Sexualität in der Stillzeit

· 13. Dezember 2018
In unserem heutigen Beitrag geht es um ein Thema, über das man viel zu selten spricht. Denn die hormonellen Veränderungen in der Stillzeit können Auswirkungen auf die Sexualität haben, die eine Beziehung beeinflussen können. Doch mit Liebe und Zärtlichkeit kann man diese überwinden. 

Die Ankunft des Babys ist ohne jeden Zweifel eine große Freude, denn neues Leben kommt ins Haus und erwärmt die Herzen der Eltern. Doch in der Stillzeit kann unter anderem die Sexualität der frischgebackenen Mutter beeinflusst werden.

Während der Schwangerschaft gibt es viele intime Momente, die sich positiv auf die Beziehung auswirken. Doch hormonelle Veränderungen in der Stillzeit können unerwünschte Folgen haben.

Sexualität in der Stillzeit: hormonelle Veränderungen und ihre Folgen

In der Stillzeit kommt es zu vielen Veränderungen im Hormonhaushalt der jungen Mutter. Durch den Saugreflex des Babys wird die Bildung des Hormons Prolaktin stimuliert. 

Dieses Hormon regt die Milchbildung an und bremst die Freisetzung von Östrogen und Testosteron. In der Folge kommt es zu einer reduzierten Libido. 

Darüber hinaus treten Beschwerden wie vaginale Trockenheit, Hitze und Reizbarkeit, ganz ähnlich wie in der Menopause, auf. 

Doch die Veränderungen sind völlig anders als in den Wechseljahren und außerdem sind sie nur vorübergehend. Im Allgemeinen dauert es rund drei bis vier Monate, bis wieder Normalität eintritt.

Physische Konsequenzen des Stillens

Dazu kommen physische Veränderungen, welche die Sexualität in der Stillzeit beeinflussen. In den ersten Tagen nach der Geburt sind Babys sehr anspruchsvoll und rauben der Mutter den Schlaf. 

Müdigkeit wirkt sich natürlich auch auf sexuelle Beziehungen aus. Dazu kommt, dass man vielleicht nicht den richtigen Zeitpunkt findet oder das Baby plötzlich beginnt zu weinen.

Nach einer natürlichen Geburt provoziert der Dammschnitt (Episiotomie) bei sexuellen Verhältnissen Schmerzen und erschwert den Genuss. Deshalb empfiehlt es sich, ein Gleitmittel zu verwenden, um das Ganze einfacher zu machen. Auch Spiel und Zärtlichkeit sind in dieser Zeit sehr wichtig.

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Emotionale Veränderungen in der Stillzeit

Nicht zu vergessen ist, dass nach der Geburt des Babys auch emotionale Veränderungen die Sexualität der Mutter beeinträchtigen können. In den ersten Tagen oder Wochen wird die Beziehung zwischen Mutter und Baby aufgebaut und gestärkt.

Dies wird durch Endorphine möglich, welche die Liebe zwischen Mutter und Kind fördern. Aus diesem Grund gilt die ganze Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit dem Neugeborenen.

Dies kommt durch eine innige Kommunikation, Umarmungen, Streicheln und Liebesbeweise zum Ausdruck, doch häufig bleibt dann keine Lust mehr auf Sex. Sehr oft fühlt sich der Vater abgewiesen und wird sich bewusst, dass sich seine Frau verändert hat.

Mutter und Kind

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Sexualität in der Stillzeit

Das Intimleben nach der Geburt des Kindes wieder aufzunehmen, kann manchmal unbequem sein. Noch hat sich der Körper von der Entbindung nicht erholt und außerdem hat sich der Hormonhaushalt verändert.

Während der sexuellen Beziehung kann es außerdem zu Milchverlusten kommen. Denn dabei entsteht Oxytocin. Doch es gibt auch Möglichkeiten, diese Zeit mit dem Partner zu genießen.

Durch den Saugreflex des Babys wird die Bildung des Hormons Prolaktin stimuliert. Dieses Hormon regt die Milchbildung an und bremst die Freisetzung von Östrogen und Testosteron. In der Folge kommt es zu einer reduzierten Libido. 

Kann man in der Stillzeit intime Augenblicke genießen?

Ja. Natürlich ist das möglich. Es kann auch zu einem Orgasmus kommen. Doch dadurch sind manche Frauen zum Teil verwirrt oder haben sogar Schuldgefühle. 

Auch hier sind Hormone mit im Spiel und es ist nichts Schlechtes dabei. Während der sexuellen Beziehung entsteht Oxytocin, ein Hormon, das für die Kontraktionen der Gebärmutter und auch für sexuelle Reize zuständig ist.

Sexualität in der Stillzeit

Tipps für Sexualität in der Stillzeit

Intime Beziehungen in der Stillzeit können manchmal zu Unbequemlichkeit und Unsicherheit führen. Doch mit diesen Tipps könnt ihr eure Beziehung genießen: 

  • Versuche, ruhig zu bleiben und mental offen zu sein. Wähle entspannte Augenblicke, um eine Beziehung zu genießen.
  • Um dich sicher zu fühlen, solltest du ein Verhütungsmittel einnehmen, das während der Stillzeit erlaubt ist. 
  • Die Kommunikation mit deinem Partner ist grundlegend. Teile ihm mit, was du gerne hättest und wo deine Grenzen sind, bis sich alles wieder normalisiert.
  • Wenn du Schmerzen hast, solltest du dies nicht verschweigen. Beide müssen diese Augenblicke genießen.
  • Fühle dich wegen Milchverlusten nicht schuldig, das ist ganz normal und nur vorübergehend.
  • Nimm dir Zeit und sag deinem Partner, dass du seine Unterstützung brauchst. Du kannst dich so besser entspannen und genießen, bis die Normalität wiederkehrt.

Sexuelle Beziehungen sind auch in der Stillzeit möglich. Du kannst auch in dieser Zeit intime Augenblicke mit deinem Partner genießen. Eine gute Kommunikation, Liebe und Zärtlichkeit sind stärker als die Hormone!

  • Un regalo para toda la vida. Guía de la lactancia materna. Carlos González. Ed. Temas de Hoy, 2006.
  • La Liga de la Leche Internacional. El arte femenino de amamantar. México: Pax, 2001.
  • Manual de Lactancia Materna. De la teoría a la práctica. Comité de Lactancia Materna de la Asociación Española de Pediatría. Ed. Panamericana, 2008.
  • Portalatín, B. ¿Qué pasa con la sexualidad durante la lactancia? 2013. El Mundo | Salud.