Was du über die Fruchtwasseruntersuchung wissen solltest

· 20. Dezember 2018
Eine Fruchtwasseruntersuchung ist eine schnelle und relativ schmerzfreie Untersuchung, um festzustellen, ob fötale Erkrankungen vorliegen. Sie empfiehlt sich für werdende Mütter ab 35 Jahren.

Die Fruchtwasseruntersuchung ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Fruchtwasser entnommen und analysiert wird. Dies dient dazu, um die Chromosomen eines Babys zu untersuchen.

Das Fruchtwasser besteht aus:

  • Zellen
  • Proteinen
  • Urin des Fötus

Diese Inhaltsstoffe können analysiert werden, um Informationen über die Gesundheit des Babys zu erhalten.

In der Regel wird die Fruchtwasseruntersuchung zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sie empfiehlt sich für Frauen, die ihr Baby im Alter von 35 Jahren oder darüber hinaus zur Welt bringen.

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Die Zellen und Proteine, die in dieser Flüssigkeit vorkommen, werden in einem Labor analysiert. Auf diese Weise wird festgestellt, ob bestimmte fötale Erkrankungen vorliegen. Das Fruchtwasser enthält zudem auch Alpha-Fetoprotein (AFP), das ebenfalls im Labor gemessen werden kann.

Der Termin für eine Fruchtwasseruntersuchung dauert ungefähr 45 Minuten. Die längste Zeit davon ist die Durchführung eines detaillierten Ultraschalls.

Warum eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen?

Die Untersuchung hat eine Genauigkeit von über 99% für die Diagnose des Down-Syndroms.

Des Weiteren kann die Fruchtwasserentnahme auch zur Diagnose vieler verschiedener genetischer und chromosomaler Probleme des Babys durchgeführt werden. Dies umfasst beispielsweise die Anenzephalie (wenn dem Baby ein großer Teil des Gehirns fehlt).

Der Test ist ebenfalls hilfreich, um herauszufinden, ob bei deinem Baby ungewöhnliche Stoffwechselstörungen vorliegen. Diese werden in der Regel von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Ebenso kann die Untersuchung andere genetische Probleme, wie beispielsweise Trisomie 18, aufdecken.

Mit einer Fruchtwasseruntersuchung kann ebenfalls bestimmt werden, ob das Baby an einem Neuralrohrdefekt, wie Spina bifida, leidet. Oder es kann festgestellt werden, ob bei dem Baby bestimmte Stoffwechselkrankheiten vorliegen.

Darüber hinaus ermöglicht die Untersuchung die Erkennung von Gebärmutterinfektionen. Außerdem hilft sie dabei, den Schweregrad einer fetalen Anämie zu bestimmen.

Die entnommene Flüssigkeitsmenge hängt jeweils von den Tests ab, die durchgeführt werden sollen.

Eine Alternative zur Fruchtwasseruntersuchung

Viele Frauen fürchten sich vor der Fruchtwasseruntersuchung und es gibt Alternativen

Gynäkologen bieten heutzutage eine Alternative zur Fruchtwasserentnahme an. Dabei handelt es sich um Blutuntersuchungen, die als Maternal Blood Screening-Tests bezeichnet werden.

Dieser Test beurteilt die Wahrscheinlichkeit, ob ein Baby mit einem der folgenden Syndrome geboren wird:

Ebenso kann mit diesem Test die Abwesenheit oder das Vorhandensein zusätzlicher Chromosomen eingeschätzt werden. Das Geschlecht des Babys kann mit dieser Untersuchung ebenfalls bestimmt werden.

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Das Problem ist jedoch, im Gegensatz zur Fruchtwasserentnahme, die Zuverlässigkeit der Testergebnisse. Es stimmt, dass die Empfindlichkeit der Blutuntersuchung höher ist als die des Triple Screenings. Allerdings solltest du beachten, dass es sich in keinem Fall um eine Diagnose handelt.

Die Fruchtwasseruntersuchung ist somit weiterhin vollständiger, genauer und zuverlässiger.

Generell fühlen sich Frauen in Bezug auf die Untersuchung hin- und hergerissen: Auf der einen Seite, möchten sie die Gewissheit der Testergebnisse. Aber auf der anderen Seite möchten sie ihr Baby auf keinen Fall gefährden.

Aus diesem Grund empfehlen Fachleute, dass die werdenden Eltern die Konsequenzen eines Down-Syndroms abwägen sollten, bevor sie sich zur Durchführung einer Fruchtwasserentnahme entscheiden.

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Was passiert während der Fruchtwasseruntersuchung?

Frau beim Ultraschall während der Fruchtwasseruntersuchung

Bei der Fruchtwasseruntersuchung entnimmt ein Spezialist durch Punktion der Fruchtblase, eine kleine Menge des Fruchtwassers, welches das Baby umgibt.

Zu diesem Zweck führt der Spezialist eine lange, dünne Nadel durch den Bauch in die Gebärmutter ein. Anschließend entnimmt er eine kleine Flüssigkeitsprobe. Die Nadel wird während der Untersuchung im Ultraschall kontrolliert.

Die Fruchtwasserentnahme ist eine schnelle und relativ schmerzfreie Untersuchung. Sie empfiehlt sich für werdende Mütter ab einem bestimmten Alter, in der Regel ab 35 Jahren. Denn mit zunehmendem Alter der schwangeren Frau steigt auch die Wahrscheinlichkeit , dass das Baby mit Chromosomenveränderungen geboren wird.

Dennoch fürchten sich viele schwangere Frauen davor, sich dieser Untersuchung zu unterziehen. Denn sie ist mit dem Risiko verbunden, den Fötus zu verlieren. So ist es nachgewiesen, das Fruchtwasseruntersuchungen die Rate von spontanen Fehlgeburten erhöhen.

Die jüngsten Daten zeigen auf, dass etwa eine von 1.600 Frauen, aufgrund einer Fruchtwasseruntersuchung, eine Fehlgeburt erleiden kann. Gleichzeitig bleibt die Untersuchung der zuverlässigtste Test, um fötale Erkrankungen festzustellen.

Ist die Fruchtwasseruntersuchung schmerzhaft?

Vielleicht fragst du dich, ob die Fruchtwasseruntersuchung schmerzhaft ist? Im Folgenden gehen wir auf diese Frage ein. Wir klären zudem, was die normalen Nebenwirkungen einer Fruchtwasserentnahme sind.

Fachleute betonen, dass es sich dabei um kein schmerzhaftes Verfahren handelt. So haben nur wenige Frauen ein minimales Unbehagen beim Nadelstich. Andere Frauen wiederum spüren während und nach dem Eingriff leichte Krämpfe, die jedoch meist schnell wieder vergehen.

Krämpfe legen sich, in der Regel, innerhalb einer Stunde nach dem Eingriff. Allerdings können sie nach der Fruchwasserentnahme für ein bis zwei Tage wiederholt auftreten.

Bei einigen Frauen können aber auch Bauchschmerzen an der Einstichstelle auftreten. Diese verschwinden in der Regel innerhalb weniger Stunden nach dem Eingriff wieder. Sie können aber auch mehrere Tage lang anhalten.

Abschließend empfehlen wir, dass du dich vor der Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung genau über die Zuverlässigkeit, sowie deren Risiken informierst. Ebenso solltest du wissen, was die Alternativen zu dieser Untersuchung sind.

Außerdem ist es wichtig und beruhigend, einen vertrauensvollen Gynäkologen an deiner Seite zu wissen.

  • Knörr, K. (1977). Die Erkennung von Entwicklungsstörungen in der frühen Schwangerschaft durch Fruchtwasseruntersuchung. Klinische Wochenschrift. https://doi.org/10.1007/BF01682284