Was Stiefeltern beachten sollten

· 25. Januar 2019
In diesem Artikel findest mehr Informationen dazu, was Stiefeltern im Umgang mit der neuen Familien beachten sollten.

Nach einer Trennung oder dem Tod eines Lebenspartners kann eine neu zusammengewürfelte Familie eine tolle Gelegenheit sein. Man kann erneut Liebe erleben. Und mit den anderen Familienmitgliedern bereichernde Erfahrungen teilen. Das gilt sowohl für Stiefeltern als auch -kinder.

Doch es gibt nicht nur Sonnenseiten, wenn sich eine neue Familie zusammenfindet.

Gerade für Stiefvater oder -mutter ist es oft nicht einfach, richtig einzuschätzen, wie sie sich verhalten sollen. Es gibt bestimmte Grenzen, die sie nicht überschreiten sollten.

In diesem Artikel findest du mehr Information dazu, was Stiefeltern im Umgang mit der neuen Familien beachten sollten.

8 Punkte, die Stiefeltern beachten sollten

Wenn du eine Beziehung mit jemandem beginnst, der oder die bereits Kinder hat, ist vor allem eins wichtig: Du musst unbedingt verstehen, dass die Eltern-Kind-Beziehung stark und gesund bleiben muss.

Denn nur so kann alles andere auch richtig funktionieren. Kinder dürfen zu keinem Zeitpunkt das Gefühl bekommen, sie würden verlassen. Das gilt vor allem dann, wenn es darum geht, dass ein neuer Mensch Teil der Familie wird.

Stiefeltern sollten also versuchen, sich nicht zu invasiv zu verhalten. Denn sonst kann es passieren, dass sich der Familienkern angegriffen fühlt. Anstatt deinen Willen und deine Lebensstil durchsetzen zu wollen, solltest du lieber die folgenden Tipps durchlesen.

So kannst du vermeiden, bestimmte Grenzen zu überschreiten. Und du wirst in deiner neuen Rolle als Stiefvater oder -mutter ganz sicher bessere Ergebnisse erzielen!

1. Versuche nicht, den Platz des Vaters oder der Mutter einzunehmen

Dabei ist es egal, ob die neue Familie Ergebnis einer Scheidung oder eines Todesfalles ist.

Keinesfalls sollten Stiefeltern versuchen, den wahren Vater bzw. die wahre Mutter zu ersetzen. Auch wenn du deine Stiefkinder so liebst, als wären sie tatsächlich deine eigenen: Sie sind es nicht.

Daher musst du zum einen die Erziehungsmethoden respektieren.Und zum anderen solltest du nicht verlangen, dass dich die Kinder so behandeln wie den Elternteil, der nicht mehr da ist.

2. Greife nicht zu körperlicher Strafe gegenüber den Kindern

Schon bei eigenen Kindern handelt es sich dabei um unangemessenes Verhalten. Umso mehr gilt dies also für deine Stiefkinder. Und die Erfahrung von körperlicher Züchtigung durch ein neues Familienmitglied kann die Beziehung definitiv stark beeinträchtigen.

Du solltest also versuchen, in entsprechenden Situationen ruhig Blut zu behalten, damit es nicht zu Eskalationen kommt.

Beziehung zu Stiefeltern - Stiefvater und Sohn

3. Nimm keine autoritäre Haltung ein

Dabei kann es sein, dass kleine Kinder, insbesondere solche unter 5 oder 6 Jahren, eher noch bereit sind, die Autorität eines Stiefelternteils in der neuen Familie zu akzeptieren. Aber gerade schulpflichtige Kinder und Jugendliche akzeptieren dies oft nicht.

4. Misch dich nicht in Auseinandersetzungen ein

Das gilt zum einen für die Auseinandersetzungen, die dein Partner oder deine Partnerin mit ehemaligen Lebensgefährten hat.

Es mag verlockend sein, dabei Partei zu ergreifen. Aber es ist auf keinen Fall das Richtige, sich in diesen Konflikt einzumischen. Denn auch wenn die Liebesbeziehung zwischen den beiden zu Ende ist, besteht doch immer noch eine nicht zu unterschätzende Verbindung: Schließlich haben sie ein oder mehrere Kinder gemeinsam.

Vermeide also Äußerungen, die deiner Position innerhalb der neuen Familie nicht angemessen sind.

5. Und nochmal: Misch dich nicht in Auseinandersetzungen ein

Dasselbe gilt auch für eventuelle Auseinandersetzungen deines Partners oder deiner Partnerin mit den Kindern. Denn du willst ja sicher, dass sowohl deine Paarbeziehung als auch die Beziehung zu deinen Stiefkindern von Dauer ist.

Daher ist es am besten, dass diese ihre Konflikte alleine bewältigen. Schon ein Wort, das nicht zum richtigen Zeitpunkt gesagt wird, kann Ressentiments hervorrufen. Und diese können schwer zu beseitigen sein.

Außerdem können auch bestimmte Gefühle von Unbehagen in der Paarbeziehung entstehen. Besser ist es also, du vermeidest solche Spannungen. Und du lässt die Beteiligten das Problem selbst lösen.

6. Unterwandere nicht die Autorität des abwesenden Elternteils

Weiterhin zu beachten für Stiefeltern: Die Autorität des oder der Ex solltest du keinesfalls unterwandern. Denn die Eltern der Kinder haben sich auf bestimmte Regeln geeinigt, die eingehalten werden sollen. Und du solltest dich diesen Regeln unter keinen Umständen widersetzen.

Tatsächlich wäre das  unangemessen. Denn selbst wenn die sentimentale Beziehung der beiden vorüber ist, bleiben sie dennoch für immer die Eltern der Kinder. Und das Recht, bestimmte Entscheidungen zu treffen und angemessene Regeln in der Erziehung festzulegen, sollte den Eltern vorbehalten bleiben.

Mutter schimpft ihr Kind

7. Rede nicht schlecht über den Ex-Partner oder die Ex-Partnerin

Dabei spielt es keine Rolle, ob du denkst, dass er oder sie kein guter Mensch ist oder viele Fehler gemacht hat.Indem du über den abwesenden Elternteil urteilst, wirst du nur erreichen, dass die Kinder entweder unangemessene Vorstellungen von ihrem Vater oder Mutter bekommen. Oder dass gar größere Konflikte entstehen.

Wenn du schlecht über den abwesenden Elternteil sprichst, kann das in den Kindern Gefühle der Ablehnung dir gegenüber entstehen lassen. Und sowohl dein Partner oder deine Partnerin als auch deine Stiefkinder können sich angegriffen fühlen.

8. Übe keinen Druck aus und sei nicht eifersüchtig

Auch solltest du keinen irgendwie gearteten Druck auf deinen Partner oder deine Partnerin ausüben.

Ebensowenig sollte die Zeit, die er oder sie mit den Kindern verbringt, Anlass für dich sein, wütend oder eifersüchtig zu werden. Denn es ist wichtig zu verstehen, dass Kinder oft einfach die Mutter oder den Vater brauchen. Die Stiefeltern können ihnen manchmal einfach nicht dasselbe geben.

Also geht es darum, diese Momente der Intimität zu respektieren. Du musst lernen, sie nach und nach wenn möglich auch als Familie zu teilen.