Wenn eine Mutter unter Depressionen leidet: Auswirkungen auf die Kinder

8. Januar 2020
Wenn eine Mutter unter Depressionen leidet, dann hat dies auch zahlreiche Auswirkungen auf die Kinder. In unserem heutigen Artikel erklären wir dir, wie du diese Konsequenzen verringern kannst.

Depressionen während der Schwangerschaft und nach der Geburt treten sehr viel häufiger auf als du vermuten würdest. Darüber hinaus leiden viele Frauen jahrelang unter dieser Erkrankung. Dies beeinflusst dann auch die Art und Weise, wie sie ihre Mutterrolle ausfüllen. Wenn du die Auswirkungen kennst, die Depressionen einer Mutter auf ihre Kinder haben, kannst du damit beginnen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Viele Symptome, die bei Depressionen auftreten, können leicht mit Erfahrungen verwechselt werden, die während der Schwangerschaft und nach der Geburt normal sind. Daher ist das Risiko sehr groß, dass diese Erkrankung bei vielen Frauen nicht diagnostiziert wird und sie nicht die erforderliche Behandlung erhalten. Dadurch verschlimmert sich die ganze Situation nur noch weiter.

Allerdings sind nicht nur die Frauen selber von der Depression betroffen. Sie wirkt sich auch auf ihr gesamtes Umfeld aus, insbesondere auf ihre Kinder. Wenn wir bedenken, dass die frühe Kindheit die entscheidende Phase in der Entwicklung eines Menschen ist, dann wird ersichtlich, dass diese frühkindlichen Erfahrungen sich auch auf das weitere Leben der Kinder auswirken können.

Welche Auswirkungen hat es auf Kinder, wenn ihre Mutter unter Depressionen leidet?

Bereits während der Schwangerschaft haben Kinder depressiver Mütter eine höhere Herzfrequenz. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten und auch das Geburtsgewicht des Babys kann geringer sein. Später sind diese Babys dann oftmals nicht so aktiv und reagieren weniger auf Mimik und Stimme. Außerdem haben sie im Vergleich zu anderen Babys mehr Stresshormone im Körper.

Depressionen - postnale Depressionen, Mutter mit Baby

Gleichzeitig neigen diese Kinder häufiger dazu, Stimmungsstörungen zu entwickeln und haben Schwierigkeiten, sich sozial und schulisch anzupassen. Darüber hinaus wird vermutet, dass Depressionen der Mutter auch einen Einfluss auf die Intelligenz und den Gesundheitszustand der Kinder haben könnten. Schließlich besteht bei diesen Kindern auch ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens selber an einer Depression zu erkranken.

Dennoch treten diese Komplikationen und Schwierigkeiten nicht bei allen Kindern depressiver Mütter auf. Daher können wir davon ausgegehen, dass es keinen direkten oder eindeutigen Zusammenhang gibt. Wir erkennen vielmehr, dass noch weitere Faktoren einen Einfluss auf diese Entwicklung haben.

Wie äußern sich diese Auswirkungen?

Die Qualität der Bindung zwischen Mutter und Kind

Der Aufbau einer gesunden und starken Bindung zwischen Mutter und Kind ist für das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kleinen von entscheidender Bedeutung. Wenn eine Mutter unter Depressionen leidet, fällt es ihr aber häufig sehr schwer, alle Bedürfnisse ihres Kindes richtig zu erkennen und dann auch zu befriedigen.

Außerdem haben diese Mütter oft Probleme damit, die Reaktionen ihres Babys richtig zu deuten. Dadurch wird die Kommunikation der Mutter mit ihrem Kind beeinträchtigt, was sehr irritierend für die Babys sein kann.

In einigen Fällen kann es vorkommen, dass die Mutter die Bedürfnisse des Kindes nicht erfüllt oder nicht angemessen und inkonsistent auf die Bedürfnisse reagiert. Dadurch kann eine unsichere Bindung entstehen, die sich emotional sehr nachteilig für das Kind auswirken kann. All das geschieht natürlich nicht willentlich. Die Depressionen selbst hindern die Mutter daran, die Signale und Zeichen ihres Kindes wahrzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren.

Eheprobleme

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt, der ebenfalls Auswirkungen auf die Kinder hat, ist die Beziehung der Eltern. Wenn ein Elternteil an Depressionen erkrankt ist, wirkt sich dies unweigerlich auch auf die Beziehung zum Partner aus.

In diesen Fällen erfolgt dann oftmals überhaupt keine positive Kommunikation mehr. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Streitigkeiten und gegenseitigen Vorwürfe zu. Darüber hinaus gelingt es nur wenigen Paaren, in diesen Situationen auf angemessene Konfliktlösungsstrategien zurückzugreifen.

Auch dadurch wird die Situation noch zusätzlich verschlimmert. Wenn Kinder häufig die Streitigkeiten und Konflikte zwischen ihren Eltern erleben, hat dies erhebliche Auswirkungen auf viele Aspekte ihrer Persönlichkeit und ihrer Entwicklung.

Depressionen - Frau sitzt weinend auf dem Boden

Mangelnde Stimulation

Mütter, die an Depressionen leiden, sind weniger aktiv an der Kindererziehung beteiligt. Da sie sich oftmals apathisch und verzweifelt fühlen, können sie ihren Kindern weniger Lernerfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Außerdem wenden sie auch weniger Zeit für die sensorische und intellektuelle Stimulation ihrer Kinder auf.

Darüber hinaus leben sie ihrem Kind ein ungeeignetes Verhaltensmodell vor. Die Kleinen wachsen in einem Umfeld auf, in dem das Leben ihrer Mutter von Traurigkeit, Desinteresse und Erschöpfung bestimmt wird. Wenn dieser Zustand während des Heranwachsens eines Kindes über lange Zeit anhält, dann wird sich dies bis zu einem gewissen Grad auch auf die Persönlichkeit des Kindes auswirken.

Wie kannst du die Auswirkungen auf deine Kinder verringern, wenn du unter Depressionen leidest?

Wenn du diese Situation vermeiden willst, müssen wir uns zunächst mit dem depressiven Zustand einer Mutter befassen. Dabei ist es wichtig, dass du auf jedes Symptom achtest, insbesondere nach der Geburt des Babys. Es ist nicht nur völlig in Ordnung, wenn du dir Hilfe suchst, es ist sogar unbedingt erforderlich.

Allerdings ist die Hilfe durch einen Spezialisten nur ein Teil der Lösung. Darüber hinaus können wir die Auswirkungen von Depressionen minimieren, indem wir auch den begleitenden Faktoren Beachtung schenken.

Es ist wichtig, dass wir unseren Kindern geeignete Reize bieten, sie ausreichend fördern und angemessen auf ihre Bedürfnisse eingehen. Darüber hinaus sollten wir uns darum bemühen, ihnen ein positives familiäres Umfeld zu bieten, das dazu beiträgt, die Auswirkungen, die Depressionen der Mutter auf ihre Entwicklung haben können, zu verringern.

  • Huber, M. O., Jiménez, M. R., & Largo, A. M. (2015). Depresión materna perinatal y vínculo madre-bebé: consideraciones clínicas. Summa psicológica UST12(1), 77-87.
  • Cummings, E. M., & Kouros, C. D. (2011). Depresión materna y su relación con el desarrollo y la adaptación de los niños. Enciclopedia sobre el desarrollo de la primera infancia [Encyclopedia on early childhood development]. Montreal: Centre of Excellence for Early Childhood Development. Recuperado el6.