Ausgangsbeschränkung: Wie hilfst du deinen Kindern?

21 Mai, 2020
Die Phase der Ausgangsbeschränkung kann für Kinder sowohl physisch als auch emotional schwierig sein. Doch hier geben wir dir ein paar Ratschläge, an die du dich halten kannst. Sie werden dir helfen, die Zeit zu Hause für alle in der Familie erträglicher zu machen.

Inzwischen gilt die Ausgangsbeschränkung in vielen Ländern schon seit zahlreichen Tagen. Indem die Bevölkerung möglichst zu Hause bleibt, möchte man erreichen, die Ausbreitung von COVID-19 zumindest zu verlangsamen. Und so wie es aussieht, wird die Ausgangsbeschränkung auch noch einige Zeit andauern.

Tatsächlich ist die daraus entstehende Situation komplex. Diese Zeit, in der du mit deiner Familie gezwungenermaßen zu Hause bleibst, kann das Wohlbefinden der einzelnen Familienmitglieder auf unterschiedliche Art und Weise beeinträchtigen.

Doch haben Erwachsene meist mehr Mittel an der Hand, um damit umzugehen, als Kinder. Daher möchten wir dir hier ein paar wichtige Ratschläge geben, mit denen du deinen Kleinen helfen kannst, diese Zeit gut zu überstehen.

Für Kinder ist all dies eine völlig neuartige und ungewöhnliche Situation, die ihnen große Angst machen kann. Insbesondere dann, wenn sie nicht richtig verstehen, was los ist, oder wenn sie von der Familie nicht emotional unterstützt werden.

Dann fühlen sie sich möglicherweise verwirrt oder überfordert, oder wissen nicht, wie sie mit der Langeweile umgehen und warum sie das Haus nicht verlassen können. Aber wie gesagt: Hier findest du einige Tipps, wie du diese Tage für sie angenehmer gestalten kannst.

Ausgangsbeschränkung: Wie kannst du deinen Kindern in dieser Zeit helfen?

1. Achte auf die grundlegende Hygiene

Da ihr alle das Haus nicht verlassen könnt, ist es vielleicht verlockend, den ganzen Tag im Schlafanzug zu verbringen und dabei auch etwas die grundlegende Hygiene zu vernachlässigen. Doch tatsächlich ist es so: Diese kleinen Handlungen wirken sich sehr auf das emotionale Wohlbefinden aus. Aus diesem Grund solltest du deine Kinder unbedingt jeden Morgen nach dem Frühstück dazu anhalten, sich die Zähne zu putzen und natürlich auch, die Haare zu kämmen und sich normale Kleidung anzuziehen.

Dabei ist es nicht nötig, dass sie sich besonders schick oder formell kleiden. Es kann durchaus bequeme Kleidung sein. Aber du solltest sicherstellen, dass sie nicht den ganzen Tag im Schlafanzug oder Nachthemd verbringen.

Ebenso wichtig ist es, dass sie weiterhin jeden Morgen ihr Bett machen und ihr Kinderzimmer in Ordnung halten. Denn ein sauberer und ordentlicher Raum wird deinen Kindern helfen, auch mental einen Zustand von größerer Ruhe und Konzentration zu erreichen.

Zwei Kinder putzen sich die Zähne

Und genauso gilt: Auch wenn deine Kleinen nicht nach draußen gehen können, müssen sie dennoch genauso oft wie zuvor duschen und ihre Haare waschen. Denn das Vernachlässigen sowohl des Körpers als auch des Wohnbereichs führt früher oder später zu innerem Unwohlsein.

Außerdem ist es notwendig, auch auf eine Art geistige Hygiene der Kinder zu achten. Also solltest du dafür sorgen, dass der Coronavirus nicht das einzige Gesprächsthema im Haus ist. Ebenso solltest du möglichst eine positive Perspektive suchen, wenn das Thema doch zur Sprache kommt. Denn wenn du deine Kindern in Angst und Sorge versetzt, wird ihnen das ganz sicher nicht gut tun.

2. Sehr wichtig für Kinder während der Ausgangsbeschränkung: Klare Strukturen und Routinen

Im Grunde gilt dies auch für Zeiten ohne Ausgangsbeschränkung: Das Befolgen von festen Routinen ist für Kinder sehr vorteilhaft. Denn dadurch finden sie in ihrem Alltag klare Strukturen und damit Sicherheit. Daher ist das Beste, was du machen kannst: Zeitpläne erstellen, in denen klar die unterschiedlichen Aktivitäten festgehalten sind und so dieser Zeit der Ausgangsbeschränkung eine klare Struktur zu verleihen.

Also können zum Beispiel die Vormittage dazu verwendet werden, um sich der Schule und dem Lernen zu widmen. An den Nachmittagen können eher die Freizeitaktivitäten stattfinden. Außerdem ist es wichtig, dass auch die körperlichen Aktivitäten nicht zu kurz kommen. Denn Kinder brauchen einfach Bewegung!

Angesichts der offensichtlichen Einschränkungen musst du dabei deine Kreativität walten lassen und du kannst auch technologische Hilfsmittel einsetzen, um dies zu erreichen.

Im Internet kannst du verschiedene Übungsvorschläge für Kinder finden. Darunter auch Choreografien. Diese kannst du gemeinsam mit ihnen lernen und dann durchführen. Ebenso können Spielekonsolen bei dieser Aufgabe helfen. Denn diese bieten oft die Möglichkeit, Spiele zu machen, bei denen man sich bewegen muss.

Ebenso ist es für die Kleinen sehr vorteilhaft, etwas an die frische Luft und an die Sonne zu kommen. Aber nicht jeder hat einen Garten oder eine Dachterrasse. Doch deine Kinder können in diesem Fall zum Beispiel auf dem Balkon lesen. Oder neben dem Fenster malen. So bekommen auch sie ihre Portion frische Luft und Sonnenlicht.

Ausgangsbeschränkung: Mutter und Kind machen gemeinsam Gymnastik

Weiterhin ist auch zu empfehlen, dass du zusammen mit deinen Kindern Entspannungs- oder Meditationsübungen durchführst. Denn so kannst du dafür sorgen, dass es bei ihnen nicht zu größeren Angstzuständen oder zu übermäßiger innerer Unruhe kommt.

Auch hier gibt es Versionen solcher Übungen, die für die Kleinen angepasst sind und die wirklich einen entscheidenden Unterschied für ihr inneres Wohlbefinden ausmachen können.

3. Auch notwendig: Jeder muss Zeit für sich alleine verbringen

Nicht zuletzt sei daran erinnert, dass jeder in der Familie auch Zeit für sich selbst braucht. Zwar stimmt es, dass es ein Geschenk ist, so viel Zeit mit der Familie verbringen zu können. Doch wenn man wirklich den ganzen Tag zusammen verbringt, kann das schnell dazu führen, dass sich alle überfordert und gereizt fühlen. Daher solltest du dafür sorgen, dass es im Tagesablauf auch Zeiten gibt, in denen deine Kinder für sich sein und ihren eigenen Raum genießen können.

Dazu kannst du sie ermutigen, in ihrem Zimmer zu spielen, in Ruhe ein Buch zu lesen, oder irgendetwas Neues zu lernen, was ihnen Spaß macht und sie bereichert. So kann zum Beispiel das Erlernen von Handlettering oder Origami eine gute Option sein.

Kurz gesagt: Wichtig ist, dass sich der Tagesablauf deiner Kleinen auch in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkung wegen des Coronavirus auf geordnete, abwechslungsreiche und ausgewogene Weise gestaltet.

Dabei muss sowohl für den Körper als auch für den Geist gesorgt sein und es müssen Zeiten für bestimmte Verpflichtungen, aber genauso für Freizeitaktivitäten vorgesehen sein. Versuche auf diese Weise, zu Hause eine ruhige und positive Atmosphäre zu bewahren. Und denke vor allem daran, dass all dies auch wieder vorübergehen wird!