3 Gründe aus denen du dein Kind nicht zum Essen zwingen solltest

· 17. Mai 2018
Fachleute empfehlen, bei Babys ab dem Alter von 6 Monaten mit dem Verzehr fester Nahrung zu beginnen. Dieser neue Abschnitt ist als Einführung der Beikost bekannt.

Allerdings ist es für dein Kind nicht immer einfach, sich an die neuen Geschmacksrichtungen zu gewöhnen, weshalb du dein Kind nicht zum Essen zwingen solltest.

Babys dazu zu bringen, neue Lebensmittel zu essen, erfordert viel Geduld, denn wir sehen es als eine Pflicht an. Wir sind irgendwie überzeugt, dass sie anfangen sollten, feste Nahrung zu essen. Deshalb zwingen einige Eltern ihre Kinder zum Essen.

Mütter sind manchmal an diesem Thema interessiert, weil sie mit dem Stillen aufhören wollen. Das Problem dabei ist jedoch, dass Babys in der Regel nicht in Eile sind, neue Lebensmittel auszuprobieren. Wir alle wissen, wie kompliziert es sein kann, sie zum Essen zu bringen. Das macht die Fütterungszeit manchmal zum schwierigsten Ereignis des Tages.

Warum du dein Kind nicht zum Essen zwingen solltest

Alle „kleinen Flugzeuge“ und „Chuchu-Züge“, die wir vom Boden räumen müssen, zeigen, wie schwierig es ist, den Kindern zu helfen, sich an die Beikost zu gewöhnen. Obwohl es richtig ist, dass es mehr Nährstoffe in seine Ernährung aufnimmt, sollte man das Kind nicht zum Essen zwingen.

Wenn der Kinderarzt dir gesagt hat, dass es für dein Kind an der Zeit ist, Getreide und Gemüse zu essen, bedeutet das nicht, dass es über Nacht passieren muss. Für uns ist es wichtig, dass Kinder auf ihre Art essen – alles andere ist eine unnötige Belastung.

Kind nicht zum Essen zwingen wegen Lebensmittelkonzentration

Beikost ist nichts weiter als eine Ergänzung. Das bedeutet nicht, dass wir die gesamte Nahrung auf einmal ersetzen sollten, sondern dass wir neue Bestandteile hinzufügen.

Ein häufiger Fehler von Eltern ist es, ihr Kind mit der gleichen Nahrung zu füttern, die Erwachsene essen. Sie glauben, dass ihr Kind sonst nicht alle notwendigen Nährstoffe bekommen wird, und auch das ist ein Irrtum.

Hier sind einige der Gründe, warum wir unser Kind nicht zum Essen zwingen sollten:

Der Tagesbedarf richtet sich nach dem Alter

Manchmal empfehlen Kinderärzte einen bestimmten Tagesbedarf. Diese Bemessung kann jedoch aus verschiedenen Gründen fehlerhaft sein. Ein Grund dafür ist, dass die Lebensmittelkonzentration variieren kann, zum Beispiel kann man sehr verdünnten oder konzentrierteren Brei herstellen.

Auch wenn ein Kind am Ende nicht alles aufisst, ist es schwer einzuschätzen, wie viel das Kind noch essen muss. Wenn du die Muttermilch, die du deinem Kind gibst, nicht berücksichtigst, kannst du es überfüttern. Jedes Baby ist anders und hat einen anderen Tagesbedarf.

Der ungefähre Nährstoffbedarf ist nach Studien wie folgt:

  • 6 Monate altes Mädchen ca. 819 kcal, bei Jungen maximal 779 kcal.
  • Ein 9 Monate altes Mädchen benötigt maximal 859 kcal. Jungen benötigen in diesem Alter bis zu 924 kcal.
  • 1-jährige Mädchen benötigen zwischen 500-1000 kcal, während gleichaltrige Jungen 479-1169 kcal benötigen.
  • 18 Monate alte Kinder benötigen ca. 1200 kcal.
  • 24 Monate alte Kinder brauchen maximal 1300 kcal bei Jungen und 1273 kcal bei Mädchen.

Beikost ist eine Ergänzung

Kind nicht zum Essen zwingen weil es schädlich ist

Wenn wir unsere Kinder zwingen, Beikost als Hauptnahrung zu essen, verändern wir ihre Nahrungskonzentration. Dies kann gesundheitsschädlich sein. Deshalb sollten wir das Kind nicht zum Essen zwingen.

„Alles, was ohne Bedarf gegessen wird, wird aus dem Magen der Armen gestohlen“
– Mohandas Gandhi

Es ist richtig, dass Babys zusätzliche Nährstoffe benötigen, aber ihr Nährstoffbedarf wächst stetig. Das Geschlecht des Kindes spielt auch eine wichtige Rolle dabei, wie viel Kalorien benötigt werden.

Manchmal machen wir den Fehler, die Kinder zu zwingen, mehr als nötig zu essen. Zwei gleichaltrige Kinder müssen beispielsweise nicht unbedingt die gleiche Menge essen. Wir machen auch den Fehler, Kinder mit ihrem Bruder oder Freund zu vergleichen, der mehr isst.

Muttermilch sollte zunächst das Hauptnahrungsmittel in ihrer Ernährung bleiben. Pürees, Brei etc. sind eine Ergänzung. Es spielt keine Rolle, ob sie essen wollen oder nicht. Kinder wissen selbst ganz gut, wie viel sie essen müssen, also sollten sie nicht gezwungen werden.

Feste Nahrung ist nicht ihr Ding

So appetitlich das Rezept auch erscheinen mag: Babys sind noch nicht mit festen Lebensmitteln vertraut. Sie wissen auch nicht, wie man sie isst; sie wissen nichts über Löffel oder Tassen. Sie kennen nur die Brüste ihrer Mutter. Der Lernprozess dauert und man sollte ihn nicht überstürzen.

Es wird empfohlen, Kindern zu erlauben neue Lebensmittel zu entdecken, die du selbst zubereitest. Vor dem Essen sollten sie sich mit dem, was sie auf ihrem Teller sehen, wohl und sicher fühlen, was auch immer du zubereitet hast. Sie sollten die Möglichkeit haben, das Essen mit den Händen zu untersuchen, und ihnen sollte Zeit gegeben werden, sich auf die neuen Gerüche einzulassen.

Man kann sie auch mit ganzen anstatt mit zerkleinerten Lebensmitteln experimentieren lassen. Du kannst ihnen Früchte in Form von kleinen Stäbchen geben. Man kann ihnen auch ganzes Gemüse geben. Es ist wichtig, dass sie sich beim Essen nicht unter Druck gesetzt fühlen. Wenn sie im Moment nicht essen wollen ist das kein Problem.

Deinem Baby Lebensmittel anzubieten, kann auch ein Weg sein, es dazu zu bringen, neue Dinge auszuprobieren. Frag es doch, ob es ein Stück Obst will und es anfassen oder probieren will. Der Geschmack entwickelt sich mit der Zeit und nicht von einem Tag auf den nächsten.

Es gibt Lebensmittel, die dein Kind einfach nicht mag. Niemand sollte gezwungen werden, etwas zu essen, was er nicht mag. Versuche, dich in seine Lage zu versetzen.