Windelentwöhnung: Wie man dem Kind beibringt, auf die Toilette zu gehen

· 8. März 2018
Seinem Kind beizubringen, sich nicht mehr auf die Windel zu verlassen, ist zwar eine Aufgabe, die uns erwartet, die wir gleichzeitig aber auch fürchten. Finde hier heraus, was zu tun ist und zu welchem Zeitpunkt, ohne an dem Versuch der Windelentwöhnung zu scheitern.

Du hast bereits mehr als zweitausend Windeln pro Jahr gewechselt. Nun freust du dich sicher auf den Sommer, um dich, gemeinsam mit deinem Kind, auf einen neuen Weg zu machen. Der Moment, den Eltern am sehnlichsten erwarten ist der Moment der Windelentwöhnung, wenn man seinem Kind beibringt, keine Windel mehr zu benutzen und selbstständig auf die Toilette zu gehen.

Die Windelentwöhnung wirft bei den Eltern jedoch eine Reihe von Fragen auf: Wann beginne ich? Woher weiß ich, ob mein Kind bereit ist? Wie verhalte ich mich in Bezug auf die Körperpflege?

Nur wenige Eltern sind auf diese zeitaufwendige Phase vorbereitet. Während einige Kinder in wenigen Tagen lernen, selbstständig auf die Toilette zu gehen, benötigen die meisten mehrere Monate. Man mag denken, dass es umso schneller funktioniert, je früher man mit der Entwöhnung beginnt. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Daher ist es ratsam, einige Tipps zu berücksichtigen, woran man merkt, dass man mit der Windelentwöhnung beginnen kann und das Kind bereit ist, zu lernen selbstständig auf die Toilette zu gehen. Wie man die Grundschritte erfolgreich meistert, beschreibt dieser Artikel.

Wann beginnen wir?

Es gibt kein genaues Alter, ab wann ein Kind für das Töpfchentraining bereit ist. Die meisten entwickeln jedoch die notwendigen körperlichen und kognitiven Fähigkeiten zwischen 18 und 24 Monaten. Trotzdem warten viele Eltern, bis die Kinder zweieinhalb oder drei Jahre alt sind.

Es ist eine richtige Entscheidung der Eltern, mit der Entwöhnung ein wenig zu warten. Beginnt man, bevor ein Kind bereit dazu ist, verlängert sich normalerweise der Prozess. Bedenke, dass ein Kind vor dem ersten Lebensjahr, seinen Schließmuskel nicht kontrollieren kann. Auch wenn es erste Anzeichen gibt, bedeutet dies nicht automatisch, dass ein Kind bereit ist.

Aus praktischen und bequemen Gründen beginnen Eltern mit der Windelentwöhnung normalerweise im Sommer. So kann das Kind mit dem Po an der frischen Luft sein, schneller auf die Toilette gehen und so eventuelle Unfälle vermeiden.

Wie die Windelentwöhnung funktioniert

Anzeichen, die beachtet werden sollten

Körperliche Anzeichen

  • Das Kind hat ein ausreichendes Gleichgewicht beim Gehen und zeigt Stabilität beim Laufen.
  • Es verspürt nicht mehr den Drang, ständig, sondern kontrolliert zu urinieren. 
  • Der Stuhlgang ist normal und weich.
  • Es hält die Windel drei bis vier Stunden trocken. 

Anzeichen im Verhalten

  • Es kann für zwei bis fünf Minuten sitzen bleiben.
  • Eine volle Windel bewirkt Unwohlsein.
  • Es ist neugierig und versucht, Erwachsene zu imitieren, wenn sie auf die Toilette gehen. 
  • Wird das Geschäft verrichtet, geschieht dies mit Geräuschen oder es wird direkt geäußert. 

Kognitive Anzeichen

  • Es befolgt einfache Anweisungen.
  • Es ist in der Lage, mit Wörtern, den Stuhlgang und Urin zu beschreiben.
  • Durch körperliche Anzeichen erkennt es, wann es zur Toilette muss und kann bis dahin anhalten.
  • Das Kind kann ohne Schwierigkeiten, Wasser von einem Gefäß in ein anderes schütten. Dieser Test zeigt, ob der Schließmuskel bereit ist, mit dem Training zu beginnen.Windelentwöhnung mit Hilfe der Mutter

Nach und nach die Windel weglassen

Besorge alles Notwendige zur Windelentwöhnung

Im ersten Schritt wählt man ein geeignetes Töpfchen oder einen Toilettensitz. Hierbei kann man auch den Kinderarzt nach seinen Empfehlungen fragen. Wie die Wahl auch ausfällt, prüfe dabei immer, ob es für dein Kind bequem und sicher ist und ob die Füße beim Sitzen den Boden berühren.

Im Falle eines Toilettensitzes solltest du auch einen Hocker kaufen, damit dein Kind mit seinen Füßen den Boden berühren kann. Dieses kleine Detail hilft ihm, selbstständig auf die Toilette zu gehen und dabei genügend Halt zu haben. Zudem wird ihm so das Drücken beim Stuhlgang erleichtert.

Diese Phase benötigt viel Zeit, Geduld und Zugeständnisse für das Kleine. Lass es daher sein Töpfchen dekorieren oder damit spielen, wann immer es möchte.

Beim Thema Unterwäsche wählen Eltern meist Strumpfhosen, Stoffunterhosen oder Einwegwindeln aus. Diese können vom Kind selbst problemlos an- und wieder ausgezogen werden.

Erkläre den Vorgang, zeige, wie es funktioniert und verabschiede dich von der Windel

Und jetzt ist es Zeit, zu beginnen! Suche zuerst einen zugänglichen und bequemen Platz für das Töpfchen. Bevorzuge dabei einen Ort, an dem sich dein Kind die meiste Zeit des Tages aufhält, damit es das Töpfchen jederzeit benutzen kann.

Erkläre deinem Kind, dass Erwachsene keine Windeln benutzen, sondern ihre Notdurft auf einer Toilette verrichten. Betone dabei die Verbindung zwischen der Toilette und dem Stuhlgang. Macht es in die Windel kannst du es auch zum Töpfchen bringen, sich hinsetzten lassen und daran erinnern, dass es beim nächsten Mal das Töpfchen benutzen soll.

Mach dir keine Sorgen und ärgere dich nicht, wenn sich dein Kind nicht hinsetzen will. Zwinge es, unter keinen Umständen, sich zu setzen oder einen Vorgang zu beschleunigen, der Zeit erfordert. Vermeide, dass sich dein Kind unter Druck gesetzt fühlt, da der Lernprozess dadurch verlangsamt werden kann.

Kind übt mit dem Töpfchen die Windelentwöhnung

Erkläre deinem Kind zu diesem Zeitpunkt, dass du ihm beibringst, seine Bedürfnisse genau wie Mama und Papa zu stillen. Denke daran, dass Kinder lernen, indem sie Erwachsene imitieren. Am besten kann man dem Kind in dieser Lektion helfen, indem es einem dabei zuschaut.

Wenn du deinem Kind zeigst, wie man die Toilette benutzt, ist es gut zu erklären, was du tust. Zeig ihm auch, dass du Toilettenpapier benutzt, deine Hose hochziehst, die Spülung betätigst und schließlich deine Hände wäschst. Dir dabei zuzusehen, wird ihm helfen, den Prozess zu verstehen.

Achte auch auf die geschlechtsbedingten Unterschiede. Hast du einen Jungen, ist es empfehlenswert, ihm zuerst beizubringen, im Sitzen zu pinkeln. Später kann man ihm auch zeigen, wie man im Stehen uriniert. Bei einem Mädchen solltest du sicherstellen, dass sie sich von vorne nach hinten abwischt. So wird das Risiko für Harnwegsinfektionen reduziert.

Motiviere dein Kind, die Windel wegzulassen

Mache deinem Kind klar, dass es immer zu dir kommen kann, wenn es Hilfe beim Gang zur Toilette braucht. Sei es bei der Benutzung seines Töpfchens oder Toilettensitzes, beim An- und Ausziehen der Hose oder Unterwäsche; es kann sich an dich wenden.

Vergiss nicht, dass je länger dein Kind keine Windel trägt, desto schneller lernt es, auf die Toilette zu gehen. Dabei sollten wir uns bereithalten, um den einen oder anderen Unfall zu säubern. Sei ruhig und lade es ein, für mindestens eine Minute sitzen zu bleiben. Leiste deinem Kind dabei Gesellschaft und biete ihm an, eine Geschichte vorzulesen.

Zögere natürlich nicht, jedes richtige Benutzen der Toilette zu loben. Auf diese Weise versteht es, dass dieses Lernen mit einem Erfolg verbunden ist. Sei jedoch vorsichtig und übertreibe dein Lob nicht, da dies dein Kind nervös und verlegen machen kann.

Nehme „Unfälle“ bei der Windelentwöhnung mit Humor

Den meisten Kindern passiert in diesem Lernprozess der eine oder andere „Unfall“. Bei einem Ausrutscher sollte man es vermeiden, wütend zu werden, zu bestrafen oder zu schimpfen. Vielleicht ist der Muskel, der den Urin und Stuhlgang deines Kindes kontrolliert, noch nicht vollständig entwickelt.

Du kannst das Risiko, das einmal etwas „daneben“ geht, reduzieren, indem du für dein Kind Kleidung wählst, die es schnell an- und ausziehen kann. Lässt sich ein „Unfall“ nicht vermeiden, bleibe positiv und liebevoll und erinnere dein Kind daran, dass es beim nächsten Mal die Toilette benutzt.

Früher oder später wird dein Kind lernen, keine Windel mehr zu benutzen und auf die Toilette zu gehen. Diese überwältigende Etappe wird zu einer weiteren Erinnerung an eine Schlacht, die wir als Mutter gewonnen haben.