimale und ausgewogene Entwicklung von Kindern. Daher ist es sehr wichtig, dass auch die Schulen gesunde und respektvolle Interaktionen zwischen den Schülern fördern. Dadurch werden die sozialen, kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten der Schüler maßgeblich verbessert.

Anders ausgedrückt bedeutet das, dass Schulen und Bildungseinrichtungen ein Umfeld schaffen müssen, in dem die Zusammenarbeit und die Kooperation von Schülern ermöglicht und gefördert wird.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, werden die Interaktionen zwischen den Schülern zu einer aktiven Ressource im Bildungs- und Erziehungsprozess. Dadurch wachsen die Kinder in einem diversen Umfeld auf, in welchem die folgenden Werte gefördert werden:

  • Akzeptanz
  • Respekt
  • Inklusion
  • Gleichberechtigung

“Unterschiede sind die Essenz der Menschlichkeit. Unterschiede entstehen bei der Geburt und sollten daher niemals Ursache für Hass oder Konflikte sein. Die Antwort auf Unterschiede ist, diese zu respektieren. Darin liegt das grundlegendste Prinzip des Friedens: Respekt vor der Vielfalt und Verschiedenheit.”

– John Hume –

Soziale Interaktionen zwischen Schülern im schulischen Umfeld

Nach Lewin Johnson gibt es drei verschiedene Strukturen, die die Beziehungen, die zwischen den schulischen Zielen und dem Einfluss der Mitschüler auf deren Erreichung bestehen, beeinflussen:

Interaktionen - ethnische Vielfalt

  • Individuelles Lernen. Die Ziele sind individuell. Daher werden die persönlichen Ziele eines Schülers nicht durch die Leistungen seiner Mitschüler beeinflusst. In diesen Fällen wird jeder Schüler ausschließlich für ihre oder seine eigenen Leistungen beurteilt und belohnt. Die Ergebnisse, die andere Schüler erzielen, haben keinen Einfluss auf die Noten und den Erfolg des einzelnen Schülers.
  • Wettbewerbsorientiertes Lernen. Da in dieser Struktur alle Schüler die gleichen Ziele anstreben, hängt der individuelle Erfolg eines Schülers davon ab, dass die Mitschüler diese Ziele nicht erreichen. Anders ausgedrückt, der Lernprozess ist exklusiv. Während ein Schüler die maximale Bewertung erhält, erzielen all seine Klassenkameraden schlechtere Noten.
  • Kooperatives Lernen. In dieser Struktur setzen die Schulen kollektive Ziele fest, die alle Schüler erreichen können. Dadurch kann die gesamte Gruppe profitieren und wird für die erbrachten Leistungen bewertet und benotet.

Wenn wir diese drei Strukturen betrachten, dann wird offensichtlich, dass die kooperative Lernstruktur am besten dafür geeignet ist, Interaktionen zwischen Schülern zu fördern und zu verbessern.

Darüber hinaus bedeutet dies, dass wir uns im Bildungsumfeld von den traditionellen individualistischen und wettbewerbsorientierten Lehr- und Lernansätzen entfernen sollten. Daher müssen Lehrer und Lehrbeauftragte ihren Unterricht so organisieren und gestalten, dass die Lehrer und Schüler gleichermaßen am Unterrichten beteiligt sind.

“Kooperation ist die feste Überzeugung davon, dass niemand ans Ziel gelangen kann, wenn nicht alle das Ziel erreichen.”

– Virginia Burden –

Die Bildung heterogener Gruppen

Kollaborative Interaktionen zwischen Studenten führen zu Verbesserungen bezüglich folgender Aspekte:

Um die gewünschten Effekte zu erzielen, sollten die Gruppen nach folgenden Kriterien gebildet werden:

  • Kleine Gruppengröße: Jede Gruppe sollte aus nicht mehr als drei bis fünf Schülern bestehen.
  • Heterogene Gruppenzusammensetzung: Jede Gruppe sollte aus Schülern mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken, Bedürfnissen und Motivationen bestehen.
Interaktionen - Inklusion in der Schule

Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass es bei der Bildung dieser diversen Gruppen unbedingt erforderlich ist, auch Jungen und Mädchen gleichermaßen in den Gruppen zu verteilen. Darüber hinaus müssen die Pädagogen auf mögliche Inkompatibilitäten achten, die zwischen den Mitschülern bestehen.

Wenn die Lehrer all diese Überlegungen angestellt haben, können sie die Schüler anschließend in drei Untergruppen aufteilen:

  1. Die Schüler, die besser dazu in der Lage sind, anderen zu helfen.
  2. Diejenigen, die mehr Hilfe benötigen, um die schulischen Aufgaben zu bewältigen.
  3. In der dritten Gruppe befinden sich die restlichen Schüler der Klasse.

Bei der Bildung kollaborativer Lerngruppen sollten die Leher mindestens einen Schüler aus jeder dieser Untergruppen in die Arbeitsgruppen verteilen.

Das wollen wir kurz an einem Beispiel erklären. Nehmen wir an, ein Lehrer möchte Gruppen aus jeweils vier Schülern bilden. Idealerweise würde er dann einen Schüler wählen, der seinen Mitschülern gut helfen kann und einen weiteren, der mehr Hilfe benötigt. Die restlichen beiden Schüler wären Schüler aus der dritten Gruppe, also jene, mit durchschnittlicher schulischer Leistungsfähigkeit.

Interaktionen in heterogenen Gruppen sind für alle Schüler vorteilhaft

Dadurch wird gewährleistet, dass sich alle Schüler neues Wissen und Fähigkeiten aneignen können. Darüber hinaus erlernen sie, soziale Kontakte zu knüpfen und mit verschiedenen Menschen zu interagieren, auch mit denen, die anders als sie selber sind.

“Inklusion bedeutet nicht nur physische Nähe. Hierbei geht es darum, den Erfolg aller Schüler bewusst zu planen.”

– Daniel Comin –

  • De la Corte, C. M. (2017). Relación entre iguales, personalidad y problemas de ajuste en escolares de primaria de Huelva (Tesis doctoral). Huelva: Universidad de Huelva.
  • García-Fernández, J. A. (1993). Interacción entre iguales en entornos de integración escolar: un ensayo de desarrollo profesional con profesores de educación infantil y de EGB (Tesis doctoral). Madrid: Universidad Complutense de Madrid.