5 Mythen über Autismus-Spektrum-Störungen

· 9. März 2019
Autismus-Spektrum-Störungen betreffen rund 1% der Weltbevölkerung. Zwar gibt es über diese Erkrankung zahlreiche Studien, doch noch immer ist viel zu erforschen. 

Autismus-Spektrum-Störungen betreffen rund 1% der Weltbevölkerung. Zwar gibt es über diese Erkrankung zahlreiche Studien, doch noch immer ist viel zu erforschen.

Es gibt auch sehr viele Mythen zum Thema Autismus, daher ist es wichtig, sich gut und richtig zu informieren, um diese Krankheit zu verstehen. In diesem Artikel werden wir einige Missverständnisse genauer beleuchten.

Was ist Autismus?

Autismus ist eine tiefgreifende, komplexe Entwicklungsstörung, bei der das zentrale Nervensystem geschädigt ist. Doch auch Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle.

Es gibt verschiedene Formen, die insgesamt als Autismus-Spektrum-Störungen bezeichnet werden. Dazu gehören beispielsweise der Frühkindliche Autismus, der Atypische Autismus, das Asperger-Syndrom, das Rett-Syndrom und andere tiefgreifende Entwicklungsstörungen.

Die Störungen des zentralen Nervensystems wirken sich unter anderem auf die Beziehungen zur Umwelt und die Teilnahme am Gemeinschaftsleben aus. Das Ausmaß dieser Beeinträchtigungen ist jedoch bei jedem Patienten unterschiedlich.

Auch kognitive, emotionale, sprachliche und motorische Störungen erschweren das Leben der Betroffenen.

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Die Entwicklung des Gehirns verläuft bei Menschen mit Autismus anders als bei gesunden Menschen. Die intellektuelle Begabung ist jedoch bei jedem Patienten unterschiedlich. Manche Betroffene sind geistig behindert, andere weisen eine ganz normale oder in gewissen Teilgebieten sogar eine überdurchschnittliche Intelligenz auf.

Autisten verarbeiten Informationen anders und haben meist Schwierigkeiten in der Kommunikation und sozialen Interaktion. Auch ihre Wahrnehmung sensorischer Reize ist durch die Krankheit beeinträchtigt.

Mythen über Autismus-Spektrum-Störungen

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Es gibt sehr häufig Missverständnisse und Fehlinformation in Verbindung mit Autismus. Dies sind die häufigsten Mythen über Autismus-Spektrum-Störungen:

1. Personen mit Autismus können keine Zuneigung zeigen oder fühlen

Immer wieder hört man, dass Autisten keine Zuneigung oder Gefühle zeigen können. Auch Filme, Serien und Medien haben ihren Beitrag geleistet, um diese Meinung zu verbreiten.

In Wahrheit sind Personen mit Autismus sehr wohl in der Lage ihre Gefühle, Emotionen und Zuneigung zu zeigen. Auch Autisten lachen, weinen, sind wütend und zeigen Liebe.

Was anders und nicht typisch ist, ist die Art und Weise, auf die sie ihre Gefühle zeigen und mitteilen.

2. Autistische Personen können nicht kommunizieren

Auch dies ist falsch. Auch wenn viele Autisten kommunikative Schwierigkeiten haben, können sie ihre verbalen Fähigkeiten meist durch Sprachtherapien verbessern.

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Wenn Betroffene gar nicht sprechen, gibt es auch temporäre Alternativen zur Kommunikation. Beispielsweise die Zeichensprache. Wichtig ist zu erreichen, dass sich Betroffene nicht von der Welt isolieren.

3. Autismus ist nicht behandelbar

Es gibt immer mehr Möglichkeiten, Autismus zu behandeln und die Lebensqualität Betroffener zu verbessern.

Die richtige Stimulation, Ziele und ein angebrachtes Umfeld helfen autistischen Kindern, sich zu entwickeln und gewisse Fähigkeiten zu erlangen, was vor wenigen Jahren noch als unmöglich betrachtet wurde.

Es ist grundlegend, Eltern betroffener Kinder fachärztlich zu begleiten. Sie müssen über mögliche Therapien und Maßnahmen informiert sein, um ihren Kindern zu helfen.

4. Alle autistischen Kinder haben Lernschwächen

Autismus-Spektrum-Störungen zeigen sich in jeder Person auf unterschiedliche Weise. Daher sind auch die Symptome oft stark unterschiedlich.

Auch wenn manche Betroffene starke Lernschwächen haben, sind andere hoch intelligent. Jeder Patient ist unterschiedlich und muss entsprechend gefördert werden.

Autismus-Spektrum-Störungen

5. Kinder mit Autismus können nicht auf eine normale Schule gehen

Tatsächlich profitieren diese Kinder sehr stark davon, wenn sie in normale schulische Aktivitäten einbezogen werden.

Die Wahl der Schule hängt nicht von der Diagnose ab, sondern eher von den Bedürfnissen und Fähigkeiten jeder einzelnen Person.

Die Inklusion eines Autisten in eine normale Schule ist in vielen Fällen sehr empfehlenswert und auch gut zu realisieren. Nicht nur für das betroffene Kind sondern auch für seine Klassenkameraden ist es wichtig.

Autistische Kinder müssen ihren Platz in der Gesellschaft finden und brauchen viel Unterstützung. Doch es gibt immer mehr Möglichkeiten, ihre Lebensqualität zu verbessern.