Die Liebe zum Lesen: Wie du sie deinem Kind beibringst

02 Januar, 2019
Für ein Kind ist es schwierig, die Liebe zum Buch zu entwickeln, wenn es schon von klein an Stunden vor einem Bildschirm verbringt. Gemeinsames Lesen, sowie ein offenes Ohr und sinnvolle Gespräche helfen dabei, die Welt der Sprache zu entdecken.
 

Hast du dich als Mutter auch schon gefragt, wie du deinem Kind die Liebe zum Lesen beibringen kannst?

Wie können wir ihnen dabei helfen, die Bedeutung der Sprache schätzen zu lernen, sodass sie darum betteln, Geschichten und Bücher zu lesen? Oder uns darum bitten, mit ihnen zur Bücherei zu gehen?

Die gute Nachricht ist, dass es in jedem Zuhause (ja, auch in deinem) verschiedene Möglichkeiten gibt, um das Interesse eines Kindes am Schreiben, Lesen und der Kunst der Kommunikation zu wecken.

Die Bedeutung des Lesens ist nicht zu bestreiten:

  • Es steht in Verbindung mit dem Schulerfolg.
  • Lesen verhilft zur Entwicklung eines guten Vokabulars.
  • Es verhilft zu kritischem Denken.
  • Es steht in Verbindung mit unseren Schreibfähigkeiten.
  • Und es wird mit unserer sozialen Entwicklung in Verbindung gebracht.

Die Liebe zum Lesen und Schreiben fördert unter anderem Empathie und das Interesse an sozialer Gerechtigkeit. Beides wird durch das Lesen über menschliche Konflikte, unsere Herkunft, Wurzeln und mögliche Lösungen für unsere Probleme entwickelt.

Für ein Kind kann es sehr schwierig sein, eine Liebe zum Schreiben und Lesen zu entwickeln, wenn es schon von klein an Stunden vor einem Computer, Tablet, Smartphone oder anderen elektronischen Spielen verbringt.

Denn diese Geräte helfen fast nie, wenn es an der Zeit ist, gute Lese- und Schreibgewohnheiten bei Kindern zu entwickeln.

Neben der Liebe zum Lesen, ist auch Schreiben wichtig
 

Wie du deinem Kind die Liebe zum Lesen beibringst

Rede mit deinen Kindern und hören ihnen zu

Führe Gespräche mit deinen Kindern, die ihr Denken und ihre Vorstellungskraft herausfordern. Ebenso sollten diese Gespräche sinnvoll sein. Rede mit ihnen über Dinge, von denen du weißt, dass sie deine Kinder interessieren. Und höre ihnen zu, ohne ihren Redefluss zu unterbrechen.

Erläutere dann, was sie sagen, und führe ein oder zwei neue Wörter in das Gespräch ein. Fordere sie dazu heraus, zu recherchieren, sich zu erinnern und darüber nachzudenken, was sie zu einem Thema gesehen oder gehört haben und um ihr Wissen zu erweitern.

Suche Rat

Frage den Lehrer deines Kindes, welche Bücher dein Kind in der Schule am liebsten mag.

Alternativ dazu, kannst du auch den Bibliothekar bitten, dir verschiedene Bücher vorzuschlagen. Diese sollten dem Alter deines Kindes entsprechen und nicht nur Kindergeschichten sein, sondern auch Gedichte, Lieder, Cartoons und Weltkarten umfassen.

Lesetipp: Der pädagogische Wert einer Bibliothek: Wichtigkeit und Ziele

Lade dein Kind dazu ein, Spaß mit Tönen und Worten zu haben

Erkunde die Laute der Sprache. Schlage dazu zum Beispiel folgende Dinge vor:

  • Spiele mit Reimen
  • Spiele mit Änderungen
  • Spleißen bestimmter Laute
  • Verknüpfen von Buchstaben und Lauten

Verschieden Aktivitäten rund um das Alphabet

Einige Ressourcen, auf die du für den Spaß mit dem Alphabet zurückgreifen kannst, sind:

  • Bücher
  • magnetische Buchstaben
  • Blöcke
  • Puzzles
 
  • Karten

Achte darauf, dass du Bücher in allen Räumen des Hauses in Sichtweite hast. Außerdem sollten diese eine Vielzahl von Stilen und Themen bieten.

Stelle ausreichendes Schreibmaterial zur Verfügung

Kinder brauchen auch Material, um ihre Schreibfähigkeiten zu entwickeln. Halte daher eine Kiste mit Stiften, Farben, Markern, Papier und Umschlägen bereit, die für deine Kinder leicht zugänglich ist.

„Um weit zu reisen, gibt es kein besseres Schiff als ein Buch.“

–Emily Dickinson, amerikanische Dichterin–

Erkläre, wie Bücher funktionieren und wie sie gemacht werden

Das gemeinsame Lesen hilft dabei, die Liebe zum Buch zu entwickeln

Wenn du deinem Kind Bücher, Zeitschriften oder anderes Schriftmaterial vorliest, hilf ihm oder ihr dabei zu erfahren, wie diese gedruckt und organisiert werden.

Hebe Wörter beim Lesen hervor. Zeige deinem Kind die Unterschiede zwischen Bildern und Text auf. Erkläre jeden Teil des Buches, z. B. die Buchumschläge und die Titelseite.

Schaffe eine Welt der Emotionen, indem du deinen Kindern vorliest

Durch die tägliche Routine des Vorlesens werden Kinder die Liebe zum Lesen und Schreiben entwickeln. Diese Momente können für deine Kleinen unvergesslich sein.

 

Mache Tiergeräusche und zeige Begeisterung für die Geschichte, die du vorliest. Beginne mit der Erstellung von assoziativen Bildern für dein Kind. Diese dienen als Instrument, sodass dein Kind das Lesen genießt.

Auch wenn der Fortschritt langsam ist, übe keinen Druck auf dein Kind aus

Es ist nicht ratsam, deinem Kind die Liebe zum Lesen mit Hilfe eines „Wunderprogramms“ beizubringen. Denn dies führt nur zu einer Abneigung gegen das Lesen, da das Kind neurologisch noch nicht bereit ist, diese Fähigkeiten zu entwickeln.

Interaktive Bücher eignen sich dagegen hervorragend für Kinder im Vorschulalter. Diese Bücher machen Geräusche oder enthalten bewegliche Objekte, z. B. einen Pfeil, der gedreht werden muss.

Das könnte dich auch interessieren: 5 Bücher, die dein Kind vor dem 6. Lebensjahr lesen sollte

Sie sind daher großartig, um Kindern die Liebe zu Büchern zu vermitteln. Ebenso können sie den Wunsch erwecken, das Lesen und Schreiben zu lernen. Sie eigenen sich ebenfalls dazu, um dieselbe Geschichte mehrmals zu wiederholen, wenn dein Kind dies fordert.

Wenn du deinem Kind die Liebe zum Lesen beibringen möchtest, schenke ihm oder ihr an Geburtstagen oder anderen besonderen Tagen Bücher. Du kannst auch Zuhause eine kleine Bibliothek erstellen. Diese kann Bücher enthalten, die dem Alter deines Kindes enstprechen und seine/ihre Intressen abdecken.

Dadurch entsteht ein weiteres mentales Bild, dass Bücher ein Preis sind. Denn die Kinder sehen, dass sie ein wunderbares Geschenk sein können. Ansonsten verbinden Kinder Bücher meist nur mit der Lesepflicht in der Schule. Zögere daher nicht, die obigen Anregungen in die Tat umzusetzen.

 
  • Morgan, P. L., & Fuchs, D. (2007). Is there a bidirectional relationship between children’s reading skills and reading motivation? Exceptional Children. https://doi.org/10.1177/001440290707300203