Soll man Babys schreien lassen?

· 7. März 2018
Kinder sollen weinen, sagt ein orientalisches Sprichwort. Für Babys ist das Weinen nahezu die einzige Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern. Wie muss sich nun ein hilfloses Baby fühlen, wenn es sich nach Aufmerksamkeit sehnt und niemand reagiert? Sollte man Babys schreien lassen oder nicht?

Weinen ist wie eine zweite „Nabelschnur“. Babys weinen aus vielerlei Gründen, aber normalerweise, um auf sich aufmerksam zu machen. Wie würdest du dich fühlen, wenn du um etwas bittest, dich aber niemand beachtet? So fühlst sich dein hilfloses Baby, wenn es sich nach Aufmerksamkeit sehnt, diese aber nicht bekommt. Soll man Babys schreien lassen?

Einige Eltern sind der Ansicht, dass man Babys schreien lassen sollte, damit man ihnen zeigt, wer das Sagen hat. Andere Eltern wiederum denken, dass zu viel Schreien dauerhafte Schäden verursachen kann. Tatsächlich gibt es viele Gründe, warum ein Baby weint. Auf diese Art versucht es, Aufmerksamkeit zu erregen, um seine emotionalen und körperlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Zum Beispiel wenn die Windel gewechselt werden muss, ihnen warm ist, sie Bauchschmerzen oder Hunger haben oder müde sind.

Angesichts der unterschiedlichen Meinungen ist es besser, die Vor- und Nachteile zu betrachten, um zu entscheiden, ob man Babys schreien lassen sollte oder nicht. Es kann negative Folgen haben, wenn ein Baby zu lange schreit und sich positiv auswirken, wenn man ihm immer sofort Beachtung schenkt. Warum sollte man also Babys nicht schreien lassen?

Babys schreien lassen?

Babys schreien lassen – Negative Folgen

Unsicherheit

Bleibt ihr Schreien nach einer Weile unbeachtet, kann es sein, dass sie damit aufhören. Sie spüren, dass die Person, die sich um sie kümmert, sie nicht beachtet und weinen erneut. Wird ihr Weinen nicht erwidert, fühlen sie sich einsam und unsicher.

Abneigung

Hält die Situation lange an oder wiederholt sich häufig, fühlt sich das Baby vernachlässigt. Zuerst ist es verärgert, sogar wütend, gibt aber schließlich auf. Abneigung entsteht. Da es keine Liebe empfängt, lernt es selbst nicht zu lieben.

Straftaten

Das Gewissen entwickelt sich nicht richtig. Das Baby vertraut keinem und interessiert sich für niemanden. Es entwickelt sich zum Problemkind. In Extremfällen auch zu einer psychopathischen Persönlichkeit, die unfähig ist, Reue für kriminelle Handlungen zu empfinden.

Schütteltrauma

Es kann lästig sein, wenn das Baby nicht aufhört zu schreien. Einige verzweifeln an dieser Situation und beginnen, das Neugeborene heftig zu schütteln. Dadurch verursachen sie das sogenannte Schütteltrauma. Dies verursacht, bereits nach wenigen Malen, dauerhafte neurologische Schäden.

Baby schreit

„Dieses Trauma kann Blutungen, Hirnschäden, Hörverlust, Blindheit, Rückenmarksverletzungen, Lähmungen, Krampfanfälle und sogar den Tod verursachen.“

Juan José Ramos Suaréz Pediatra

Positive Folgen

Vielleicht fragst du dich, ob du dein Kind nicht verdirbst, wenn du es bei jedem Schreien beachtest. Das ist möglich, die Meinungen gehen aber auseinander. Jedes Kind ist anders und so müssen die Eltern herausfinden, wie sie mit der Situation am besten umgehen.

Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass der Körper eines Neugeborenen Stresshormone freisetzt, wenn es Hunger hat, sich unwohl fühlt oder aufgeregt ist. Seine Unruhe drückt es durch Schreien aus.

Wenn Vater oder Mutter reagieren und die Bedürfnisse des Babys stillen, helfen sie ihm, sich zu beruhigen. Dadurch werden, die dafür notwendigen Verbindungen im Gehirn des Kleinen geschaffen. Hat ein Baby die entsprechende Aufmerksamkeit erhalten, produziert es weniger von dem Stresshormon Cortisol.

„Babys, deren Bedürfnisse, besonders in den ersten sechs bis acht Monaten, immer zeitnah gestillt wurden, weinen weniger als diejenigen, die man schreien ließ.“

Empfehlungen

  • Kontrolliere deine Gefühle, anstatt sie an deinem Baby auszulassen.
  • Achte darauf, was das Weinen verursacht.
  • Du kannst es füttern oder einfach auf den Arm nehmen und ihm gut zureden.
  • Streichle seinen Rücken oder Bauch.
  • Mache etwas, um es zu beruhigen und zu unterhalten.

Der erste Schrei eines Babys ist wie Musik in den Ohren einer Mutter. Das ständige Geschrei hingegen hört sich an wie eine Sirene und hat schon viele auf die Palme gebracht. Die Bedürfnisse deines Babys zu stillen, verdirbt es nicht. Im Gegenteil. Es zeigt ihm, dass es nicht allein ist und eine Familie hat, die es mit Streicheleinheiten, einem Lächeln und Umarmungen verwöhnt. Vielleicht beschließt das Baby auf diese Weise, für eine Weile mit dem Schreien aufzuhören.