Die Schilddrüse während der Schwangerschaft

18 Januar, 2019
Nach der Befruchtung muss die Schilddrüse Überstunden leisten. Denn diese kleine Drüse produziert nun genügend Hormone für die Mutter und das Kind. Dies geschieht solange, bis das Baby das Schilddrüsenhormon Thyroxin selbst produziert.
 

Die Schilddrüse erfüllt viele wichtige Funktionen in unserem Körper. Eine Schwangerschaft stellt jedoch zusätzliche Arbeit für diese Drüse dar. Und dies wiederum kann zu Problemen führen, die Mutter und Kind betreffen. Erfahre hier mehr über die Schilddrüse während der Schwangerschaft.

Die Funktion der Schilddrüse besteht in der Produktion von Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Diese äußerst wichtigen Hormone regulieren den Stoffwechsel und die Körpertemperatur. Sie tragen auch zu den Funktionen des Gehirns, des Herzens und der Muskeln bei.

Außerdem helfen die Hormone auch bei anderen Aufgaben, die sich auf die Fruchtbarkeit und die Fortpflanzung von Frauen beziehen.

Nach der Befruchtung muss diese kleine Drüse jedoch Überstunden leisten. Die Schilddrüse ist gezwungen, die Produktion von Thyroxin zu erhöhen. Dies liegt daran, dass ein Teil des Hormons auf den Fötus übertragen wird. Dies geschieht solange, bis das Baby das Hormon selbst produziert.

Mit anderen Worten, die Schilddrüse kann genügend Hormone für Mutter und Baby produzieren. Es gibt aber auch noch weitere Zusammenhänge zwischen der Schilddrüse und einer Schwangerschaft. Lies weiter, um mehr zu erfahren.

Das T4-Hormon ist dafür verantwortlich, die von dir aufgenommenen Nährstoffe zu verarbeiten und in Energie umzuwandeln. Aber es ist auch eines der Hormone, die zur Bildung der Plazenta beitragen.

Da der Fötus erst in der 12. Schwangerschaftswoche seine eigene Schilddrüse entwickelt, muss die Mutter sowohl für sich selbst, als auch für das Baby die erforderlichen Hormone bereitstellen.

 

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Die Schilddrüse während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft steigt die Produktion von T3 um etwa 30%. Gleichzeitig nimmt die Produktion von T4 um etwa 50% zu.

Humanes Choriongonadotropin ist für die Stimulation der Schilddrüse verantwortlich. Es ist das Hormon, das durch Schwangerschaftstests festgestellt wird. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel verändert Östrogen auch die Produktion dieses Hormons.

Veränderungen der Schilddrüse vor einer Schwangerschaft können Probleme während der Schwangerschaft verursachen. Dasselbe gilt für Veränderungen, die während einer Schwangerschaft auftreten.

“Während der Schwangerschaft steigt die Produktion von T3 um etwa 30%, während die Produktion von T4 um etwa 50% steigt”

Unterfunktion der Schilddrüse während der Schwangerschaft

Wenn die Schilddrüse keine ausreichende Menge an Thyroxin produziert, spricht man von Hypothyreose. Das heißt, die Schilddrüse wird den Anforderungen einer Schwangerschaft nicht gerecht.

In diesem Fall verschreibt ein Arzt der schwangeren Mutter normalerweise orale Medikamente, um den Mangel auszugleichen.

Eine schwangere Frau, die unter einem Mangel leidet, kann auch ihre Jodzufuhr erhöhen, indem sie Jodsalz zu sich nimmt. Jodsalz fördert die Produktion von Hormonen.

Die Schilddrüse sollte bei einem Kinderwunsch untersucht werden
 

Die folgenden Symptome weisen darauf hin, dass du unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidest:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • Muskeln- und Gelenkschmerzen
  • Trockene Haut
  • Abschwächung von Haut und Nägeln

Die Kombination aus Schilddrüsenunterfunktion und Schwangerschaft kann dazu führen, dass der Fötus nach dem Wachstum seiner eigenen Schilddrüse einen Kropf oder einen Schilddrüsentumor entwickelt. Der Kropf verschwindet jedoch wenige Tage nach der Geburt wieder.

Eine Schilddrüsenunterfunktion während der Schwangerschaft ist gefährlich, wenn sie nicht rechtzeitig (vor dem dritten Trimester) behandelt wird. So bestehen bei Frauen mit unbehandelter Hypothyreose folgende Risiken:

Überfunktion der Schilddrüse während der Schwangerschaft

Das Gegenteil der Hypothyreose ist die Hyperthyreose.

Hyperthyreose in der Schwangerschaft bezieht sich auf eine Überproduktion von Hormonen durch die Schilddrüse. Dadurch wird die, für die Schwangerschaft notwendige Menge überstiegen.

Der Anteil der Frauen, die während der Schwangerschaft an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, ist jedoch sehr gering – nur etwa zwei von 1000 Frauen erleiden eine Hyperthyreose.

Finde im Folgenden eine Liste mit den häufigsten Anzeichen der Symptome, die auf eine Schilddrüsenüberfunktion während der Schwangerschaft hindeuten:

  • Tachykardie
  • Gewichtsverlust
  • Zittern
  • Unregelmäßige Darmfunktion
  • Hitzeunverträglichkeit
 
  • Emotionale Schwäche
  • Kalte, feuchte Haut
  • Wachstum der Schilddrüse
Achte in der Schwangerschaft auf Probleme mit der Schilddrüse

Die Behandlung der Hyperthyreose während der Schwangerschaft umfasst Thyreostatika. Dieses Medikament normalisiert den Hormonspiegel, sowohl für die Mutter als auch für das Baby.

Wenn eine Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt wird, bestehen folgende Risiken für den Fötus:

  • Fehlgeburten
  • fötale Tachykardie
  • niedriges Geburtsgewicht
  • Tod (im schlimmsten Fall)

Hypothyreose kann auch für die Mutter schädlich sein. Die häufigsten Konsequenzen sind:

  • Schilddrüsensturm: Ein Schilddrüsensturm bezieht sich auf die Verschlimmerung der Symptome einer Überfunktion. Er wird durch Stress, schwere Infektionen, induzierte Anästhesie, Abstinenz von antithyreoten Medikamenten oder durch Jodbehandlung ausgelöst.
  • Präeklampsie: Präeklampsie ist eine Komplikation, die zu einer verminderten Durchblutung der Organe der Mutter führt. Die betroffenen Organe umfassen die Nieren, das Gehirn und auch die Plazenta. Darüber hinaus birgt die Präeklampsie auch ein Risiko auf das Leben des ungeborenen Kindes.

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Vorbeugung von Schilddrüsenkomplikationen während der Schwangerschaft

Die frühzeitige Erkennung der Erkrankung ist äußerst wichtig. Die rechtzeitige Erkennung ist der effektivste Weg, um jegliche Komplikationen zu vermeiden.

Faktoren, die du dabei berücksichtigen solltest, sind ungesunde Gewohnheiten und auch das Vorkommen von Schilddrüsenproblemen in der Familie.

Wenn eine Frau einen Kinderwunsch äußert oder ein Schilddrüsenproblem erkannt wird, führt der behandelnde Arzt normalerweise eine Reihe von Vorsorgekontrollen durch. Dazu gehören Blutuntersuchungen, die deinen Hormonspiegel messen.

Faktoren, die du ebenfalls berücksichtigen solltest, sind ungesunde Gewohnheiten und auch das Vorkommen von Schilddrüsenproblemen in der Familie.

Bedenke, dass die Folgen einer überaktiven oder unteraktiven Schilddrüse während der Schwangerschaft äußerst schwerwiegend sein können.

Allerdings solltest du dir nicht zu viele Sorgen machen, da eine Hypothyreose oder eine Hyperthyreose leicht zu diagnostizieren sind. Und die Behandlung stellt in der Regel ebenfalls kein Problem dar.

 
  • Hunger-Battefeld, W. (2012). Schilddrüse und schwangerschaft. Gynakologische Endokrinologie. https://doi.org/10.1007/s10304-012-0487-5