Wenn Kinder überbehütet aufwachsen – worauf ist zu achten?

16. Juli 2018
Alle Eltern wollen offensichtlich das Beste für ihre Kinder. Sie möchten, dass sie wichtige Werte im Leben entwickeln. Manchmal aber, ohne es zu merken, ziehen sie ihr Kind so auf, dass es überbehütet aufwächst. Warum?

Viele Eltern beschützen ihre Kinder übermäßig, um zu verhindern, dass sie leiden. Dabei lassen sie ihre Kinder alles haben, was sie glücklich macht. Es ist aber ein Fehler, wenn dein Kind überbehütet aufwächst. Der Hauptgrund ist, dass es Kindern nicht erlaubt, sich zu entwickeln und selbständig zu sein oder Schwierigkeiten eigenständig zu überwinden.

Alle Eltern treten ab und an zu beschützend auf. Bis zu einem gewissen Grad ist das normal. Es ist ein Instinkt, um sicherzustellen, dass unsere Kinder nicht leiden.

Aber wenn es zur Routine bei der Erziehung wird, können wir ihnen dadurch Schaden zufügen.

Kinder im Alter von 2 bis 3 Jahren beginnen, die Grundlagen ihrer emotionalen Welt zu entwickeln. Viele haben noch nicht begonnen, mit anderen Kindern zu interagieren oder zu spielen.

Leider sind Kinder, die überbehütet aufwachsen, heutzutage sehr verbreitet. Es ist auch üblich, dass Eltern ihre fast erwachsenen Kinder zur Schule begleiten, oder dass Jugendliche sich bei den kleinsten Problemen an ihre Eltern wenden.

In diesem Alter sind sie fast erwachsen. Und das ist eine echte Gefahr.

Was bedeutet überbehütet sein wirklich?

Es gibt eine Vielzahl von Verhaltensweisen überfürsorglicher Eltern:

  • Kindern nicht erlauben, alleine zu essen, um eine Sauerei zu vermeiden. Folglich wissen Kinder von 2 bis 3 Jahren immer noch nicht, wie man Besteck benutzt.
  • Kinder ankleiden. Es wird oft die Ausrede benutzt, dass „wir uns schneller fertig machen können“. Die Gefahr ist, dass es zur Routine wird.
  • Ihnen helfen, Gewohnheiten bei der Hygiene einzuhalten, ohne sie es alleine probieren zu lassen. Z.B. Hände waschen, Zähne putzen usw.
  • Sie ständig daran erinnern, was sie tun sollen. Auch treffen sie Entscheidungen für sie, obwohl die Kinder in der Lage wären, sie selbst zu treffen. Im Alter zwischen 4 und 5 Jahren können Kinder beginnen, ihr Essen, ihre Kleidung usw. selbst auszusuchen. Es gibt jedoch Eltern, die Entscheidungen für ihre Kinder treffen, weil sie denken, dass sie besser wissen, was richtig ist oder was ihr Kind will.
  • Bei jeder Diskussion deines Kindes mit einem Spielkameraden wachsam sein und immer zugunsten deines Kindes eingreifen, auch ohne zu wissen, wer wirklich Schuld hat oder was passiert ist.
  • Das Spielzeug weglegen, damit es nicht zu müde wird.
  • Eine Agenda für dein Kind erstellen. Mit anderen Worten, entscheiden, was es tun soll und zu welcher Zeit.
  • Vorbereitung des Schulrucksacks.
  • Mehrmals am Tag anrufen, um zu wissen, wo dein Kind ist, um es zu überwachen.
  • Dein Kind immer begleiten, auch wenn es schon „erwachsen“ ist. Z.B. bei einer Prüfung oder sogar einem Vorstellungsgespräch.

Wie vermeide ich, ein überbehütetes Kind aufzuziehen?

Der Hauptgrund dafür, dass sich Eltern zu beschützend verhalten, besteht darin, dass sie die Vorteile nicht sehen, wenn ein Kind etwas ohne Hilfe macht. Wenn dein Kind dich um Hilfe bittet, geht es darum, Vorschläge zu machen. So kannst du deinem Kind helfen, das Problem mit seinen eigenen Ressourcen selbst zu lösen.

Es ist logisch, dass ein Kind Fehler macht. Aber es ist nicht nötig, es davon abzuhalten, Fehler zu machen. Im Idealfall hilfst du deinem Kind zu sehen, dass es Dinge nach und nach selbst erreichen kann.

Natürlich braucht es in diesem Alter Zeit. Denn du musst daran denken, dass du deinem Kind hilfst, sich zu entwickeln und sich an eine Reihe von Richtlinien anzupassen.

Es ist auch gut, wenn du deinem Kind die Gründe für verschiedene Dinge erklärst. So kann dein Kind alleine handeln, auch wenn kein Erwachsener dabei ist, um zu erklären, wie es geht. Wir können mit einfachen Tätigkeiten beginnen, wie z.B. den Tisch decken, Sachen aufheben, kleine Aufgaben im Haushalt übernehmen, sich um ihre Hygiene kümmern usw.

Überbehütet: Tochter mit Mutter

Wenn dein Kind schüchtern ist, kannst du versuchen öfter auszugehen, um seinen oder ihren Freundeskreis zu erweitern, Gefühle mit Gleichaltrigen zu teilen usw. Es sollte aber niemals eine Verpflichtung sein. Andernfalls wird es nur schlimmer, weil dein Kind ansonsten eine einsame und misstrauische Persönlichkeit entwickeln kann.

In komplizierten Situationen müssen wir unsere Kinder darauf vorbereiten, ihr eigener, bester Verbündeter zu sein, anstatt Schwierigkeiten zu vermeiden.

Wo liegt die Grenze zwischen überbehütet und beschützt?

Wir dürfen Fürsorge und das Zeigen von Zuneigung nicht mit einer überbehüteten Erziehung verwechseln. Es ist an der Zeit, einige Kriterien festzulegen.

Die meisten Eltern versuchen ihren Kindern zu helfen, indem sie eine Reihe von Werten vermitteln, die ihnen helfen, als Person zu wachsen.

In einem so frühen Alter sollte die familiäre Umgebung für das Kind der „echten“ Welt so ähnlich wie möglich sein. Das heißt, Kinder sollten Schritt für Schritt lernen, unabhängig zu sein, Schlüsse zu ziehen und zu wissen, was zu tun ist. All das aber ohne festgelegte Regeln.

Wir möchten, dass für unsere Kinder jeder Tag ein Abenteuer ist, an dem sie etwas Neues lernen.

Das heißt, mit deinem Kind zu reden, zu versuchen, es zu verstehen, auf ihre Probleme einzugehen, Zweifel und Beschwerden anzuhören, gemeinsam Lösungen zu finden, zu reden statt zu streiten, ruhig zu sprechen statt zu schreien, vorsichtig zu erklären, warum etwas nicht stimmt … Damit erziehst du nicht ein überbehütetes Kind, sondern bringst ihm/ihr Unabhängigkeit bei.