Ein Nein akzeptieren: Wie kannst du das deinen Kindern beibringen?

11 März, 2020
Gib deinen Kindern alles, was sie wollen und sie werden zu intoleranten und leicht frustrierten Menschen heranwachsen, die nicht wissen, wie sie mit Schwierigkeiten umgehen sollen. Daher ist es sehr wichtig, dass Kinder lernen, dass sie auch ein Nein akzeptieren müssen.
 

Wir alle kennen das traurige Gefühl, das aufkommt, wenn wir unsere Ziele nicht erreichen konnten oder nicht alles so gelaufen ist, wie wir uns das gewünscht haben. Wenn sogar Erwachsen Probleme haben, mit derartigen Situationen umzugehen, dann kannst du dir vorstellen, wie schwer das für Kinder sein muss. Wenn du deinen Kindern frühzeitig beibringst, dass sie auch ein Nein akzeptieren müssen, dann wird ihnen dies für ihr späteres Leben sehr hilfreich sein.

Nein akzeptieren - Mädchen mit Wutanfall

Geringe Frustrationstoleranz

Eine geringe Frustrationstoleranz ist ein Schlüsselkonzept, wenn Kinder lernen, dass sie auch ein Nein akzeptieren müssen. Frustration ist eine Ansammlung von Gefühlen wie Traurigkeit, Enttäuschung und Desillusionierung, die entstehen, wenn du nicht das bekommst, was du haben möchtest.

Warum können manche Menschen besser mit diesen Emotionen umgehen? Hauptsächlich hat dies mit ihren vergangenen Erfahrungen zu tun.

Bereits in der Kindheit begegnest du Problemen mit den Verhaltensweisen und Strategien, die du von deinen Eltern erlernt hast. Wenn deine Eltern dir nicht die richtigen Werkzeuge an die Hand geben, wirst du auch nicht wissen, wie du mit diesen Schwierigkeiten umgehen sollst.

 

Kinder mit einer geringen Frustrationstoleranz haben vermutlich keine klaren und präzisen Regeln im Leben erhalten. Stattdessen haben sie stets sofort alles bekommen, was sie wollten. Außerdem haben sie weder Misserfolge noch Grenzen erfahren.

Tief im Inneren sind sie Kinder mit einem niedrigen Selbstwertgefühl, weil es sehr wichtig ist, schwierige Situationen zu erleben, um ein positives Selbstbild von sich zu formen.

Kinder mit geringer Frustrationstoleranz

  • Haben Schwierigkeiten damit, ihre Emotionen zu kontrollieren.
  • Sind ungeduldig und impulsiv.
  • Können für ihr Alter untypische Ängste zeigen, insbesondere in Konfliktsituationen.
  • Darüber hinaus sind sie egozentrisch und denken, dass die Welt sich nur um sie dreht und sie alles verdienen. Außerdem glauben sie, dass Grenzen unfair sind.
  • Sie sind sehr fordernd und wollen ihre Bedürfnisse unverzüglich befriedigen. Wenn dies nicht möglich ist, bekommen sie einen Wutanfall.
  • Zudem sind sie steif und unflexibel. Sie finden es schwierig, sich an Veränderungen anzupassen.
Nein akzeptieren - Mutter mit bockigem Sohn

So kannst du deinen Kindern beibringen, ein Nein zu akzeptieren

Sei nicht zu nachsichtig

 

Obwohl viele Eltern natürlich nur die allerbesten Absichten damit verfolgen, wenn sie ihre Kinder vor allen Enttäuschungen, Frustrationen oder Schmerzen bewahren wollen, tun sie ihren Kindern damit keinen Gefallen. Diese Eltern denken, dass ihre Kinder als Erwachsene noch genügend schmerzliche Erfahrungen machen werden und sie daher ihre Kindheit möglichst unbeschwert und unbelastet genießen sollten.

Daher versuchen sie, jede noch so kleine Schwierigkeit, die ihre Kinder haben könnten, für sie zu lösen. Sie tragen ihre Schultaschen, erledigen die Hausaufgaben ihrer Kinder und erfüllen ihnen jeden Wunsch.

Allerdings solltest du daran denken, dass dein Kind irgendwann erwachsen wird und du nicht immer an seiner Seite sein wirst. Daher ist es das Beste, wenn du ihnen beibringst, dass sie auch ein Nein akzeptieren müssen. Lehre sie, wie sie mit ihrer Frustration umgehen können und dass diese Gefühle ein Teil des Lebens sind.

Wenn du immer alle Probleme für sie löst, werden sie nicht wissen, wie sie mit ihren künftigen Herausforderungen und Schwierigkeiten umgehen und sie überwinden können.

Ermutige sie zu Autonomie und bringe ihnen bei, ein Nein zu akzeptieren

Nur durch Erfahrungen, die wir selber machen, beginnen wir damit, unser eigenes Selbst zu entwickeln. Daher solltest du ihre Autonomie bei den Aufgaben fördern, die ihrem Alter entsprechen.

Kinder, die bereits in jungen Jahren Herausforderungen erlebt und gemeistert haben, verfügen über bessere Problemlösungsfähigkeiten. Außerdem werden sie ein besseres Selbstkonzept von sich bekommen und genügend Selbstvertrauen haben, um ihre eigenen Probleme zu lösen.

 

Bringe ihnen bei, keine Angst vor Fehlern zu haben

Wenn du ein Nein akzeptieren musst, dann ist das manchmal besonders schwer, wenn du nicht das bekommen hast, was du dir erhofft hast oder das Gefühl hast, versagt zu haben. Daher ist es wichtig, dass Kinder verstehen, dass Fehler ein ganz normaler Teil des Lernprozesses sind und sie keine Angst davor haben sollten, Dinge auszuprobieren.

Nein akzeptieren - schreiender Junge

Lasse dich nicht durch ihre Wutausbrüche beeindrucken

Wenn du deinen Kindern beibringst, dass sie auch ein Nein akzeptieren müssen, dann machst du ihnen ein großartiges Geschenk.

Natürlich ist dies nicht ganz einfach, denn sie werden zu Beginn vermutlich nicht wirklich davon begeistert sein. Daher solltest du nicht aufgeben, auch wenn es dir nicht auf Anhieb gelingt.

Wenn dein Kind schreit und tobt, solltest du dieses Verhalten nicht verstärken. Es ist lediglich ein Weg für Kinder, ihre Frustrationen auszudrücken. Im Laufe der Zeit werden sie lernen, besser mit ihren Gefühlen umzugehen und sie angemessen zum Ausdruck zu bringen.

Sprich mit deinen Kindern und erkläre ihnen, warum sie auch ein Nein akzeptieren müssen

Wenn du ihnen etwas verbietest oder einen Wunsch abschlägst, dann solltest du ihnen auch deine Gründe für diese Entscheidung erklären.

Es ist wichtig, dass du mit deinen Kindern sprichst und ihnen erklärst, warum sie nicht immer alles bekommen können, was sie haben möchten. Vielleicht denkst du, dass sie das gar nicht verstehen werden, aber sie werden erkennen, dass ihre Eltern sie ernst nehmen, sich anstrengen und ruhig und fürsorglich mit ihnen umgehen.

Außerdem ist es besser, Nein zu sagen und dies dann zu begründen, denn dann können sie diese Entscheidungen besser verstehen und akzeptieren. Und dann werden sie dir auch nicht böse sein.