Wie du deinen Kindern Stammzellen erklären kannst

19. März 2020
Manchmal ist es schwierig, Kindern bestimmte Konzepte zu erklären. In unserem heutigen Artikel wollen wir dir einige Vorschläge machen, wie du deinen Kindern Stammzellen erklären kannst.

In unserer heutigen Zeit gibt es zahlreiche Diskussionen über Stammzellen und ihre mögliche Anwendung in der Gentherapie. Allerdings sind wir nach wie vor sehr weit davon entfernt, zu wissen, wie wir den Reifungsprozess dieser Zellen kontrollieren können. Aufgrund der Aktualität dieser Thematik haben auch deine Kinder sicherlich schon davon gehört. Aber wie kannst du deinen Kindern das Konzept der Stammzellen erklären?

Kinder haben immer wieder Fragen, auf die wir manchmal nur schwer die richtigen Antworten finden. Daher wollen wir heute die Gelegenheit nutzen und dir einige Informationen geben, damit du auf diese Fragen deiner Kinder vorbereitet bist und weißt, wie du ihnen Stammzellen erklären kannst.

Wie kannst du deinen Kindern Stammzellen erklären?

Wir wissen, dass das Geheimnis der Befruchtung darin besteht, dass eine einzige Zelle alle weiteren Zellen produzieren muss, die einen menschlichen Körper bilden. Diese ursprüngliche embryonale Zelle teilt sich in zwei, dann in vier usw., bis sich schließlich ein Embryo daraus bildet.

Diese ersten Zygotenzellen, die für die Produktion aller weiteren Zellen verantwortlich sind, werden als Stammzellen bezeichnet. Die Zellen, die sie produzieren, nennt man „Tochterzellen“. Aber welche Merkmale haben diese Zellen?

Stammzellen erklären - Diagramm

Welche Merkmale muss eine Zelle haben, um eine Stammzelle zu sein?

Der Stammzellen oder Progenitorzellen-„Club“ ist sehr elitär. Die Zellen müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen, um in diesen „Club“ aufgenommen zu werden. Und in dieser Hinsicht ist der menschliche Körper sehr streng, da die Arbeit dieser Zellen für die richtige Embryonalentwicklung von entscheidender Bedeutung ist.

Um eine Stammzelle zu sein, muss eine Zelle die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Originalität: In der Natur gibt es keine zwei gleichen Stammzellen, da sie aus der Verschmelzung einer Eizelle und eines Spermiums entstehen. Das bedeutet, dass sie vollkommen einzigartig sind – außer natürlich im Fall von eineiigen Zwillingen.
  • Reinheit: Die Keimlinien dieser Reihen müssen rein bleiben – ihre DNA darf keinerlei Modifikation erfahren. So können sie dann einen kompletten Embryo oder andere Zellarten bilden.
  • Unsterblichkeit: Zuerst müssen sich die Stammzellen unbegrenzt oft in Tochterzellen teilen. Wenn sie dies tun, bleiben sie dabei unverändert, auch im erwachsenen Organismus.

Natürlich muss auch der Stammzellenclub, wie jeder andere Club mit solch strengen Zulassungskriterien, flexibel bleiben, um mehr Mitglieder zu gewinnen. Dies führt uns dazu, dass wir nun eine Klassifizierung der Mitglieder unseres Clubs vornehmen, anhand derer wir Kindern die Stammzellen erklären können.

Welche Arten von Stammzellen gibt es?

Progenitorzellen haben nur zwei Optionen, wenn sie ihr Reifungsstadium erreichen. Sie können sich entweder selber erneuern und neue Stammzellen durch Mitose produzieren.

Oder sie differenzieren sich, bilden Blutzellen, Gehirnzellen, Muskelzellen usw. In diesem Fall verlieren sie allerdings den Status als Stammzellen.

Allerdings gibt es einige Zwischenstopps auf diesem langen Weg zur Differenzierung, die uns die Klassifizierung der Zellen in unserem Club ermöglicht. Folgende Kategorien gibt es:

  • Totipotente Zellen: Dies sind die „Jet Set“-Mitglieder unseres Clubs. Sie können alles produzieren, einen Embryo oder jede andere Zellart.
  • Pluripotente Zellen: Pluripotente Zellen sind Zellen, die bereits ein wenig gereift sind und daher keinen Embryo mehr bilden können. Sie können jetzt nur noch spezialisierte Zellen produzieren.
  • Multipotente Zellen: Dies sind die ältesten Mitglieder unseres Clubs. Aufgrund ihres Alters können sie nur noch Zellen der selben Zelllinie bilden.

Genau wie dies auch bei den Reichen und Schönen der Fall ist, leben auch die Stammzellen in exklusiven Umgebungen.

Wo können wir diese Zellen finden?

Wenn wir die bisherigen Informationen berücksichtigen, ist es am einfachsten, embryonische Stammzellen zu lokalisieren. Dazu benötigen wir einen Embryo, der zwischen 4 und 7 Tage alt ist. Da diese Stammzellen totipotent sind, eignen sie sich am besten für die Forschung und Untersuchungen.

Darüber hinaus können wir in praktisch jedem Gewebe des erwachsenen Körpers einige Reservoire adulter Stammzellen finden. Da diese Zellen nur noch pluripotent sind, werden sie von Spezialisten daher als weniger nützlich angesehen.

Allerdings haben die Studien von Dr. Catherine Verfaillie ihre Plastizität und auch ihr großes therapeutisches Potential belegt.

Und außerdem können wir Stammzellen aus dem Blut der Nabelschnur und dem Fruchtwasser gewinnen. Diese Entdeckung war ein großer Meilenstein in der Geschichte der Medizin. Diese Zellen sind nahezu totipotent und geben Anlass zur Hoffnung in Bezug auf Genbehandlungen.

Eine interessante Tatsache für Kinder…

Der „Stammzellenclub“ entstand vor mehr als zwei Jahrzehnten. Allerdings machte Paolo de Coppi, ein italienischer Wissenschafter und Experte in Embryologie, erst im Jahr 2007 eine sehr wichtige Entdeckung. Er entdeckte, dass im Fruchtwasser Stammzellen enthalten sind und das trug in entscheidendem Maß zu ihrem besseren Verständnis bei.

Zu diesem Zeitpunkt öffnete sich eine Tür für das Studium der regenerativen Medizin, um das noch unbekannte Potenzial dieser Zellen in Zukunft nutzen zu können.

Gleichzeitig löste diese Entdeckung aber auch ethische Bedenken in Bezug auf die Verwendung embryonaler Stammzellen aus. Momentan finden weltweit mehr als 350 klinische Studien statt.

„Jeden Tag wissen wir mehr und verstehen weniger.” 

–Albert Einstein–

  • CNN (última consulta mayo 2019). Historia de las células madre [documental]. Recuperado de: https://edition.cnn.com
  • Mayo Clinic (24 enero 2019). Células madre: qué son y qué hacen [artículo en web]. Recuperado de:www.mayoclinic.org
  • Medlineplus (junio de 2018). Células madre[reseña en web médica]. Recuperado de: https://medlineplus.gov