Wichtig: Einigkeit der Eltern bei der Erziehung

19. Oktober 2019
Alle Eltern wollen natürlich das Beste für ihre Kinder. Trotzdem ist es manchmal schwierig, Einigkeit bei Erziehungsfragen zu erreichen. Doch wenn die Elternteile nicht offen für Dialog und Kompromisse sind, können Konflikte entstehen. Diese können für die Kleinen schädlich sein.

Ein Paar beschließt, eine Familie zu gründen. Dann vereinigen sich zwei Welten, um eine weitere, neue Welt zu erschaffen. Und sie sehen sich plötzlich einem Abenteuer gegenüber: Nämlich der Erziehung eines neuen Erdenbürgers. Dabei spielt alles, was das Paar so an „Gepäck“ mitbringt, also ihre verschiedenen Lebensweisen oder Sichtweisen, eine nicht unerhebliche Rolle. Denn oft ist es nicht einfach, eine Einigkeit in Fragen der Kindererziehung zu erzielen.

Wenn du und dein Partner Eltern werdet, zeigt sich meist eine Sache recht deutlich: die Art und Weise, wie ihr selbst erzogen wurdet. Dabei kann die selbst erlebte Erziehung auf verschiedene Weise durchscheinen: Entweder, weil du sie wiederholen möchtest, also deine Kinder in derselben Art erziehen möchtest, wie es deine Eltern mit dir getan haben; oder weil du gerade das vermeiden willst. In jedem Fall spielt die eigene Erziehung in der Kindheit eine sehr wichtige Rolle. Denn deine Ängste, Wünsche und Überzeugungen kommen ans Licht und kollidieren manchmal mit denen deines Partners.

Einigkeit der Eltern ist wichtig

Jedoch ist es für Kinder von großer Bedeutung, dass sie Einigkeit bei ihren Eltern wahrnehmen. So sollten Mutter und Vater als eine gemeinsame, solide und feste „Front“ auftreten. Denn dadurch können sie den Kindern klare Regeln und Grenzen vorgeben und dadurch schenken sie ihnen wiederum das Gefühl von Sicherheit. Das wird den Kleinen auf ihrem weiteren Lebensweg von großem Nutzen sein.

Doch leider passiert es auch, dass das Kind stattdessen ständige Diskrepanzen zwischen den Eltern erlebt und widersprüchliche Botschaften von ihnen erhält. Dadurch kommt es dann dazu, dass dem Kind ein fester und klarer Bezugspunkt fehlt.

Und nicht nur das: Diese Meinungsverschiedenheiten der Eltern rufen nicht nur Gefühle wie Traurigkeit oder Unbehagen beim Kind hervor. Auch wird sich das Kleine unsicher fühlen. Darüber hinaus kann der Mangel an Einigkeit der Eltern aber auch dazu führen, dass das Kind versucht, das für seinen Vorteil auszunutzen. Und dann können die Meinungsverschiedenheiten des Elternpaars zu folgender Strategie des Kindes führen: Der Nachwuchs schlägt sich immer auf die Seite eines Elternteils. Je nachdem, wie es ihm bei der entsprechenden Situation am besten gelegen kommt.

Eltern und kleine Tochter lesen zusammen auf einem Tablet

Daher ist es auch im Fall von getrennt lebenden Eltern wichtig, Vereinbarungen über die Erziehung der Kinder zu treffen und diese dann auch in beiden Haushalten gleichermaßen anzuwenden.

Gründe für fehlende Einigkeit bei der Kindererziehung

Die Schwierigkeiten, sich in Erziehungsfragen zu einigen, lässt sich im Grunde anhand zweier recht häufig anzutreffender Situationen gut darstellen: Einmal stehen sich zwei völlig widersprüchliche Sichtweisen gegenüber. Und auf der anderen Seite gibt es Paare, die sich zwar in der Theorie einig sind, aber dafür bei der praktischen Umsetzung Probleme haben.

Die Eltern haben völlig entgegengesetzte Sichtweisen über die Kindererziehung

Dieser Fall ist ganz klar. Denn aufgrund ihrer eigenen Lebenserfahrungen haben die beiden Elternteile ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie die Erziehung ihrer Kinder aussehen soll. Dabei sind beide gleichermaßen davon überzeugt, dass sie recht haben. Sie sind zudem völlig unnachgiebig, wenn es darum geht, mit dem Partner zu reden, oder ihm zuzuhören und zu verhandeln.

Nun versuchen beide, das, was sie für richtig halten, durchzusetzen. So erzeugen sie bei den Kindern ein Gefühl von Chaos und Verwirrung. In solchen Fällen sind die Streitigkeiten und Konflikte zwischen Mutter und Vater oft konstant. Sie können zu einem wahren Kampf zwischen den elterlichen Egos werden.

Es gibt eine Einigung in der Theorie, aber nicht in der Praxis

Die andere Situation, zu der es sehr häufig kommt, ist Folgende: Beide Elternteile erreichen durch Gespräche eine grundsätzliche Einigung in Erziehungsfragen und sie scheinen dabei Werte und Standpunkte zu teilen. Zudem einigen sie sich ohne größere Probleme auf die grundlegenden Regeln für den Haushalt und die Familie.

Allerdings passiert dann bei der Umsetzung des Vereinbarten in die Praxis oft dies: Ein Elternteil ist plötzlich viel nachgiebiger als der andere. Und die Erziehungsgrundsätze, von denen man in der Theorie völlig überzeugt war, scheinen auf einmal nicht mehr so wichtig zu sein. Es werden ständig Ausnahmen gemacht, oder die mit dem Partner getroffene Vereinbarung wird nicht respektiert.

Auf diese Weise macht der eine Elternteil alle Erziehungsanstrengungen des anderen zunichte. Darüber hinaus sorgt er durch sein Verhalten dafür, dass der andere dann vor den Kindern quasi als unnachgiebiger Drache dasteht.

Einigkeit bei Erziehungsfragen: Eltern sprechen mit Tochter

Wie erreichst du also Einigkeit in Erziehungsfragen?

  1. Zunächst sei Folgendes gesagt: Ihr habt eine neue Familie gegründet. Dabei ist es natürlich gut, über die Art der Erziehung zu sprechen, die ihr jeweils erhalten habt. Denn ihr könnt sie in einigen Aspekten sicher als Bezugspunkt nehmen. Doch solltet ihr nicht aus den Augen verlieren, dass eure Familie tatsächlich eine ganz neue ist und dass ihr keineswegs das wiederholen müsst, was eure Eltern getan haben. Denn deren Art der Erziehung ist nicht die einzige. Und vielleicht auch nicht die beste.
  2. Außerdem hast du schon gesehen, dass es wichtig ist, dass ihr euch als Eltern als Einheit zeigt und  daher über grundlegende Dinge Vereinbarungen trefft. Dafür solltet ihr euch bei einem Gespräch unter vier Augen auf die Regeln einigen, die in der Familie gelten sollen. Ihr solltet unbedingt vermeiden, vor den Kindern zu streiten, oder dem jeweils anderen bei den Erziehungsfragen zu widersprechen. Falls ein Elternteil einen Konflikt mit einem Kind hat, ist es besser, wenn der andere Elternteil sich zunächst nicht einmischt. und abwartet, bis er allein mit dem Partner ist, um darüber zu sprechen.
  3. Auch ist es wichtig, dass ihr euch bewusst seid: Ihr seid ein Team. Der andere ist nicht dein Feind, sondern vielmehr dein Verbündeter. Also solltet ihr stets gemeinsam nach Lösungen suchen und es nicht zu Vorwürfen und Machtkämpfen kommen lassen.
  4. Für beide gilt: Seid bei der Anwendung der vereinbarten Regeln konstant und konsequent. Überlasst nicht die gesamte Erziehungsaufgabe dem Partner und macht dessen Anstrengungen nicht zunichte. Denn ihr habt eine Einigung auf die erzieherischen Maßnahmen gefunden. Also solltet ihr sie auch in die Praxis umsetzen.

Fazit

Wie du sehen konntest, ist es nicht immer leicht, als Eltern Einigkeit in Erziehungsfragen zu erreichen. Aber für das Wohl deines Kindes ist es sehr wichtig, dass ihr eine Einigung erzielt und diese gemeinsam festgelegten Regeln dann auch konsequent umsetzt. Keine Frage: Die Erziehung eines neuen Erdenbürgers ist anstrengend, aber auch sehr schön!