Warum immer mehr Frauen nach der Geburt die Nabelschnur spenden

· 19. Januar 2019
Weißt du, warum immer mehr Frauen nach der Geburt die Nabelschnur spenden? Finde es in diesem Artikel heraus.

Viele Ärzte motivieren Mütter, nach der Geburt die Nabelschnur zu spenden. Dies ist auf neueste Erkenntnisse über Stammzellen zurückzuführen, die viele Leben retten können.

Erfahre anschließend mehr über dieses wichtige Thema.

Wofür wird die Nabelschnur nach der Entbindung verwendet?

Nach der Geburt wurde die Nabelschnur lange Zeit einfach im Klinikmüll entsorgt. Inzwischen wissen wir jedoch, dass diese Verbindung zwischen Mutter und Kind besonders viele hämatopoetische Stammzellen (Blutstammzellen) und mesenchymale Stammzellen enthält.

Diese Zellen sind für den Erhalt und die Regeneration von Knochen, Knorpel, Muskeln und Bindegewebe grundlegend.

Wir sprechen von den gleichen Zellen, die im Knochenmark rote und weiße Blutkörperchen produzieren. Darüber hinaus erzeugen sie ebenfalls Thrombozyten (Blutplättchen).

Stammzellen können Menschen mit Leukämie helfen, die keinen Knochenmarkspender finden.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Patienten um Kinder, denn durchschnittlich werden bei einer Nabelschnurblutentnahme zwischen 60 und 80 ml Blut entnommen. Das ist ausreichend für Menschen, die weniger als 36 kg wiegen.

Die Erfolgsquote liegt bei rund 90%. Dies ist darauf zurückzuführen, dass bei einer Stammzellentransplantation eine geringe Kompabilität notwendig ist. Denn die Lymphozyten sind immunologisch noch nicht ausgereift.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie keine gute Qualität haben. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass der Empfänger die Spende ablehnt, drastisch.

Warum Frauen die Nabelschnur spenden

Die Nabelschnur spenden: Was geschieht dabei?

Erstens müssen sich Mütter während der Schwangerschaft einer Routineanalyse unterziehen, um übertragbare Krankheiten auszuschließen. Wenn der Arzt die Spende genehmigt, können Mütter schriftlich zustimmen. Dieser Vorgang ist völlig schmerzlos.

Der Arzt gibt dann die Daten des Spenders in eine Datenbank ein. Die Informationen sind absolut vertraulich. Das bedeutet, dass niemand den Namen der Mutter erfahren wird.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass Nabelschnurblut ebenfalls zu Forschungszwecken verwendet werden kann. Dazu kommt es, falls Ärzte das Blut nicht für einen anderen Patienten verwenden können.

Inzwischen wissen wir, dass die Nabelschnur besonders viele hämatopoetische Stammzellen (Blutstammzellen) und mesenchymale Stammzellen enthält.

Nach der Entbindung ist es sehr einfach, die Nabelschnur zu entfernen, egal ob es sich um einen Kaiserschnitt oder um eine natürliche Geburt handelt. Außerdem leiden Baby und Mutter nicht darunter. Es ist ein einfaches und sicheres Verfahren.

Wie man die Nabelschnur richtig durchschneidet

Warum Frauen die Nabelschnur spenden

Nachdem mindestens drei Minuten nach der Entbindung vergangen sind, ist es an der Zeit, die Nabelschnur abzutrennen. Das Personal der Entbindungsstation, der behandelnde Arzt oder die Hebamme trennen die Nabelschnur.

Falls mehrere Geburten gleichzeitig stattfinden, warten sie, bis alle Babys geboren sind, um die Nabelschnüre durchzutrennen. 

Um die Nabelschnur spenden zu können, muss sie entfernt werden, bevor die Mutter die Plazenta ausstößt. Danach wird der Arzt sie mit einer Jod- oder Alkohollösung desinfizieren. Die Ärzte kanalisieren eines der Blutgefäße, so dass das Blut in einen Auffangbeutel fällt.

Darüber hinaus schneidet der Arzt einen Zoll ab, der für weitere Studien verwendet werden kann. Wenn die Mutter die Plazenta ausstößt, wiederholt der Arzt den Vorgang, um Blut im Gewebe zu sammeln.

Das Personal schickt die gesamte Probe an eine spezielle Blutbank. Die Stammzellen werden bei 196 ° C unter Null verarbeitet und gelagert. Dann können Ärzte sie bei jedem Patienten anwenden, der sie benötigt.

Eine Transfusion kann die erkrankten Stammzellen des Empfängers ersetzen.

Um die Nabelschnur zu spenden, muss das Baby unmittelbar nach der Geburt einer klinischen Untersuchung unterzogen werden. Drei Monate später kann eine weitere optionale Untersuchung durchgeführt werden. Der Kinderarzt wird dir sagen, was für dich und dein Baby am besten ist.

Ohne Zweifel ist es eine sehr persönliche Entscheidung, die Nabelschnur zu spenden. Nur die Mutter und Vater sollten diese Wahl treffen.

Das Spenden der Nabelschnur kann Leben retten und ist mit keinerlei Komplikationen verbunden. Es schadet auch nicht dem Baby oder der Mutter. Es ist ein vollkommen selbstloser Akt der Liebe!

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