Erziehungsstile und ihr Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern

30. Oktober 2019
Wir alle wissen, dass Eltern ihren besonderen Stil haben, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht. Folglich wirkt sich jeder Erziehungsstil unterschiedlich auf die Persönlichkeit der Kinder aus.

Es ist allgemein bekannt, dass Eltern durch ihre Erziehungsstile einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder haben. Sozialwissenschaftler glauben, dass die Familie der Hauptakteur der Sozialisation ist.

Infolgedessen spielt der Erziehungsstil eine große Rolle für die psychosoziale Entwicklung der Kinder, weshalb die Art und Weise, wie Eltern ihre Kinder erziehen, sehr wichtig ist.

Dein Erziehungsstil bezieht sich auf die Art und Weise, wie du den Bedürfnissen deiner Kinder nach Orientierung und Disziplin im Alltag begegnest. Dies umfasst auch die Art und Weise, wie du Entscheidungen triffst und Konflikte im Haushalt löst.

Inwieweit kann jedoch unsere Art der Erziehung die Persönlichkeitsentwicklung unserer Kinder beeinflussen? Lies im Folgenden weiter, um mehr darüber zu erfahren.

Erziehungsstile: Disziplin und Zuneigung

Der Stil, mit dem Eltern ihre Kinder erziehen und lehren, ist nicht nur ein Mittel, um wünschenswerte Eigenschaften zu vermitteln und Kindern gutes Verhalten beizubringen. Denn die Kinder erwerben dadurch auch eine Reihe von Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften.

Aus der Psychologie der Lebenszyklusentwicklung haben wir herausgefunden, dass es zwei grundlegende Dimensionen für die Erziehung unserer Kinder gibt:

  • die Dimension der Zuneigung und
  • die Dimension der Disziplin.

Zuneigung: Diese beruht in erster Linie auf Akzeptanz. Das heißt, die Eltern vermitteln ihre Zuneigung und Sorge für ihre Kinder auf eine Weise, die es den Kindern ermöglicht, sich in der Gegenwart der Eltern sicher und wohl zu fühlen.

Disziplin: Sie kann auch als Kontrolle definiert werden. Wir beobachten Disziplin oft bei Eltern, deren Verhalten gegenüber ihren Kindern hauptsächlich darauf abzielt, eine Reihe gewünschter Verhaltensweisen zu vermitteln.

Erziehungsstile und ihre Klassifikation

Die klinische Psychologin Diana Baumrind (1971) war eine Vorreiterin, wenn es darum ging, auf Erziehungsstile zu schließen. Sie klassifizierte Erziehungsansätze danach, wie sie die verschiedenen Dimensionen von Zuneigung und Disziplin miteinander verbinden. Baumrind definierte auch vier Erziehungsstile gemäß diesen beiden Dimensionen:

Autoritär. Dieser Erziehungsstil zeichnet sich durch den überwiegenden Einsatz von Disziplin aus. Eltern haben hohe Erwartungen, dass Kinder Normen erfüllen. Darüber hinaus gibt es bei diesem Ansatz auch eine weitgehend einseitige Kommunikation.

Freizügig. Dieser Stil ist das Gegenteil des autoritären Stils. Diese Eltern gründen ihre Philosophie auf Zuneigung. Sie lassen Kinder ihre eigenen Entscheidungen treffen und üben wenig Kontrolle über sie aus.

Die klinische Psychologin Diana Baumrindstellte vier unterschiedliche Erziehungsstile fest

Nachlässig oder unbeteiligt. Bei diesem Erziehungsstil sind die Eltern emotional abwesend oder unbeteiligt. Dies wird als der schlechteste Erziehungsstil angesehen, da die Eltern in keiner der Erziehungsdimensionen vertreten sind.

Demokratisch. Dies wird als der ideale oder am besten geeignete Lernstil angesehen. Aus dieser Sicht bemühen sich Eltern, gutes Verhalten durch ein System von Regeln zu lehren, die auf Interaktion und Zuneigung beruhen.

„Sozialisierung ist nichts, was Eltern dem Kind antun; es ist ein wechselseitiger Prozess, den Eltern und Kinder gemeinsam unternehmen.“

Erziehungsstile und ihre Folgen für die Persönlichkeit des Kindes

Zweifellos hat die Art und Weise, wie wir unsere Kinder großziehen, einen großen Einfluss auf deren Persönlichkeit. Infolgedessen ist dies ein entscheidender Faktor für ihre akademischen Leistungen, ihre sozialen Beziehungen, ihre emotionale Sicherheit und sogar für ihren möglichen beruflichen Erfolg in der Zukunft.

Maccoby und Martin (1983) skizzieren in „Sozialisierung im Kontext der Familie“ jeden Erziehungsstil und die nachfolgenden Effekte, die bei der Persönlichkeit von Kindern festgestellt wurden:

  • Heranwachsende Kinder, die unter einem autoritären Stil erzogen werden, weisen hohe akademische Leistungen auf. Dennoch haben sie auch ein geringes Selbstwertgefühl, wenig Autonomie und geringe soziale Fähigkeiten.
  • Der freizügige Erziehungsstil erzeugt ein hohes Maß an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Die Kinder sind jedoch tendenziell egozentrisch, ungehorsam und zeigen in der Schule geringe Leistungen.
  • Eine sehr geringe Selbstbeherrschung, sowie Aggressivität sind einige der Merkmale, die eine Folge des nachlässigen oder unbeteiligten Erziehungsstils darstellen. Die Kinder, die auf diese Weise erzogen werden, neigen auch häufiger zu psychischen Störungen.
  • Eltern, die den demokratischen Erziehungsstil anwenden, erzeugen ein Familienklima, das auf gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit beruht. Dadurch entwickeln Kinder ein realistisches und positives Selbstverständnis. Gleichzeitig sind sie sehr motiviert, erfolgreich zu sein. Dies bedeutet wiederum gute akademische Leistungen.
Die Erziehungsstile können, je nach den besonderen Bedürfnissen und Umständen der jeweiligen Familie, variieren

Fazit: Mit Kindern auf eine vernünftige Art reden

Zusammenfassend sollte diese Theorie der unterschiedlichen Erziehungsstile in Verbindung mit einem allgemeineren Verständnis des Kinderverhaltens betrachtet werden. Das heißt, die Erziehungsstile können je nach den besonderen Bedürfnissen und Umständen der jeweiligen Familie variieren.

Gleichzeitig ist es jedoch klar, dass der demokratische Erziehungsstil sehr effizient ist. Denn er führt zu einer guten Kommunikation zwischen Eltern und Kind.

Wenn wir unseren Kindern schließlich auf eine vernünftige Art unsere Entscheidungen erklären und warum wir uns an bestimmte Normen halten, zeigen wir ihnen damit, dass wir empfindsam auf ihre Bedürfnisse reagieren. Dies schafft eine gefühlsbezogene Umgebung für die Kommunikation mit ihnen.

Folglich wird dies deinen Kindern dabei helfen, eine realistische Lebenseinstellung und eine gesunde, positive Persönlichkeit zu entwickeln.

  • Maccoby, E.E. y Martin, J.A. (1983). Socialization in the context of the family. In E.M. Hetherington (Ed.). Handbook of Child Pyschology. Vol 4. Socialization, personality and Social development. (pp. 1-101). New York: Willey.
  • Torío, S., Peña, J.V. y Rodríguez, M.C. (2008). Estilos educativos parentales. Revisión bibliográfica y reformulación teórica. Universidad de Oviedo, Vol 20, (pp. 151-178). España.