Was passiert bei einer Verzögerung der Geburt?

Du hast Dich vielleicht selbst schon gefragt: Was passiert eigentlich, wenn sich die Geburt verzögert? Dies ist eine berechtigte Frage, da eine Verzögerung der Geburt verschiedene Risiken für das Baby mit sich bringen kann.
Was passiert bei einer Verzögerung der Geburt?

Letzte Aktualisierung: 20. August 2018

Eine Verzögerung der Geburt kann aus vielen Gründen auftreten. Es ist normal, sich Sorgen zu machen, wenn das von Deinem Arzt angegebene Datum verstreicht.

Du solltest daher wissen, welche Faktoren die Geburt Deines Kindes verzögern können.

Da die Plazenta nicht mehr so gut funktioniert wie am Anfang, werden Sauerstoff und Nährstoffe für das Baby reduziert. Dies kann verschiedene Komplikationen mit sich bringen.

Obwohl Du es vielleicht nicht so richtig glaubst, tritt eine Verzögerung der Geburt recht häufig auf.

Drei von zehn künftigen Müttern entbinden nach ihrem errechneten Termin. Das hängt von vielen Faktoren ab.

4 Faktoren, die eine Verzögerung der Geburt verursachen können

Die häufigsten Faktoren für verzögerte Geburten sind:

Rechenfehler

Die Ärzte gehen davon aus, dass eine Schwangerschaft 14 Tage nach der letzten Menstruation eintritt und sagen so einen vorläufigen Geburtstermin voraus.

Allerdings haben die wenigsten Frauen Menstruationszyklen, die genau 28 Tage dauern. Dies kann zu Fehlern bei der Berechnung des genauen Geburtsdatums führen.

Verzögerung der Geburt

Erst-Mütter

Bei Erstgebärenden ist es wahrscheinlicher, dass sie nach 40 Wochen entbinden.

Erst-Mütter brauchen mehr Zeit, bis ihre Gebärmutter zur Geburt bereit ist. Das liegt daran, dass sie noch keine Geburten hatten, die ihre Gebärmutter vorbereitet hätten.

Stress und Angst

Dies ist häufig bei Frauen der Fall, die aufgrund von Erfahrungen anderer Mütter Angst vor der Geburt haben.

Deshalb ist es für zukünftige Mütter empfehlenswert, bei der Geburt entspannt zu sein.

Progesteron             

Wenn Du Progesteron einnehmen musstest, um eine Früh- oder Fehlgeburt zu vermeiden, könnte dies zur einer Verzögerung der Geburt führen.

Was sind die möglichen Risiken einer verzögerten Geburt?

Einige der Risiken, die mit einer verspäteten Geburt zusammenhängen, sind:

  • Gewichtszunahme und Wachstum des Babys. Dies kann zu Problemen führen und das Kind daran hindern, sich richtig in das Becken einzupassen. Dadurch kann auch ein Kaiserschnitts erforderlich sein.
  • Verringerte Fruchtwassermenge. Diese Flüssigkeit bedeckt den Fötus. Wenn sie weniger wird, kann es Druck auf die Nabelschnur ausüben, wodurch die Plazenta absterben kann. Dadurch verringert sich die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, die für das Baby lebensnotwendig sind.
  • Fötale Notlage. Das bedeutet, dass die Herzfrequenz des Babys nicht normal reagiert.
  • Kontamination der Gebärmutter mit Mekonium. Wenn das Kind mehr Zeit als nötig in der Gebärmutter verbringt, kann es dort seine ersten Stuhlbewegungen haben und Mekonium (der ersten Stuhl des Kindes) ausscheiden. Das Baby kann dann während der Geburt das Mekonium einatmen.
  • Der Tod des Fötus. Dies kommt eher selten vor, aber die Risiken erhöhen sich nach der 42. Schwangerschaftswoche.
Verzögerung der Geburt

Was soll ich machen, wenn sich die Geburt verzögert?

Es gibt viele Komplikationen, die bei einer Verzögerung der Geburt auftreten können. Nach Ablauf der 40. Woche muss der Arzt den Fötus und die Mutter untersuchen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.

Du kannst auch über die folgenden Möglichkeiten nachdenken: Wehen einleiten,  Kaiserschnitt oder Du wartest, bis die Wehen natürlich einsetzen.

Wenn Du bereits fast in der 42. Schwangerschaftswoche bist und Dein Arzt beschlossen hat, die Wehen einzuleiten, gibt es mehrere Methoden, einschließlich der folgenden:

  • Platzieren von Prostaglandinen in der Scheide, die Wehen verursachen.
  • Verabreichung von Oxytocin. Oxytocin wird intravenös verabreicht, um das Einsetzen der Wehen zu stimulieren.

Ein hoher Prozentsatz aller Frauen erinnert sich nicht an das genaue Datum ihrer letzten Periode und das macht es schwierig, ein genaues Geburtsdatum vorherzusagen.

Darüber hinaus haben alle Frauen unterschiedliche Menstruationszyklen. In den meisten Fällen wird der Ultraschall nicht zu Beginn der Schwangerschaft durchgeführt, um den voraussichtlichen Geburtstermin zu errechnen.

Wenn Du also die 40. Schwangerschaftswoche erreicht hast und es noch keine Anzeichen dafür gibt, dass die Geburt bald stattfinden wird, heißt das dann, dass sich die Geburt Deines Kindes verzögert?

Die Antwort ist Nein; es ist wahrscheinlicher, dass Dein voraussichtlicher Geburtstermin falsch berechnet wurde.

Der Geburtstermin ist eine ungefähre Berechnung, und trotz aller Risiken, die bei einer Verzögerung der Geburt auftreten können, ist die gute Nachricht, dass die meisten Babys gesund geboren werden.