Kennst du das Rich-Kids-Syndrom?

· 16. Juni 2018
Materieller Reichtum führt nicht zu emotionalem Reichtum. Das Rich-Kids-Syndrom (deutsch: Reiche-Kinder-Syndrom) ist real und deshalb wollen wir dich darüber informieren.

Wir leben in einer Gesellschaft mit extremem Konsumverhalten. Es ist kein Geheimnis, dass uns die Gesellschaft zahlreiche Produkte präsentiert, die uns glauben machen sollen, dass uns ihr Besitz glücklich macht. Dadurch entsteht bei Kindern das Rich-Kids-Syndrom.

„Es war einmal ein Mann, der war so arm, dass er nur Geld hatte.“

Aber ist das echtes Glück? Für Kinder sind materielle Dinge nicht so erstrebenswert. Eigentlich sind die Gegenstände für ein Kind nur ein Weg, um Spaß zu haben und niemals ein Selbstzweck.

Trotzdem ist der Konsum inzwischen an einem kritischen Punkt angelangt, an dem die Kinder durch materielle Dinge erzogen werden. Dadurch ist das Rich-Kids-Syndrom entstanden.

Das Rich-Kids-Syndrom

Das Rich-Kids-Syndrom ist eine Störung, die bei Kindern auftritt, die in einer überbehüteten Umgebung aufwachsen und materiellen Werte statt Aufmerksamkeit, Zeit oder Zuneigung vermittelt bekommen.

Es kommt nicht nur in wohlhabenden Familien vor. Auch Familien aus der Mittelschicht können materielle Güter als Erziehungsmethode nutzen.

Die betroffenen Kinder zeigen oft das Verhalten eines „verwöhnten Kindes“, das glaubt Anspruch auf alles zu haben und nicht fragt, sondern fordert.

Sie neigen zu Faulheit und haben eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie können es nicht ertragen, nicht sofort das zu bekommen, wonach sie verlangen. Sie können in solchen Fällen auch gewalttätig und wütend werden.

Das Rich-Kids-Syndrom führt zu einer geringen Frustrationstoleranz

Welche Folgen hat das Rich-Kids-Syndrom?

Solche Kinder haben letztendlich mehrere Probleme bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Wenn sie erwachsen werden, haben sie meistens folgende Probleme:

  • Ein geringes Selbstwertgefühl. Diese Kinder konnten ihr volles Potenzial nicht entfalten, weil ihnen alles gegeben wurde, ohne dass sie etwas tun oder sich dafür anstrengen mussten.
  • Ein schlechtes emotionales Management. Niemand hat ihnen gesagt was sie tun können, wenn sie traurig, wütend oder unglücklich sind, womit ihnen emotionale Führungsinstrumente fehlen.
  • Eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie verstehen nicht, dass man nicht immer bekommt, was man will und dass die Dinge nicht immer so laufen, wie man es erwartet.
  • Aggressivität. Sie zeigen aufgrund der oben genannten Punkte eine hohe Aggressivität. Sie haben in der Regel verhaltensbedingte Probleme im schulischen, familiären und sozialen Umfeld.
  • Alkohol- und Drogenkonsum. Ein hoher Prozentsatz der in diesem Umfeld aufgewachsenen Jugendlichen hat Probleme mit Alkohol oder Marihuana.
  • Schlechte schulische Leistungen. Sie sind oft nicht gut in der Schule, weil sie nicht zielgerichtet lernen können.

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben werden nicht mit materiellen Dingen gemessen oder mit Geld erreicht.

Sind die Eltern verantwortlich?

Häufig sind die Eltern für das Rich-Kids-Syndrom verantwortlich. Viele Eltern glauben, dass es für das Bestehen in unserer Konsumgesellschaft wichtig ist, dass ihre Kinder alles haben – oder besser noch – dass sie alles doppelt haben.

So versorgen sie die Kinder mit unzähligem Spielzeug, den neuesten Handys und haufenweise Kleidung, die sie eigentlich nicht brauchen.

Die Eltern wollen oft nur einen Ausgleich zu der Zeit schaffen, die sie ihrem Kind nicht widmen können und kaufen zu diesem Ausgleich Dinge.

Dies ist jedoch ein großer Fehler, der für Kinder fatale Folgen haben kann.

Zusätzlich sind viele Eltern sehr nachgiebig mit ihren Kindern, wodurch sie keine klaren Grenzen setzen und die Einhaltung von Vorschriften kaum möglich ist.

Das Rich-Kids-Syndrom durch Grenzen und Zuneigung vermeiden

Wie kann man das Rich-Kids-Syndrom vermeiden?

  • Die Zeit mit deinen Kindern muss von hoher Qualität sein. Arbeiten ist zwar eine Notwendigkeit aber die Zeit, die du mit deinen Kindern verbringst, sollte für alle das beste Ereignis des Tages sein. Nutze diese Zeit, um mit ihnen zu spielen und ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen.
  • Setze Standards. Kinder brauchen Grenzen und Regeln, damit sie merken, was gut für sie ist und was nicht. Es geht nicht darum, autoritär zu werden. Es gibt viele gute Erziehungsstile, mit denen man nicht gleich unerträglich streng werden muss.
  • Belohne Anstrengungen. Zeig deinen Kindern, dass sie viele ihrer Ziele mit Mühe erreichen können. Unterstütze sie dabei, ihre Stärken zu entdecken und sie zu fördern. Außerdem kannst du sie belohnen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben, solange die Belohnung altersgemäß und nicht übertrieben ist.

Sieh dir unter diesem Link den ersten Fall an, in dem jemand wegen dem „Rich-Kids-Syndrom“ freigesprochen wurde.