Nabelschnurverwicklung während der Schwangerschaft und Geburt

15 Februar, 2019
Viele werdende Mütter haben Angst, dass es bei ihrem Kind zu einer Nabelschnurverwicklung kommen könnte, was zu Komplikationen bei der Geburt führt. Erfahre mehr zu diesen Thema in unserem heutigen Beitrag. 

Viele Eltern machen sich Sorgen über eine mögliche Nabelschnurverwicklung während der Schwangerschaft, da es dadurch bei der Entbindung zu Komplikationen kommen könnte.

Es ist deshalb wichtig, ausreichend über dieses Thema informiert zu sein. Lies weiter, um mehr darüber zu erfahren. 

Was ist eine Nabelschnurverwicklung?

Eine Nabelschnurverwicklung kann während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu ernsten Komplikationen führen. Doch um was geht es dabei genau?

Die Nabelschnur

Die durchschnittliche Länge der Nabelschnur beträgt 55 cm, es ist deshalb ganz normal, dass es zu einer Verwicklung kommen kann. Außerdem beginnt der kleine Bauchbewohner ungefähr ab der 20. Schwangerschaftswoche damit, mit der Nabelschnur zu spielen und nach ihr zu greifen. 

Baby im Bauch

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Die Spiralform macht die Nabelschnur sehr dehnbar, doch trotzdem kann es zu Problemen durch Verwicklungen kommen.

Dies ist manchmal darauf zurückzuführen, dass die Nabelschnur länger als normal ist. Oder in der Gebärmutter ist mehr Fruchtwasser als gewöhnlich vorhanden und durch mehr Platz verwickelt sich die Nabelschnur schneller.

Bei bis zu 40% Schwangerschaften ist eine Verwicklung der Nabelschnur festzustellen, meistens während der Entbidnung. Der Arzt kann dies bereits durch Ultraschalluntersuchungen feststellen. Doch es gibt auch Fälle, bei denen die Verwicklung erst bei der Geburt des Babys entdeckt wird.

Ist eine Nabelschnurverwicklung gefährlich?

In den meisten Fällen stellt die verwickelte Nabelschnur kein Problem für das Kind dar, auch nicht, wenn eine natürliche Geburt geplant ist.

Wenn sich die Nabelschnur um den Hals des Kindes gewickelt hat, dann wickelt sie der Arzt oder Geburtshelfer ab. In manchen Fällen wir die Nabelschnur auch vorzeitig abgeklemmt, noch bevor das Baby komplett auf der Welt ist.

Häufig wird eine verwickelte Nabelschnur mit einem veränderten Herzrhythmus des Babys in Zusammenhang gebracht, doch das muss nicht unbedingt so sein. Ein schnellerer Herzschlag kann auch auf bestimmte Medikamente zurückgeführt werden, die verabreicht werden, um die Geburt zu beschleunigen. Nicht alle Kinder vertragen diese Arzneimittel.

Es stimmt jedoch, dass manche Föten eng von der Nabelschnur umschlungen sind und diese Druck auf die Halsschlagader ausübt und deshalb eine Bradykardie verursacht.

In diesem Fall analysiert der Arzt die Situation und entscheidet, wie vorzugehen ist: Er kann einen Notfallskaiserschnitt einleiten oder warten, bis die Bewegung des Kindes die Verwicklung oder den Druck löst.

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Nabelschnurvorfall

In seltenen Fällen kommt es zu einem Nabelschnurvorfall: In diesem Fall legt sich die Nabelschnur vor den Kopf des Kindes in den Geburtskanal. Dadurch kann es zu ernsten Komplikationen kommen. 

Dann wird das Baby meist sofort durch einen Kaiserschnitt aus dem Bauch geholt. Eine andere Möglichkeit ist, den Kopf durch die Scheide zurückzuschieben, um das Baby nicht zu gefährden.

Komplikatonen bei der Geburt

In den meisten Fällen kommt es bei der Geburt durch eine Nabelschnurverwicklung nicht zu ernsteren Komplikationen. Insbesondere dann nicht, wenn die werdende Mutter alle Kontrolltermine wahrnimmt.

Doch in manchen Fällen können folgende Komplikationen auftreten: 

1. Schwere Geburt

In manchen Fällen wird der Mutterhals nicht ausreichend geweitet oder die Wehen gehen zurück. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Kopf des Babys im Verhältnis zum Becken der Mutter sehr groß  ist.

2. Geburtstrauma

Wenn das Baby zu wenig Sauerstoff über die Nabelschnur erhält, wird es sofort per Kaiserschnitt aus dem Mutterbauch geholt, bevor sich die Situation verschlimmert. Das Baby könnte nämlich das Mekonium schlucken und an Lungenbeschwerden leiden. 

Nabelschnurverwicklung bei Baby im Bauch

3. Schulterdystokie

Damit bezeichnet man einen geburtshiflichen Notfall, bei dem sich der Schultergürtel nicht quer entsprechend der Form des Beckens anpasst, was zu Komplikationen führt.

Das Kind bleibt in diesem Fall stecken, doch dies kommt nur äußerst selten vor. Der Arzt versucht dann, die Lage des Kindes durch verschiedene Manöver zu verändern, damit die Geburt erfolgen kann.

4. Plazentaablösung

Auch hier handelt es sich um eine komplizierte Situation, denn in diesem Fall löst sich die Plazenta bereits vor der Geburt des Kindes. In der Folge kann es zu internen Blutungen kommen. Die Blutversorgung des Babys kann dadurch gestört werden, weshalb es auch keinen Sauerstoff erhält.

Nabelschnurverwicklungen kommen zwar recht häufig vor, sind in den meisten Fällen jedoch harmlos.