Ordnungsmaßnahmen im Schulunterricht und Unterrichtsmanagement

07 Januar, 2020
Ordnungsmaßnahmen im Schulunterricht sind ein wichtiges Thema, mit dem wir uns näher befassen sollten. Die Lehrer sollten ausreichend ausgebildet sein, um schlechtes Benehmen und störendes Verhalten der Schüler im Unterricht verhindern zu können.

Ordnungsmaßnahmen im Schulunterricht sollten während der Ausbildung von Lehrern unbedingt thematisiert werden. Lehrer benötigen nicht nur Fachwissen, sondern darüber hinaus auch Kenntnisse und Fähigkeiten für ein adäquates Unterrichtsmanagement.

Daher ist einer der wichtigsten Bestandteile der Ausbildung künftiger Lehrer, ihnen beizubringen, wie sie eine Schulklasse richtig leiten und führen können. Viele Studien haben ergeben, dass Schüler besser in einem geordneten und angenehmen Umfeld lernen können. Dennoch sind alle Kinder verschieden und daher reagieren auch alle unterschiedlich auf Bestrafung im Unterricht.

Welche unproduktiven Verhaltensweisen treten normalerweise während des Schulunterrichts auf?

Unproduktives und schlechtes Verhalten von Schülern können wir in drei Kategorien unterteilen:

  • Leichtere Störungen
  • Desinteressierte Schüler
  • Aggressives und antisoziales Verhalten

Leichtere Störungen und desinteressierte Schüler sind die häufigsten Verhaltensprobleme, mit denen Lehrer im Unterricht konfrontiert werden. Dennoch haben viele Lehrer Schwierigkeiten, diese Störungen zu unterbinden. Aggressives und antisoziales Verhalten tritt im Unterricht eher selten auf.

Klassische Strategien der Bestrafung im Schulunterricht

Seit vielen Jahren wenden Lehrer zwei unterschiedliche Strategien an, um unproduktives und störendes Verhalten von Schülern im Unterricht zu unterbinden:

  • Belohnungen, mit denen gutes und produktives Verhalten belohnt wird.
  • Sanktionen oder Ordnungsmaßnahmen im Unterricht, um die Schüler für störendes Verhalten im Unterricht zu bestrafen oder sie davon abzuhalten.
Ordnungsmaßnahmen - Junge steht in der Klasse in der Ecke

Es ist noch nicht allzu lange her, dass Lehrer in den Vereinigten Staaten von Amerika die Schüler im Unterricht körperlich bestraften. Das geschah tatsächlich noch vor wenigen Jahrzehnten. Nachdem die körperliche Bestrafung nicht mehr in Schulen erlaubt war, begannen die Lehrer damit, andere Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen im Unterricht anzuwenden.

Dabei handelt es sich um eine Abfolge verschiedener Maßnahmen, die je nach der Schwere der Störung unterschiedlich gestaltet sind. Üblicherweise werden diese Maßnahmen bei jeder Art von Fehlverhalten der Schüler angewendet.

  • Die gestaffelten Maßnahmen beginnen üblicherweise mit einer Verwarnung des Schülers.
  • Wenn diese Maßnahme nicht erfolgreich war, dann wird der Schüler für eine gewisse Zeit aus dem Klassenzimmer geschickt.
  • Danach müssen die Schüler zum Direktor oder seinem Stellvertreter gehen.
  • Wenn sich das Verhalten des betroffenen Schülers nicht verändert, dann erfolgt als letzte Maßnahme die Suspendierung des Schülers vom Unterricht oder der Schulverweis.

Da die Lehrer mit dem Unterricht fortfahren können, scheint dieser Ansatz sinnvoll zu sein. Außerdem können auch die anderen Schüler weiter lernen. Dennoch vernachlässigt dieses Vorgehen einen wesentlichen Aspekt: die Ursache des Problems.

Welche Konsequenzen haben diese Ordnungsmaßnahmen?

Die “Problem-“Schüler haben oftmals Schwierigkeiten, weiterzulernen, nachdem sie aus dem Unterricht ausgeschlossen waren. Darüber hinaus fällt es ihnen auch schwer, sich wieder in den Unterrichtsstoff einzuarbeiten.

“Die meisten Lehrer wenden diese Methode an. Dennoch stellen sie gleichzeitig fest, dass diese Form der Bestrafung in der Regel nicht effektiv ist.”

Daher stellt sich die Frage: Wie können wir Fehlverhalten und daraus resultierende Ordnungsmaßnahmen vermeiden? Auch die Lehrer haben festgestellt, dass Ordnungsmaßnahmen, bei denen die Schüler vom Unterricht ausgeschlossen werden und sie daher nicht mehr lernen können, oftmals nicht wirksam sind. Darüber hinaus werden diese Erfahrungen durch wissenschaftliche Studien belegt.

Es ist erwiesen, dass derartige Ordnungsmaßnahmen (beispielsweise einen Schüler vorübergehend aus dem Unterricht zu entfernen) das Problem nicht lösen. Darüber hinaus ergaben die Studien, dass diese Maßnahmen das Problem sogar noch verstärken können.

Vorbeugung ist der beste Weg, um Ordnungsmaßnahmen im Unterricht zu vermeiden

Daher ist es von entscheidender Bedeutung, sich auf die Vorbeugung zu konzentrieren. Wenn der Unterrichtsraum, der Lehrplan, die verfügbaren Ressourcen und die Unterrichtsmethoden angemessen gestaltet sind, dann werden sich die Schüler mehr für den Unterricht interessieren. Und dann werden sie diesen auch nicht mehr stören.

Ordnungsmaßnahmen - Mädchen vor dem Klassenzimmer

“Die Lehrer müssen den Kindern beibringen, wie sie Probleme und Konflikte lösen können. Denn dann können die Schüler auch schwierige Situationen ohne Aggressionen bewältigen.”

Daher sollten künftige Lehrer während des Studiums und der weiteren Ausbildung auch Techniken erlernen, mit denen sie den Unterricht ansprechend und strukturiert gestalten können. Da die meisten Störungen durch desinteressierte Schüler erfolgen und zudem meist nicht schwerwiegend sind, ist es wichtig, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Störungen gar nicht erst erfolgen.

Daher sollten Lehrer Lehrmethoden entwickeln, mit denen sie diesen Problemen möglichst vorbeugen und sie verhindern. Denn das ist in jedem Fall besser, als zu versuchen, das Verhalten der Schüler zu verändern.

“Natürlich wird es nie einen einzigen Ansatz geben, den alle Lehrer anwenden können. Jede Kultur reagiert anders auf störendes Verhalten von Schülern und nutzt andere Maßnahmen, um dies zu verhindern.”

Daher muss sich die Ausbildung der Lehrer darauf konzentrieren, ihnen Ansätze, Fähigkeiten und Strategien zu vermitteln, mit denen sie mit störendem Verhalten auf pädagogische und unterstützende Weise umgehen können. Dennoch sollten sich die Lehrer in erster Linie auf die Vorbeugung dieser Störungen konzentrieren.