Risiken einer retinierten Plazenta

Die Entbindung endet nicht, sobald das Baby geboren ist. Die Lösung der Plazenta wird als dritte wichtige Phase des Prozesses beschrieben. 
Risiken einer retinierten Plazenta

Letzte Aktualisierung: 23. September 2018

Die Entbindung endet nicht, sobald das Baby geboren ist. Die Lösung der Plazenta wird als dritte wichtige Phase des Prozesses beschrieben. 

Diese Phase ist meist schnell und einfach, denn sie erfolgt nach der Geburt des Kindes. Außerdem kann die Injektion von synthetischem Oxytocin Gebärmutterkontraktionen induzieren, die dazu beitragen, die Plazenta auszustoßen.

Was ist eine retinierte Plazenta?

Manchmal geschieht die Abstoßung der Plazenta nach der Geburt nicht  auf natürlichem Wege. Wenn sie in der ersten Stunde nach der Entbindung nicht ausgeschieden wird, hat dies gewisse Risiken.

Von einem retinierten Mutterkuchen spricht man auch, wenn die Plazenta nur teilweise ausgestoßen wird. Dies geschieht normalerweise bei einer vaginalen Entbindung, kann aber auch bei einem Kaiserschnitt vorkommen. 

Ein teilweise gelöster Mutterkuchen kann durch eine Analyse des bereits abgestoßenen Teiles festgestellt werden. Dabei kann zum Beispiel ein Riss oder die Vollständigkeit des Mutterkuchens festgestellt werden. 

In seltenen Fällen zeigt eine retinierte Plazenta keine anfänglichen Sympome, führt jedoch später zu Problemen. 

Wie kommt es dazu?

Einige Faktoren können das Risiko erhöhen. Zu den Hauptgründen gehören:    

  • Die Plazenta wurde in eine Narbe im Uterus implantiert.     
  • Die Geburt war verfrüht.
  • Geburt wurde induziert.     
  • Die Plazenta ist lobulär oder weist andere Anomalien auf.

Auch wenn diese Risiken vorhanden sind, bedeutet dis noch nicht, dass es zu Komplikationen kommen muss. 

Frau bei Entbindung, Plazenta muss sich lösen

Anzeichen und Symptome

Um festzustellen, ob der Mutterkuchen vollständig ausgestoßen wurde oder nicht, solltest du auf folgende Anzeichen achten:

  • Postpartale Blutungen nach der offensichtlichen Plazentalösung
  • Merkwürdiger vaginaler Ausfluss, besonders wenn er einen faulen Geruch
  • Fieber
  • Krämpfe     
  • Risse oder Löcher in der ausgestoßenen Plazenta     
  • Späte Milchproduktion

Die meisten Frauen mit postpartalen Problemen sorgen sich normalerweise um niedrige Milchproduktion oder um eine Verzögerung der Laktation.

Im Falle einer retinierten Plazenta kommt es zu einer erheblichen Verzögerung, was ein starker Indikator dafür sein sollte, dass dieses Problem vorhanden ist.

Behandlung

Wenn die Mutter eine natürliche dritte Phase durchlebt und der Mutterkuchen nicht ausgeschieden wird, wird der Arzt wahrscheinlich eine Injektion von synthetischem Oxytocin geben wollen.

Dies wird dazu beitragen, die Gebärmutter zu stimulieren und zu veranlassen, dass sie sich zusammenzieht. Der Mutterkuchen sollte so gelöst werden. Wenn dies nicht der Fall ist, verwendet der Arzt ein anderes Medikament. 

Wenn die Gefahr einer Infektion besteht, ist ein ambulanter Eingriff notwendig.

Wenn du danach nach Hause gehst, wirst du orale Antibiotika bekommen, um einer Infektion vorzubeugen oder diese zu behandeln. 

Kann man eine retinierte Plazenta verhindern?

Plazenta

Jede Entbindung ist unterschiedlich, sodass es sehr schwierig ist, das Risiko seltener Komplikationen zu reduzieren.

Wenn die Frau bereits bei einer früheren Geburt eine retinierte Plazenta hatte, ist das Risiko größer. Daher sollte der Spezialist sehr vorsichtig sein.

Wenn die Geburt ein geringes Risiko darstellt, sind nicht viele medizinische Eingriffe nötig, um Komplikationen zu vermeiden.

Die Mutter und das Baby sollten nach der Entbindung Haut-zu-Haut-Kontakt erleben und dabei kein Unwohlsein empfinden, was das Risiko einer retinierten Plazenta verringern kann.

Zu viel synthetisches Oxytocin könnte eine Uterusatonie (atonische Nachblutung) verursachen. Dies passiert, wenn sich die Gebärmuttermuskulatur nach der Geburt nicht wieder vollständig zusammenziehen kann.

Deshalb ist es wichtig, mit der Hebamme oder dem Arzt zu kommunizieren. Du solltest zuversichtlich sein und positiv denken.

Rechne nicht damit, dass es zu unerwarteten Komplikationen während der Entbindung kommt, sondern vertraue darauf, dass alles gut geht.