Mobbing: 3 Strategien, damit es nicht soweit kommt

5. November 2019
Um zu vermeiden, dass es überhaupt zu Mobbing an der Schule kommt, gibt es verschiedene Strategien. Unter anderem ist es sehr wichtig, im Klassenzimmer mit bestimmten Elementen aus dem gruppendynamischen Training zu arbeiten. In unserem folgenden Artikel werden wir dir drei davon ausführlicher vorstellen.

Schüler und Schülerinnen verbringen den größten Teil ihres Schultages im normalen Klassenzimmer. Daher ist es wichtig, bei der Prävention gegen Mobbing auch in diesem räumlichen Kontext zu arbeiten. In diesem Artikel stellen wir dir drei Strategien vor, damit es gar nicht erst zu Mobbing in der Schule kommt. Dabei geht es um Elemente aus dem gruppendynamischen Training.

Ein anderer Begriff, der auch häufig für Mobbing gebraucht wird, ist übrigens das so genannte Bullying. Gerade im deutschen Sprachgebrauch verwendet man beide Begriffe meist synonym. Auch wenn es, genau genommen, ein paar Unterschiede gibt.

Die Arbeit zur Bekämpfung von Mobbing bzw. Bullying in der Schule ist von großer Bedeutung. Denn nur so kann man eine tatsächlich integrative Schule erreichen. Ziel einer solchen integrativen Schule ist, dass alle Schülertypen gleichermaßen sowohl ihre sozialen Fähigkeiten als auch ihre Lernfähigkeiten erfolgreich entwickeln können.

Warum sind vorbeugende Strategien gegen Mobbing so wichtig?

Mobbing ist ein nicht zu unterschätzendes Problem und das gilt gar nicht nur für Schulen. Doch die Schule hat eine ganz wesentliche Rolle beim Umgang damit und sie kann auch zur Lösung beitragen. Denn sie kann sowohl bei der Intervention als auch bei der Prävention relevant sein.

Daher ist es notwendig, dass von Seiten der Schule bestimmte Strategien entwickelt und durchgeführt werden. Diese müssen darauf abzielen, die Zahl der Fälle von Mobbing zu verringern, oder zu erreichen, dass es gar nicht mehr dazu kommt. Denn Prävention ist der erste Schritt zur Beseitigung dieses gesellschaftlichen und schulischen Problems.

Im Folgenden findest du ausführlichere Informationen zu den möglichen Strategien, die man an Schulen einsetzen kann. Dabei kommen, wie bereits erwähnt, auch Elemente aus dem gruppendynamischen Training zum Einsatz. Diese haben sich als vorbeugende Maßnahmen gegen Mobbing als sehr hilfreich erwiesen.

3 Strategien, damit es gar nicht erst zum Mobbing kommt

Sich auf die Regeln des Miteinanders einigen

In der Schule ist es wichtig, die grundlegenden Regeln des Zusammenlebens einzuhalten. Aber oft wissen die Schüler und Schülerinnen selbst nicht so genau, welche Regeln das eigentlich sind.

Mit dieser Gruppenarbeit ist es für die SchülerInnen einfacher, die Regeln zu verstehen, zu akzeptieren und auch zu verteidigen. Denn sie haben selbst die Möglichkeit, sich aktiv an der Ausarbeitung und Formulierung zu beteiligen und ebenso an der Überwachung ihrer Befolgung. Also stellen die Ziele dieser Aktivität folgende Punkte dar:

  • Zunächst kommt es dadurch zur Förderung des Zusammenhalts der Gruppen.
  • Auch dient diese Maßnahme dazu, ein gutes Klima für das Miteinander an der Schule zu schaffen.
  • Außerdem kommt es zum Nachdenken über das Verhalten allgemein in der Schule.
  • Und man erreicht, dass sowohl die Gruppe als auch die einzelnen SchülerInnen sich um die Erfüllung der Regeln bemühen.
Kind mit Schriftzug "Stop Bullying" auf den Händen

Wie können die Lehrkräfte diese Maßnahme umsetzen?

Um diese Strategie zur Vorbeugung von Mobbing bzw. Bullying umzusetzen, ist es notwendig, dass die Lehrkräfte folgende Schritten befolgen:

  1. Zunächst sollte der Lehrer oder die Lehrerin auf die Technik des Brainstormings zurückgreifen. Denn auf diese Weise ermöglicht die Lehrkraft, dass die Kinder selber die Regeln benennen, die das ganze Schuljahr über gelten werden.
  2. Außerdem sollten alle Ideen, die in der Klasse aufkommen, an die Tafel geschrieben werden.
  3. Anschließend gibt die Lehrkraft allen SchülerInnen ein leeres Blatt Papier. Darauf sollen die Kinder jeweils die drei Regeln für das Zusammenleben aufschreiben, die ihnen am besten erscheinen.
  4. Dann zählt man die Stimmen aus und man wählt die 10 am häufigsten gewählten Regeln für das Miteinander.
  5. Zum Schluss werden die Regeln auf ein großes Stück Karton oder Pappe geschrieben und an einem gut sichtbaren Platz im Klassenzimmer aufgehängt.

Übung zum Kennenlernen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden

Oft bilden sich innerhalb der Klassengemeinschaft kleine Freundschaftsgruppen. So entsteht zwar eine große Verbindung und Nähe zwischen den Schülern und Schülerinnen, die Teil dieser Gruppe sind. Aber sie wissen wenig über den Rest ihrer Klassenkameraden.

Daher ist das Ziel der folgenden Aktivität, dass sich alle SchülerInnen der Klasse besser kennenlernen. Denn das fördert den Zusammenhalt der Klasse sowie die Gruppenidentität. In diesem Sinne lassen sich folgende Ziele dieser Übung benennen:

  • Die SchülerInnen der Klasse sollen sich so besser untereinander kennenlernen.
  • Auch soll auf diese Art die Arbeit in der Gruppe gefördert werden und ebenso der Zusammenhalt der Gruppe.
  • Außerdem sollen sich die Kinder bewusst werden, welche Bedeutung sowohl die eigenen Gefühle als auch die Emotionen der anderen haben.
  • Ebenso ist das Ziel, eine Sensibilisierung für Vielfalt und Verschiedenartigkeit zu erreichen.

Wie kann man bei dieser Maßnahme vorgehen?

Dazu können die Lehrkräfte Aufgaben in folgender Reihenfolge durchführen:

  1. Zunächst erhalten alle SchülerInnen je ein Blatt Papier. Darauf sollen sie eine Reihe von Fragen zu ihren persönlichen Vorlieben beantworten.
  2. Dann teilt der Lehrer oder die Lehrerin die Klasse in kleine Gruppen auf. Im geschützten Raum dieser Kleingruppen sollen die Kinder nun ihre Antworten miteinander teilen und vergleichen.
  3. Als Nächstes bekommt jede Gruppe einen Karton oder eine große Pappe und darauf schreiben die SchülerInnen nun in eine Spalte alle Vorlieben, die sie miteinander teilen. In einer anderen Spalte notieren sie die unterschiedlichen Vorlieben, die es in der Gruppe gibt.
  4. Schließlich sammelt der Lehrer oder die Lehrerin diese Kartons ein und liest sie dann laut vor, ohne den Namen der Gruppe zu nennen. Dann sollen die SchülerInnen erraten, um welche Gruppe es sich jeweils handelt.

Erklären, was Mobbing genau ist und wie man es erkennen kann

Heutzutage hören die Schüler und Schülerinnen oft das Wort Mobbing. Denn es kommt regelmäßig in den Medien vor. Sowohl Erwachsene als auch Gleichaltrige nehmen es häufig in den Mund und obwohl sie ungefähr wissen, um was es sich dabei handelt: Meist ist es ihnen doch nicht ganz klar, was man genau unter dem Begriff versteht.

Mobbing in der Schule

Daher dient diese Strategie dazu, Mobbing zum einen zu erkennen und zum anderen auch zu verstehen. Denn bevor man einem Problem vorbeugen kann, muss klar sein, um was es sich überhaupt handelt. Also sollte klar definiert werden, was Mobbing ausmacht. Die Ziele sind dabei:

  • Den Schülern und Schülerinnen grundlegende Informationen zum Begriff Mobbing zu vermitteln.
  • Außerdem will man erreichen, dass die Kinder in der Lage sind, Situationen von Mobbing zu erkennen.
  • Und die Zusammenarbeit innerhalb des Klassenverbands soll so gefördert werden.

Wie geht der Lehrer oder die Lehrerin dafür vor?

Um diese Aktivität richtig umzusetzen, sollten die Lehrkräfte die folgenden Richtlinien befolgen:

  1. Zum einen schlägt man der Klasse vor, sich in kleinen Gruppen zusammen zu tun und dann über eine mögliche Definition von Mobbing nachzudenken.
  2. Im Anschluss liest man alle Definitionen laut vor und schreibt diese an die Tafel.
  3. Nun versucht man, sich auf Grundlage der zusammengetragenen Ideen gemeinsam auf eine Definition zu einigen.
  4. Falls notwendig, kann der Lehrer oder die Lehrerin die von der Klasse gefundene Definition des Begriffs noch vervollständigen.
  5. Nun schreibt man die gefundene Definition von Mobbing auf einen Karton und hängt diesen neben die oben bereits erwähnten gemeinsam festgelegten Regeln für ein Miteinander im Klassenzimmer auf.
  6. Abschließend bekommen alle SchülerInnen eine Karteikarte. Darauf finden sich Beschreibungen von verschiedenen Situationen. Anhand dieser Beispiele sollen die Kinder dann erkennen, ob es sich dabei um Mobbing handelt oder nicht. Auf diese Weise können die Lehrkräfte überprüfen, ob alle in der Klasse verstanden haben, was Mobbing genau ist und ob sie Situationen erkennen können, in denen es zu Mobbing kommt.
  • Beane, A. L. (2006). Aulas libres de acoso. Barcelona: Editorial Grao de Irif, SL.
  • Gorbeña, L. (2011). Programas y estrategias para la convivencia escolar. Leioa: Ayuntamiento de Leioa.
  • Ortega, R. y Mora-Merchán, J. (1998). La Convivencia Escolar: qué es y cómo abordarla. Programa Educativo de Prevención de Maltrato entre compañeros y compañeras. Junta de Andalucía: Consejería de Educación y Ciencia.