Stereotype und Vorurteile gegenüber Jugendlichen

8. März 2020
Stereotype und Vorurteile gegenüber Jugendlichen sind ein großer Risikofaktor in Bezug auf die Identitätsbildung von Kindern, einer der wichtigsten Zielsetzungen in dieser Entwicklungsphase.

Stereotype und Vorurteile gegenüber Jugendlichen sind weit verbreitet. Daher sind sie auch ein sehr gefährlicher Risikofaktor für die Heranwachsenden.

Das Verständnis unserer Gesellschaft und des Kontextes, in dem wir uns befinden, ist eine schwierige und komplexe Aufgabe. Daher entstehen verschiedene Stereotype und Vorurteile, die dabei helfen sollen, die soziale Realität möglichst einfach zu erklären.

Stereotype und Vorurteile: Unterscheidung

Es ist bekannt, dass Stereotype und Vorurteile unsere Kultur und unseren historischen Kontext widerspiegeln. Wie wir bereits erwähnt haben, entstehen sie, um die Gesellschaft zu vereinfachen und an soziale Normen anzupassen. Aber worin genau unterscheiden sie sich voneinander? Sind Stereotype oder Vorurteile schädlicher?

Stereotype sind eine Reihe von Überzeugungen, die den Mitgliedern einer Gruppe bestimmte Eigenschaften zuschreiben. Mit anderen Worten, Stereotype sind ein vereinfachtes mentales Bild über eine gesellschaftliche Gruppe.

Grundsätzlich sind Stereotype nicht automatisch negativ oder schädlich. Zum Beispiel die Überzeugungen, dass „Männer stark“ oder „Frauen einfühlsam sind“.

Allerdings können auch diese Stereotype, die an sich gar nicht negativ behaftet sind, die Grundlage für daraus resultierende Diskriminierungen bilden. Das trifft auch dann zu, wenn sie nicht auf wahrer Logik beruhen, weil sie eine sozial konstruierte Bestätigung sind.

Stereotype und Vorurteile - 3 Teenager machen ein Selfie

Der Psychologe Gordon Allport erklärte, dass Stereotype übertriebene Überzeugungen sind, die dazu dienen, Verhalten im Allgemeinen zu rechtfertigen und zu rationalisieren. Dies schließt auch die Rechtfertigung und Rationalisierung von Handlungen gegen Menschen und soziale Gruppen ein.

Vorurteile hingegen sind Einstellungen, die aus stereotypen Bildern erzeugt und gelernt werden. Mit anderen Worten, es handelt sich um unbegründete und im Wesentlichen negative Charakterbeurteilungen, die aus Stereotypen abgeleitet wurden.

Vorurteile dienen dazu, eine Person, die einer bestimmten Gruppe angehört, negativ und abfällig zu bewerten oder zu beurteilen. Daher manifestieren Vorurteile eine negative emotionale Erwartungshaltung, die auf stereotypen Überzeugungen und negativen Attributen beruht.

Diskriminierung

In diesem Zusammenhang müssen wir auch Diskriminierung erwähnen. Diskriminierung ist ein sozial erweitertes Verhalten gegenüber stereotypisierten Menschen oder Gruppierungen. Darüber hinaus erfolgt dieses Verhalten über einen langen Zeitraum und ist teilweise auch kulturell akzeptiert.

John Dovidio, Professor für Psychologie und soziale Studien an der Universität von Delaware, definiert Diskriminierung folgendermaßen: Diskriminierung ist ein negatives Verhalten, das sich gegen Mitglieder einer Außenseitergruppe richtet, gegen die Vorurteile bestehen.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Beweggründe für Diskriminierung. Menschen diskriminieren andere aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, sexuellen Orientierung, politischen Überzeugung, ihres Geschlechts, usw.

In einer weiterführenden Schule könnten Schüler einfach nur deshalb diskriminiert werden, weil sie aus einer ländlichen Gegend und nicht wie der Rest ihrer Klassenkameraden aus einem städtischen Umfeld kommen.

Welches Bild haben wir von Jugendlichen?

Auch über Jugendliche und Teenager gibt es eine Reihe von Stereotypen. Diese Stereotype könnten durch die verzerrten Erinnerungen entstanden sein, die Erwachsene an ihre eigene Adoleszenz haben. Außerdem könnten sie das Ergebnis all der literarischen und kinematographischen Produktionen sein, die ein bestimmtes Bild der Adoleszenz vermitteln.

Die Forschungen der Pädagogen und Psychologen Hoffmann, Paris und Hall liefern weitere Erkenntnisse zu diesem Thema. Sie fanden heraus, dass es drei große Mythen über die Adoleszenz gibt:

  • Mythos 1: Intensive emotionale Instabilität kennzeichnet die adoleszente Phase: Allerdings konnten die drei Forscher zeigen, dass der Grad der Instabilität, der während der Adoleszenz auftritt, trotz der hormonellen und biologischen Veränderungen denen anderer Entwicklungsphasen sehr ähnlich ist.
  • Mythos 2: Die Störungen, die in dieser Phase auftreten, bestehen nur während der Adoleszenz und verschwinden im Erwachsenenalter wieder: Laut Hoffmann, Paris und Hall treten einigen Phobien und Verhaltensweisen (wie Drogenmissbrauch) meist im Erwachsenenalter auf. Wenn diese Störungen allerdings bereits in der Jugend auftreten, dann ist es wahrscheinlich, dass die Betroffenen diese auch noch als Erwachsene haben werden.
  • Mythos 3: Die Adoleszenz ist eine Phase, in der Konflikte mit den Eltern oder anderen Erwachsenen auftreten und dies ist das Resultat eines Generationenkonfliktes: Allerdings sagen die Wissenschaftler, dass die Teenager sich mit ihren Eltern in den grundlegenden Aspekten durchaus einig sind. Darüber hinaus möchten die meisten Jugendlichen eine liebevolle und fürsorgliche Beziehung mit ihren Eltern aufrechterhalten und pflegen.

“Die Adoleszenz ist eine erneute Geburt, denn es werden die höheren und vollständigeren menschlichen Eigenschaften geboren.“

–G. Stanley Hall–

Stereotype und Vorurteile - Gruppe von Teenager macht ein Selfie

Wie beeinflussen Stereotype und Vorurteile die Adoleszenz?

Stereotype und Vorurteile gegenüber Jugendlichen sind sehr gefährlich. Sie gefährden das Hauptziel dieser Entwicklungsphase: die Ausbildung und Formung der eigenen Identität.

Der Missbrauch von Stereotypen und Vorurteilen kann zu sozialer Stigmatisierung führen. Wenn Teenager permanent negative Kommentare und Reaktionen über sich selbst aus ihrem Umfeld bekommen, kann das sehr schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Die Heranwachsenden könnten diese Urteile und Attribute letztendlich glauben und sich dann entsprechend verhalten.

Wenn Jugendliche permanent hören, dass sie verantwortungslos oder faul sind, werden sie irgendwann damit beginnen, dies von sich selber zu glauben.

In der Folge werden sie ihr Verhalten und ihre eigenen Erwartungen an sich selbst entsprechend nach unten korrigieren. Zum Beispiel könnten sie sich mit schlechteren Noten zufrieden geben und sich nicht mehr darum bemühen, in der Schule oder in anderen Lebensbereichen fleißig und verantwortungsbewusst zu handeln.

Die Folgen und Auswirkungen dieser Stereotype und Vorurteile gegenüber Jugendlichen können sehr negativ und nachteilig sein. Unter anderem können sie zu Problemen in der Schule, Drogenmissbrauch, niedrigem Selbstwertgefühl usw. führen.

Zusammenfassend können wir feststellen, dass Stereotype und Vorurteile ein erhebliches Risiko für Teenager darstellen. Während der Adoleszenz befinden sich die Jugendlichen in einem Prozess, in dem sie ihre eigene Identität entdecken. Daher hat jeder soziale Einfluss aus ihrem Umfeld Auswirkungen auf die Identität, die sie ausbilden und formen werden.

  • Hoffman, L., Paris, S. y Hall, S. (1996). Psicología del Desarrollo Hoy (6ª ed.). McGrawHill. España: Madrid
  • Hall, G.S. (1994). Adolescence. Its Psychology and its Relations to Physiology, Antropology, sociology, sex, crime, religion and education, 2 vol. New York: Appleton.