Was tun bei Koliken während der Stillzeit?

· 22. Oktober 2018
Koliken während der Stillzeit sind ein häufiges Problem. Wie kommt es dazu? Und wie kannst du deinem Baby helfen? Hier findest du Information dazu.

Koliken während der Stillzeit lassen dein Baby plötzliche und verzweifelte Schreie ausstoßen.

Die Schmerzen können lang andauernd und sehr stark sein. Denn es handelt sich um wirklich schmerzhafte Verkrampfungen im Bauch deines kleinen Lieblings. Dazu kommt es vor allem in den ersten zwölf Lebenswochen. Und sie stellen auch für die Eltern des geplagten Säuglings eine große Herausforderung dar.

Auch heute noch stellen Koliken während der Stillzeit für Ärzte ein gewisses Rätsel dar. Denn man hat immer noch keine genaue Ursache dafür gefunden.

Nach Angabe von Experten leiden etwa 15% der Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten an unregelmäßigen Bauchkrämpfen. Dieses Phänomen nennt man auch Dreimonatskolik. Dabei kommt es immer wieder zu unerklärlichem und exzessivem Schreien des Babys.

Solche Koliken während der Stillzeit zeigen sich tendenziell eher am Abend. Allgemein dauern sie etwa drei Stunden pro Tag und beginnen in etwa ab der dritten Lebenswoche.

Außerdem treten sie an drei Tagen pro Woche (oder öfter) auf und ziehen sich über drei Monate hin. Daher spricht man auch von der so genannten „Dreierregel“, um solch eine Dreimonatskolik zu definieren.

Das Baby leidet dabei unter intensiven und schnellen Verkrampfungen des Darms. Diese verursachen ihm starke Schmerzen.

Bei den Koliken während der Stillzeit kommt es häufig dazu, dass der Säugling den Rumpf nach hinten überstreckt. Auch winkelt das Kind die Arme und Beine mit erhöhter Muskelspannung an oder zieht sie über den Bauch. Zudem ballt es häufig seine Fäuste und ist sehr gereizt. Darüber hinaus kommt es zu Blähungen.

Wie kommt es zu Koliken während der Stillzeit?

Schreiendes Baby mit Koliken während der Stillzeit

Laut den entsprechenden Forschungen treten Koliken während der Stillzeit häufig in den ersten drei Lebensmonaten auf (mehr als 40% der Säuglinge leiden darunter). Und wie bereits erwähnt, weiß man noch nicht genau, was die Ursache dafür ist. Doch können mehrere Faktoren mit hineinspielen.

Unreife des Nervensystems

In den ersten Lebenswochen erlebt das Baby eine Unmenge an neuen Reizen. Dadurch kann es zu einer Übererregbarkeit des Säuglings kommen. Dein Kleines reagiert sehr sensibel auf die neuen Einflüsse der Welt.

Unreife des Verdauungstraktes

Möglicherweise leidet das Baby noch unter Anpassungsstörungen des Darms. Denn das Verdauungssystem bei Babys ist noch nicht voll entwickelt. Es kann zu starkem Aufstoßen kommen. Und das verursacht mitunter akute Schmerzen im Bauchbereich.

Laktoseintoleranz

Kinder können bereits von Geburt an Laktoseintoleranz leiden. Das heißt, sie vertragen die Proteine nicht, die in der Kuhmilch sind. Daher ist es ratsam, diese durch Sojamilch und andere Proteine zu ersetzen.

So kannst du verhindern, dass dein Kleines an Koliken während der Stillzeit leidet. Jedoch solltest du unbedingt deinen Kinderarzt für eine korrekte Diagnose aufsuchen.

Fehler beim Stillen oder Füttern

Koliken während der Stillzeit können auch durch bestimmte Fehler beim Stillen oder Füttern verursacht werden. So solltest du vermeiden, dass dein Kleines über viele Stunden hinweg keine Nahrung bekommt. Und du musst darauf achten, dass es beim Stillen oder Füttern mit dem Fläschchen während des Schluckens keine Luft mitschluckt. Auch sollte das Baby nicht zu schnell trinken.

Unruhe der Eltern

Auch eher psychologische Faktoren können Einfluss auf Koliken während der Stillzeit haben. So überträgt sich die Nervosität oder Unruhe der Eltern leicht auf den Säugling. Das kann dazu führen, dass das Neugeborene vermehrt schreit.

In jedem Fall ist zu empfehlen, dass ihr als Eltern zu einem Kinderarzt geht. Am besten zu einem, der auf Koliken während der Stillzeit spezialisiert ist. Denn nur dieser kann auf eure Fragen Rat und Antwort geben.

Er kann den Eltern auch dabei helfen, besser mit der eigenen Anspannung umzugehen. Denn so können sie wiederum ihren Kindern besser helfen.

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Wie merkst du, ob dein Baby an Koliken während der Stillzeit leidet?

Baby bekommt Massagen gegen Koliken während der Stillzeit

Es gibt mehrere Anzeichen, anhand derer du feststellen kannst, ob dein Baby an Koliken leidet. Hier stellen wir dir die wichtigsten Symptome vor:

  • Das Kind beginnt, Reizbarkeit, Unruhe und Unbehagen zu zeigen.
  • Auch zu bestimmten Tageszeiten ist der Bauch des Säuglings verhärtet.
  • Zudem lässt sich das Baby nicht mit den üblichen Methoden beruhigen.
  • Außerdem hat das Kind starke Blähungen.
  • Die Beschwerden treten jeden Tag zur gleichen Zeit auf, etwa ab 17.00 Uhr.
  • Das Baby schreit und weint über lange Zeit hinweg.
  • Darüber hinaus hat der Säugling einen sehr leichten Schlaf. Und er hat häufig Schwierigkeiten beim Einschlafen.

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Wie kannst du deinem Baby helfen?

Im Folgenden zeigen wir dir einige nützliche Methoden. Damit kannst du die Beschwerden der Koliken während der Stillzeit lindern und damit auch dein schreiendes Baby beruhigen.

Wärme. Du kannst zum Beispiel eine kleine Wärmflasche, ein Wärmekissen oder Ähnliches auf den Bauch deines Kleinen legen. Dadurch können die Schmerzen gelindert werden und dein Baby wird weniger weinen.

Massagen. Wenn dein Kind Anzeichen von Koliken zeigt, kannst du versuchen, diese durch leichte Massagen zu lindern. Führe dabei sanfte, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn auf dem Bäuchlein oder dem Rücken des Babys aus. Dadurch kannst du den Druck verringern.

Veränderung der Position. Eine häufige Veränderung der Position deines Baby kann zu einer besseren Darmtätigkeit führen. Außerdem hilft dies, dass sich die Magensäure verringert. Und auch die Blähungen gehen so zurück.

Musik. Am besten legst du die Musik auf, die du auch während der Schwangerschaft häufig gehört hast. Nimm dein Baby während des Musikhörens in die Arme, ganz nah an deine Brust, und wiege es leicht hin und her.

Dadurch wird sich das Kleine sicher und beruhigt fühlen. Und so kann es sich einfacher entspannen.

Wenn du all diese Ratschläge bereits erfolglos ausprobiert hast, dann greif zu „Plan B“. Warte, bis sich das Kind von allein beruhigt und einschläft. Schalte das Licht aus und sorge für Stille. Und nimm dir dann Zeit für dich selbst.

Versuche, zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Denn so bist du wieder erholt und fit, wenn dein Kleines aufwacht. Und dann kannst du dich weiter liebevoll um sein Wohlergehen kümmern.