Wie soziale Netzwerke der Kinder kontrollieren?

5. Oktober 2019
Die heutige Zeit ist gekennzeichnet durch permanente technologische Aktivitäten auf digitaler Ebene. Und ganz klar stellen soziale Netzwerke ein Risiko für die Jüngsten in der Familie dar. Daher stellt sich die Frage: Dürfen Eltern die sozialen Netzwerke ihrer Kinder kontrollieren, um diesen Risiken vorzubeugen?

Soziale Netzwerke sind zu einem weltweiten gesellschaftlichen Phänomen geworden. Und sie haben die Art und Weise, wie wir kommunizieren und sogar leben, verändert. Aber gerade Eltern kann dieses Thema große Kopfschmerzen bereiten.

Natürlich ist es völlig verständlich, dass Kinder und Jugendliche das Bedürfnis verspüren, Teil der virtuellen Gemeinschaft zu sein, zu der auch ihre Freunde gehören. Ebenso üblich ist es, dass die Eltern dies erlauben. Doch ist es unerlässlich, dass die Eltern ein bestimmtes Maß an Kontrolle haben. Das gilt für den Gebrauch von Technologien allgemein. Und für soziale Netzwerke insbesondere. Denn diese bergen durchaus gewisse Risiken für die Jüngsten in der Familie.

Dabei ist klar: Das ist nicht immer eine einfache Aufgabe. Deshalb kann sie zu Konflikten zwischen Eltern und Kindern führen. Die meisten Teenager sind nicht damit einverstanden, dass ihre Eltern sie kontrollieren. Weder in Bezug auf soziale Netzwerke noch auf andere Nachrichten.

Es stellt sich also die Frage: Wie können Eltern die Online-Aktivitäten ihrer Kinder kontrollieren? Und dürfen sie das überhaupt ohne deren Zustimmung? In diesem Artikel werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen und einige Überlegungen zu möglichen Arten einer eventuellen Kontrolle der Eltern über soziale Netzwerke sowie Nachrichten ihrer Kinder anstellen.

Wie können Eltern soziale Netzwerke ihrer Kinder kontrollieren?

Die Einmischung der Eltern in soziale Netzwerke und Nachrichten ihrer jugendlichen Kinder wird immer eine Ursache für Konflikte sein. Dabei versuchen Eltern manchmal, sich durchzusetzen und im Extremfall auch, die Nutzung zu verbieten. Dennoch werden die jungen Menschen leicht einen Weg finden, diese Vorschriften und Verbote zu umgehen. Am Ende eröffnen sie einen geheimen Account, oder sie ändern ihre Einstellungen für die Privatsphäre.

Jemand hält ein Smartphone in den Händen

Auf der anderen Seite haben soziale Netzwerke natürlich nicht nur negative Aspekte. Denn sie sind beispielsweise eine gute Gelegenheit für Kinder zu lernen, sich mit anderen in Beziehung zu setzen und auch Freundschaften zu schließen.

Am besten ist es, die Aktivität der jugendlichen Kinder in den sozialen Netzwerken sanft zu kontrollieren. Aber ohne sie einzuschränken. Allerdings ist es notwendig, dabei bestimmte Regeln festzulegen. Denn es ist wichtig, dass die Eltern wissen, wo sich ihre Kinder in der digitalen Welt bewegen.

Außerdem hängt auch viel vom Alter des Kindes ab. Wenn Kinder anfangen, soziale Netzwerke zu nutzen, sollten Eltern bestimmte Uhrzeiten und Regeln dafür festlegen. Auch ist es wichtig, ihnen beratend zur Seite zu stehen und einige Dinge über die bestehenden Gefahren zu erklären. Darüber hinaus ist es zum Beispiel sehr nützlich, wenn die Eltern auch zu den Kontakten des Kindes in sozialen Netzwerken gehören.

Ideal ist es, einen gesunden Mittelweg zu finden: So sollten die Kinder genügend Vertrauen zu den Eltern haben. Denn so werden sie mit ihren Eltern über ihre Aktivitäten und Erlebnisse in der digitalen Welt sprechen. Andererseits sollten sie mit der Zeit auch in der Lage sein, eigenständige Verantwortung für ihre Nutzung der sozialen Netzwerke zu übernehmen. Die Eltern sollten für ihren Teil auch die Privatsphäre ihrer Kinder respektieren und die Regeln klar benennen und mit der Zeit auch anpassen.

Den Kindern nach und nach mehr Autonomie zugestehen

Grundsätzlich ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass auch die Rechte des Kindes gewährleistet sein müssen. Je nach Land gibt es dabei unterschiedliche Gesetzeslagen, was Mindestalter und elterliche Kontrolle der kindlichen Privatsphäre betrifft. Doch werden sicher alle Eltern grundsätzlich übereinstimmen: Auch Kinder haben ein Recht darauf, ein Privatleben zu entwickeln und diese zu genießen. Dazu gehört auch eine Kommunikation ohne willkürliche oder illegale Einmischung. Das sollten die Eltern respektieren.

Dabei ist das Lernen des richtigen Umgangs mit diesen neuen Medien ein fortschreitender Prozess. Nach und nach kann den Kindern dann dabei auch mehr Autonomie zugestanden werden. Doch das dem Ganzen zugrunde liegende Thema geht eigentlich noch weiter: Denn es geht um die Bedeutung der Erziehung im Bereich Medien. Und um die Einbeziehung digitaler Technologien in den Alltag von Kindern und Jugendlichen.

Jugendliche und soziale Netzwerke

Es ist klar, dass es fast unmöglich ist, die Nutzung von sozialen Netzwerken durch Jugendliche zu verbieten. Genauso wenig kann man sie völlig kontrollieren. Denn sie werden immer Wege und Strategien finden, um diese Kontrolle oder Verbote zu umgehen. Daher sollte das eigentliche Anliegen sein: die Fähigkeiten der Eltern und auch ganz allgemein der Erwachsenen in diesem Bereich zu fördern. Denn sie sollten ja eine Vermittlerrolle beim Thema soziale Netzwerke innehaben.

Dürfen Eltern soziale Netzwerke ihrer Kinder ohne ihre Zustimmung überprüfen?

In der Pubertät neigen die meisten jungen Menschen dazu, sich von ihren Eltern zu distanzieren und in ihren Freundeskreisen Zuflucht zu suchen. Das kann bei den Eltern manchmal zu Besorgnis führen. So können Eltern beispielsweise den Verdacht hegen, dass ihre Kinder irgendwelche Probleme haben.

In einem solchen Fall haben die Eltern als Erziehungsberechtigte und als Verantwortliche für das Wohl des Kindes durchaus das Recht, Strategien zu nutzen, um mehr über das Privatleben ihres Nachwuchses zu erfahren. Denn es geht darum, zu wissen, was los ist und gegebenenfalls eingreifen zu können.

Wann immer es mit Blick auf das Wohl des Kindes geschieht, ist diese Kontrolle durch die Eltern rechtlich gerechtfertigt. Das beinhaltet in der Regel auch die Kontrolle der sozialen Netzwerke, von WhatsApp-Nachrichten etc. Über die genaue Rechtslage kannst du dich in deinem jeweiligen Land noch besser informieren. Denn es gibt unterschiedliche Regelungen beispielsweise bezüglich des Alters und anderer Faktoren.