Polyzystisches Ovarialsyndrom und Schwangerschaft

30 Januar, 2019
Wir sprechen heute von einer häufigen Stoffwechselstörung, die bei Frauen bereits in jungem Alter auftreten kann, manchmal sogar schon in der Adoleszenz. Oft wird das polyzystische Ovarialsyndrom jedoch erst dann diagnostiziert, wenn eine Frau Probleme hat, schwanger zu werden.
 

Wir sprechen heute von einer häufigen Stoffwechselstörung, die bei Frauen bereits in jungem Alter auftreten kann, manchmal sogar schon in der Adoleszenz. Oft wird das polyzystische Ovarialsyndrom jedoch erst dann diagnostiziert, wenn eine Frau Probleme hat, schwanger zu werden.

Dann werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt und die Diagnose lautet sehr oft: polyzystisches Ovarialsyndrom. Denn diese Krankheit betrifft sehr viele Frauen im gebärfähigen Alter. Es handelt sich um eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. 

Ursachen für das polyzystische Ovarialsyndrom

Die Ursachen für das Syndrom polyzystischer Ovarien, kurz auch PCO-Syndrom oder PCOS (aus dem Englischen “Polycystic ovary syndrome”), sind noch nicht zur Gänze geklärt.

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass sich eine erhöhte Insulinproduktion negativ auswirken und diese Krankheit auslösen könnte.

Dadurch könnte die Freisetzung von Androgenen erhöht werden. Dabei handelt es sich um Sexualhormone mit virilisierender Wirkung, die jedoch auch von den Eierstöcken produziert werden.

Man geht also davon aus, dass in der Folge einer übermäßigen Produktion von Androgenen ein polyzystisches Ovarialsyndrom entstehen kann.

polyzystisches Ovarialsyndrom
 

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Polyzystische Ovarien verursachen einen unregelmäßigen Menstruationszyklus. In manchen Monaten kommt es zu sehr starken Blutungen, in anderen bleibt die Periode aus (sekundäre Amenhorroe).

Empfängnisbereite Frauen mit polyzystischen Ovarien haben auch nicht jeden Monat einen Eisprung.

Das bedeutet, dass die Eierstöcke nicht immer eine unbefruchtete Eizelle freigeben, die dann vom Eileiter aufgenommen wird, um durch ein Spermium befruchtet zu werden.

Deshalb handelt es sich um eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit. Bei einem polyzystischen Ovarialsyndrom ist die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sehr gering.

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Welche Folgen hat das polyzystische Ovarialsyndrom für Frauen?

Die häufigsten Folgen dieses Syndroms sind:

  • Haarausfall (Alopezie)
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • hoher Cholesterinspiegel
  • unregelmäßiger Menstruationszyklus
  • übermäßige Körperbehaarung auf der Brust, um die Brustwarzen, auf dem Rücken, dem Bauch und im Gesicht
  • fettige Haut und Akne
  • Herzkrankheiten
  • Depression, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • starke Menstruationsblutungen
  • Endometriumkrebs (in sehr seltenen Fällen)
  • dickere und dunklere Haut im Hals- und Achselbereich (Acanthosis nigricans oder Acanthosis pigmentaria)
  • Schwierigkeiten schwanger zu werden oder Unfruchtbarkeit durch fehlenden Eisprung. Wir gehen anschließend etwas genauer auf dieses Thema ein.
 
schwangere Frau

Schwangerschaft und polyzystisches Ovarialsyndrom

Wie bereits erwähnt sind polyzystische Ovarien die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen. Es handelt sich um ein Gesundheitsproblem, das vererbbar ist. 

Dafür gibt es keine Heilung. Doch die Krankheit kann wie viele andere trotzdem behandelt werden.

Eine Diagnose des PCO-Syndroms bedeutet nicht, dass du an den genannten Folgebeschwerden erkranken wirst oder keine Chance hast, Mutter zu werden. Die frühzeitige Erkennung und die richtige Behandlung ermöglichen dir ein normales Leben. 

Du musst dich zuerst von einem Gynäkologen untersuchen lassen. Nur so kannst du die Gründe dafür herausfinden, warum du nicht schwanger wirst. 

Wenn das polyzystische Ovarialsyndrom diagnostiziert wird, erhältst du wahrscheinlich Medikamente oder eine Hormontherapie, um die Krankheit zu kontrollieren und den Menstruationszyklus zu regulieren.

In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Darüber hinaus ist es wichtig, Sport zu treiben, um das Gewicht zu kontrollieren. Natürlich ist auch eine gesunde, ausgeglichene Ernährung grundlegend. Dein Arzt wird dir weitere Tipps und Ratschläge geben.

 

Wenn du dich daran hältst, kann sich dein Gesundheitszustand relativ rasch verbessern und du kannst dann auch Mutter werden.

  • Wehr, E., & Obermayer-Pietsch, B. (2010). Das polyzystische ovarialsyndrom: Im spannungsfeld von hormonen und stoffwechsel. Austrian Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism.
  • Prückler, J., Leitner, G., Klein, M., & Gruber, I. (2013). Ernährungstherapie und Essverhalten bei Polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung. Journal Fur Gynakologische Endokrinologie.
  • Adashi, E. Y., Rock, J. A., Guzick, D., Wentz, A. C., Jones, G. S., & Jones, H. W. (1982). Fertilität nach beidseitig durchgeführter keilresektion der ovarien: Eine kritische postoperative beurteilung von 90 fällen mit polyzystischem ovarialsyndrom. Gynakologisch-Geburtshilfliche Rundschau. https://doi.org/10.1159/000269304