Einfacher Kaiserschnitt: Geht das?

· 19. Mai 2018
Eine einfache Geburt gibt es nicht. Es gibt kein Wundermittel, welches eine Geburt zu einem Spaziergang macht. Zweifelsohne ist auch ein einfacher Kaiserschnitt nicht möglich, auch wenn es viele Menschen glauben.

Wenn man am Stichtag ins Krankenhaus kommt, hofft natürlich jede Mutter, dass alles problemlos verlaufen wird. Ein „einfacher Kaiserschnitt“ soll bloß vermieden werden.

Es stimmt: Mütter können es oft spüren, wenn etwas nicht richtig nach Plan verläuft. Obwohl über dieses Thema zahlreiche Mythen bestehen, steckt meist ein wahrer Kern dahinter.

Egal für welchen Geburtsprozess Sie sich entscheiden, ob vaginale Geburt oder „einfacher Kaiserschnitt“, um ihr Kind auf die Welt zu bringen. Diese Entscheidung hat keinen Einfluss darauf, ob sie eine gute oder schlechte Mutter sind.

Überhaupt ist die Mutterschaft mehr als nur eine biologische Verantwortung. Mutterschaft hat mit Liebe und Schutz zu tun.

Es geht darum, den Schatz, den uns das Leben schenkt, gut zu umsorgen. Muttersein bedeutet, dieses wundervolle Geschenk zu schätzen und dafür dankbar zu sein.

Welche Konsequenzen birgt ein Kaiserschnitt?

Wie oft wurde dir schon gesagt, du hättest ja gar nicht wirklich geboren, da ein einfacher Kaiserschnitt deine Wahl war?

Wie oft wurdest du als schlechte Mutter abgestempelt, einfach nur, weil du der Anweisung deiner Ärzte gefolgt bist und den angeblich „einfachen Weg“ gewählt hast?

Es gibt nichts Verletzenderes als sich diese beleidigenden Kommentare anhören zu müssen.

Manchmal ist ein „einfacher Kaiserschnitt“ die einzige Möglichkeit, um die Sicherheit des Babys und der Mutter gewährleisten zu können. Denn viele Mütter sind zu einer natürlichen Geburt nicht in der Lage.

In vielen Fällen treten die Wehen sogar ein, doch Stunden und Tage vergehen, ohne dass das Baby geboren wird.

Und mit jeder Stunde erhöhen sich Stress und Risiko. Es wird klar, dass es keine Alternative mehr gibt.

In Momenten wie diesen achten die Spezialisten gleichzeitig auf das Ausmaß der Schmerzen und die klinischen Symptome. Diese weisen darauf hin, dass ein anderer Weg eingeschlagen werden muss. Und nein, es ist keine Abkürzung. Es ist mehr so, als würde man von einem Kiesweg auf einen gepflasterten wechseln.

Die Entscheidung ist schmerzhaft

Für die Mütter ist diese Anweisung oder Beratung der Ärzte oft ein unüberwindbarer Schock. Eine Wolke, die sich vor den Himmel schiebt. Es ist kein Ende mehr in Sicht.

Denn die Entscheidung des Kaiserschnitts nimmt der Geburt das Heilige, das Unberührbare. Die Entscheidung des Arztes verändert die bisherige Vorstellung der Geburt und lässt Ängste über mögliche Folgen entstehen.

Einfacher Kaiserschnitt Narbe

Doch oft gibt es keine andere Alternative mehr. Hier muss sich die stolze, unermüdliche Mutter, die sich eine natürliche Geburt wünscht, ihrem Schicksal ergeben.

Und das was am meisten zählt ist am Ende nur noch die Sicherheit und das Wohlergehen des Babys.

Das bedeutet also, dass es nicht die Mütter sind, deren Entscheidung ein „einfacher Kaiserschnitt“ ist. Die zukünftige Mutter und die Ärzte verlieren stattdessen die Kontrolle über den Geburtsprozess. Sie wollen es jedoch nicht riskiern, das Leben des erwarteten Babys zu gefährden.

Ein „einfacher Kaiserschnitt“ ist genauso komplex wie eine natürliche Geburt

Lass dich nicht täuschen. Ein „einfacher Kaiserschnitt“ ist genauso komplex und schmerzhaft, wie eine natürliche Geburt. Der einzige Unterschied zur natürlichen Geburt ist aber, dass diese schmerzhafter ist, während der künstliche Eingriff eher zu post-operativen Schmerzen führt.

Der Kaiserschnitt birgt nicht nur ein höheres Risiko für Mütter während der Operation, sondern auch die Erholung von einer solchen Operation verläuft langsamer und komplizierter.

Es geht noch weiter. Der Bauch der Mutter wird weiterhin eine Narbe haben, welche sie für immer an den schmerzhaftesten und stressigsten Moment ihres Lebens erinnern wird. Eine Planänderung, die sie in dem Gefühl der Ungewissheit ließ.

Einfacher Kaiserschnitt Operation

„Zu sehen wie mein schreiendes Baby aus einer 8cm-langen Öffnung gezogen wird, welche man aufgeschnitten, -gezogen. und -gerissen hatte, um durch all die Schichten an Fett, Muskelgewebe und Organen zu kommen; das war eine ganz andere Geburtserfahrung, als ich sie mir mit meinen Kindern gewünscht hatte.“ -Rayan Lee, und ihre Gedanken zu dem Thema.

Viele Mütter müssen diese Prozedur durchstehen, und sich dann auch noch ignorante Kommentare anhören. Selbst daran zu denken, nach der Geburt nach Hause zu kommen, kann einem nach einem Kaiserschnitt schwer fallen.

Physische Belastung

Der Eingriff spaltet außerdem die zentralen Bauchmuskeln. Diese Muskeln sind verantwortlich für viele Aktivitäten und Bewegungen, die wir im Alltag brauchen.

Muskeln werden also zerrissen und zerstört und der natürliche Wiederaufbau braucht seine Zeit. Husten, Niesen, das Baby  zu tragen oder zu stillen, all dies kann zur wahren Hölle werden. Und das Gefühl, nicht gut oder stark genug zu sein, überwältigt viele Mütter, wenn auch nur vorübergehend.

Erst wenn die Schwester Ihnen sagt aufzustehen, dann spüren Sie den intensiven Schmerz im Körper. Ein Körper, der in viele kleine Teile geschnitten und wieder zusammengenäht wurde.

Zu hören, wie Menschen den Kaiserschnitt verurteilen und als „einfachen Weg“ beschreiben, ist also nicht nachvollziehbar. Diese Prozedur ist für eine werdende Mutter sehr energieraubend und mit vielen Schmerzen verbunden.

Solche Mütter mit bleibenden Narben, verdienen genauso viel Respekt wie Mütter, die das wunderbare Glück hatten, eine vaginale Geburt zu erleben.