Eizellspende: Eine medizinisch assistierte Reproduktionsmethode für gleichgeschlechtliche Paare

07 Juni, 2020
Die Eizellspende ist eine medizinisch assistierte Reproduktionsmethode, die es lesbischen Paaren ermöglicht, sowohl die Schwangerschaft als auch die Mutterschaft zu teilen. Allerdings ist die rechtliche Situation uneinheitlich. Während sie in Deutschland nicht erlaubt ist, wird sie in einigen anderen europäischen Ländern durchgeführt.
 

Die Familienstrukturen verändern sich. Heutzutage hat der technologische Fortschritt auch dazu geführt, dass Familien vielfältiger werden. Außerdem haben einige Entwicklungen dafür gesorgt, dass sich der Wunsch nach einer Elternschaft leichter realisieren lässt. Die Eizellspende ist eine medizinisch assistierte Reproduktionsmethode, die sich auch sehr gut für Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung eignet, wenn beide am Reproduktionsprozess teilhaben möchten.

Allerdings ist die rechtliche Situation in Europa nicht einheitlich. Während diese Behandlung in Deutschland nicht erlaubt ist, wird sie in anderen europäischen Ländern legal angeboten und durchgeführt. In unserem heutigen Artikel werden wir dir erklären, was die Eizellspende ist und wie sie abläuft.

Eizellspende - lesbisches Paar

Medizinisch assistierte Reproduktion

Heutzutage nutzen mehr Menschen medizinisch assistierte Reproduktionsbehandlungen (MAR) als jemals zuvor. Außerdem entscheiden sich viele Frauen dazu, erst in einem späteren Alter Mutter zu werden.

Darüber hinaus hat sich auch die traditionelle Familienstruktur verändert und Familien sind heute wesentlich vielfältiger. Es gibt alleinerziehende Eltern oder auch schwule und lesbische Paare. Außerdem haben sich die Behandlungen in der Reproduktivmedizin durch die technischen Fortschritte ebenfalls entwickelt und bieten Möglichkeiten für jedes spezifische Bedürfnis.

 

Die am häufigsten eingesetzten Methoden der MAR sind die In-vitro-Fertilisation (IVF) und die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Allerdings gibt es noch ein weiteres Verfahren, das lesbischen Paaren große Vorteile bietet.

Was ist die Empfängnismethode durch Eizellspende?

Die Empfängnismethode durch Eizellspende ist eine medizinisch assistierte Reproduktionsbehandlung für lesbische Paare, bei der beide Frauen am Schwangerschaftsprozess beteiligt sein können.

Beide Frauen übernehmen in diesem Prozess eine aktive Rolle. Eine der Frauen wird die Eizelle spenden und daher auch die genetische Mutter sein. Die andere Frau erhält die befruchteten Eizellen, die aus der Eizelle ihrer Partnerin und dem Samen eines Spenders entstanden sind. Diese zweite Mutter ist die austragende Mutter; sie wird schwanger werden und bringt das Kind des Paares zur Welt.

Wer kann sich für diese Methode entscheiden?

Wie wir bereits eingangs erwähnt haben, ist die Methode der Eizellspende in Deutschland verboten.

Daher erklären wir dir nachfolgend, welche Bedingungen in Ländern erfüllt sein müssen, in denen diese Reproduktionsmethode rechtlich möglich ist. Dennoch solltest du dich vorher unbedingt über die jeweils geltenden länderspezifischen gesetzlichen Regelungen informieren.

 
  • Auf eigenen Wunsch. Wenn beide Frauen sich eine gemeinsame Mutterschaft wünschen und eine aktive und gemeinschaftliche Rolle bei der Schaffung des neuen Lebens übernehmen wollen.
  • Aus medizinischen Gründen. Wenn eine der Frauen unter Reproduktionsproblemen wie dem Mangel an eigenen Eizellen oder hormonellen Störungen leidet oder zur Verhinderung des Übertragungsrisikos von erblich bedingten Erkrankungen auf das ungeborene Kind.
  • Rechtliche Voraussetzungen. In einigen Ländern dürfen nur die Frauen diese Methode anwenden, die legal miteinander verheiratet sind. Durch dieses Vorgehen wird es einfacher, juristisch festzustellen, dass das Kind zwei Mütter hat.
Eizellspende - schwangere Frau mit Ultraschallbildern

Eizellspende: die Rolle der genetischen Mutter

Die Frau, die ihre Eizellen spendet, muss sich einer Behandlung zur Stimulation der Eierstöcke unterziehen, bei der sie tägliche Injektionen erhält. Während dieser Hormonbehandlung, die in der Regel 10 bis 20 Tage dauert, kann die Frau mehrere Eizellen gleichzeitig produzieren. Im Gegensatz zum natürlichen Zyklus, bei dem sich nur eine Eizelle bildet.

Dies ist sehr hilfreich, denn dadurch werden mehrere Befruchtungsversuche möglich, ohne dass sich die Frau einer erneuten Behandlung unterziehen muss.

 

Nach Beendigung der Hormonbehandlung und sobald die Eizellen die erforderliche Größe und Anzahl erreicht haben, erhält die Frau einmalig eine Dosis hCG (humanes Choriongonadotropin), um die Eizellen ausreichend reifen zu lassen. 36 Stunden später werden die Eizellen durch eine Punktion entnommen.

Die Entnahme erfolgt in einem schmerzlosen Verfahren, das ungefähr 15 Minuten dauert. Dennoch handelt es sich um einen operativen Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Außerdem wir dabei ein Schlauch in den Vaginalkanal eingeführt.

Sobald die Eizellen entnommen wurden, werden sie mit Spenderspermien in vitro befruchtet. Anschließend werden die Embryonen für drei bis fünf Tage beobachtet und klassifiziert, um die auszuwählen, die für das weitere Verfahren am geeignetsten sind.

Eizellspende - schwangere Frau Ultraschalluntersuchung

Die Rolle der austragenden Mutter

Während bei ihrer Partnerin die Eierstöcke stimuliert werden, erhält die austragende Mutter eine Östrogen- und Progesteron-Behandlung. Dadurch wird sichergestellt, dass das Endometrium die richtige Dicke hat, was wiederum die Chancen erhöht, dass sich der Embryo einnisten wird.

 

Sobald die Wände des Endometriums vorbereitet sind, wird der beste Embryo in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Dies erfolgt in einer schnellen und einfachen Prozedur und wird durch einen Schlauch vorgenommen. Außerdem ist bei dieser Behandlung keine Anästhesie oder postoperative Nachsorge erforderlich.

Nach der Implantation dauert es ungefähr 11 Tage, bevor ein Schwangerschaftstest durchgeführt wird. Wenn dieser Test positiv ist, bedeutet dies, dass die Behandlung erfolgreich abgeschlossen wurde. Anschließend wird ein Gynäkologe die weitere Betreuung und Begleitung der Mutter übernehmen.

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