Der Reflex der Sprungbereitschaft bei Babys

· 16. Juli 2018
In diesem Beitrag wollen wir dir erklären, wie sich die Entwicklung des Reflexes der Sprungbereitschaft bei Babys vollzieht.

Reflexe bei Babys sind körperliche Reaktionen auf bestimmte Reize. Die sogenannte Sprungbereitschaft ist eine Körperhaltung, die das Baby in bestimmten Situation einnimmt. Reflexe sind grundlegende Eigenschaften eines sich entwickelnden Nervensystems. 

Diese Reaktionen von Babys tauchen in den ersten Monaten ihres Lebens auf. Sie verschwinden wieder, wenn das Gehirn ausgereift ist.

Die bekanntesten Reflexe von Babys sind der Saugreflex, der Schreireflex und der weniger bekannte aber ebenso wichtige Reflex der Sprungbereitschaft.

Was bedeutet Sprungbereitschaft?

Der Reflex zur Sprungbereitschaft ist eine Schutzreaktion. Sie stellt sich üblicherweise mit ca. 5 Monaten ein. 

Dieser Reflex zeigt sich, wenn man das Baby unter den Achseln in waagrechter Position hält und dann recht plötzlich absenkt. Ungefähr so, wie wenn es auf eine Oberfläche geworfen würde.

Die Reaktion besteht darin, dass das Baby seine Arme ausbreitet um den theoretischen Fall abzufangen. Dieser Reflex hält ein Leben lang an. 

Warum haben Babys diesen Reflex?

Die Sprungbereitschaft gehört zu den primitiven Reflexen. Sie werden vom zentralen Nervensystem gesteuert und dienen somit dazu, das Überleben in den ersten Lebensjahren zu sichern.

Die primitiven Reflexe beginnen schon im Mutterleib und entwickeln sich dann je nach Alter des Kindes weiter. Sie werden von äußeren Reizen der Umgebung ausgelöst.

Es sind sozusagen unfreiwillige Bewegungen, die sich mit der Zeit verlieren.

Sprungbereitschaft

So wird die Sprungbereitschaft getestet:

Dein Kinderarzt kann monatlich testen, wie weit die Reflexe deines Kindes entwickelt sind.

Aber auch du kannst erkennen, ob dein Baby den Reflex der Sprungbereitschaft schon zeigt.

  • Leg dein Kind auf eine Fläche wo seine Füße und sein Körper bequem liegen können. Beobachte die unmittelbare gestreckte Haltung und die leichte äußere Rotation der Beine. Das ist ab dem 5. Monat leicht zu erkennen.
  • Um die seitliche Sprungbereitschaft zu erkennen, kannst du dein Kind so hinsetzen, dass seine Beine herab hängen. Dann stupst du es sanft auf der einen Seite an und beobachtest die Reaktion. Es wird schnell seinen Arm ausstrecken um zu vermeiden, dass es fällt. Diesen Reflex haben Babys mit ungefähr einem halben Jahr.
  • Eine Reaktion nach vorne ist zu sehen, wenn das Kind leicht nach vorne geschubst wird. Dann zieht es die Arme vor den Körper um sich wiederum abzustützen. Diesen Grad der Sprungbereitschaft kannst du meist zwischen dem 7. und 8. Monat beobachten.
  • Auch nach hinten greift dieser Reflex. Dann streckt das Baby ebenfalls Arme und Hände aus. Außerdem neigt es dann die Schultern nach hinten.

Es ist gut, die Entwicklung dieser Reflexe regelmäßig zu prüfen. So kannst du einschätzen, was dein Baby kann und in welchem Stadium seine motorischen Fähigkeiten und sein Nervensystem sind.

Der beste Weg, um die Entwicklung der Reflexe deines Babys zu überprüfen, sind monatliche Untersuchungen beim Kinderarzt. 

Fehlende Reflexe bei Kindern

Das Fehlen verschiedener Reflexe bei Babys kann mehrere Ursachen haben. Zum einen kann es die Folge einer neurologischen Verletzung sein. Zum anderen kann der Grund in einer Schwäche des Bewegungsapparates liegen.

Dieses Krankheitsbild weist folgende Anzeichen auf:

  • Kinder, die immer liegen und nicht aufrecht sitzen können.
  • Eine verringerte Festigkeit der Muskulatur, die sich in mangelnder Koordination zeigt. Infolgedessen fällt das Baby zum Beispiel oft hin.
  • Das Kind hat Schwierigkeiten mit den Augen etwas zu fokussieren, beispielsweise beim Fernsehen. Eine Komplikation dessen kann dann eine Lernschwäche sein. Diese zeigt sich oftmals wenn das Kind in die Schule kommt.
  • Es fällt dem Kind schwer auf die Toilette zu gehen.
  • Die Arbeit mit den Händen oder das Essen fällt schwer. Feinmotorische Fähigkeiten sind im Allgemeinen wenig ausgeprägt.
  • Die Babys sind sehr nervös, haben Angst oder hängen sehr an den Eltern.
Sprungbereitschaft

Die regelmäßige Prüfung der Entwicklung deines Kindes ist sehr wichtig. Je früher du und der Arzt Entwicklungsstörungen feststellen, desto eher kann gegengesteuert werden. Dazu gibt es spezielle Therapien, die dazu dienen, die Reflexe oder jeweiligen Fähigkeiten zu fördern.

Eine ganz hervorragende Alternative können auch Spiele sein. Hierbei simuliert man Bewegungen die auf die Ausprägung dieser Reize abzielen.

Dass ein Baby reflexartiges Verhalten zeigt, garantiert, dass sich das Nervensystem und auch seine Bewegungen richtig entwickeln.

Sich genau anzuschauen ob und wann diese Reflexe da sind, und sie gegebenenfalls zu unterstützen, dient der Gesundheit und Entwicklung deines Kindes.