Warum zeigen Kinder vor ihren Eltern schlechtes Benehmen?

22 Juni, 2019
Es ist notwendig, zu verstehen, warum Kinder vor ihren Eltern schlechtes Benehmen zeigen. Denn nur so kann man dann damit richtig umgehen.
 

Viele Eltern klagen darüber, dass ihre Kinder ihnen gegenüber schlechtes Benehmen zeigen. Und das scheint etwas zu sein, das sich innerhalb der Familien immer wieder wiederholt. Wie kommt das?

Tatsächlich kommt es häufig vor, dass Kinder, wenn sie aus der Schule oder aus dem Kindergarten kommen oder eine Weile mit ihren Eltern zusammen sind, von kleinen Engelchen zu richtig frechen Gören mutieren, die sehr schlechtes Benehmen an den Tag legen.

Es ist notwendig, zu verstehen, warum sich Kinder gegenüber ihren Eltern schlechter verhalten als gegenüber anderen Personen. Denn nur so kann man dann mit diesen unangenehmen Situationen richtig umgehen. Und auf diese Weise kannst du ein harmonisches Zusammenleben zu Hause erreichen.

Warum benimmt sich dein Kind vor anderen Menschen besser?

Kinder zeigen vor ihren Eltern ihr wahres Selbst. Das gilt vor allem für kleine Kinder. Zuhause zeigen sie sich einfach, wie sie sind. Denn solange sie sich in anderen Kontexten und Situationen aufhalten, unterdrücken sie gewissermaßen ihr wahres Ich.

Das liegt daran, dass sie zu anderen Erwachsenen keine so starke emotionale Bindung wie zu ihren Eltern haben.

Aber du solltest wissen, dass der Grund dafür darin begründet liegt, dass die Kinder eine tiefe Liebe, Zuneigung, Bewunderung und Verbindung zu euch, ihren Eltern, empfinden.

Kinder zeigen sich vor ihren Eltern ganz so wie sie sind, weil sie sich entspannt fühlen. Sie fühlen sich zu Hause. Dennoch ist das natürlich keine Entschuldigung für schlechtes Benehmen.

 
Kleiner Junge allein auf der Straße

Dein Kind kann auch ohne schlechtes Benehmen es selbst sein

Natürlich ist es normal, dass Kinder ihr ganz eigenes Verhalten haben. Auch Wutanfälle und gelegentlich unangemessenes Verhalten gehören dazu. Aber das muss nicht immer so sein.

Wenn ein Kind einen Wutausbruch vor seiner Mutter oder seinem Vater hat, dann ist der Grund meist folgender: Die Eltern haben sich nicht so um es gekümmert, wie das Kleine es für richtig hält. Und das kleine Kind verfügt über keine anderen Möglichkeiten und Mittel, dies richtig auszudrücken.

Ein typisches Beispiel kann folgende Situation sein: Ein Kind möchte unbedingt Chips essen. Aber die Mutter sagt ihm, dass es Abendessenzeit ist. Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einem Interessenkonflikt kommt und schnell ein kleiner Streit entsteht.

Damit das nicht passiert, kannst du mit deinem Kind verhandeln. Beispielsweise, dass es, wenn es sein Abendessen aufisst, hinterher noch ein paar Chips haben kann.

Das bedeutet, dass Kinder, die sich schlecht benehmen, dies nicht tun, weil sie der häuslichen Harmonie schaden wollen. Sie sind ja die Ersten, die sich zu Hause wohlfühlen wollen!

 

Doch hinter jedem schlechten Benehmen steckt eine Ursache. Und die Eltern sollten sich unbedingt darum bemühen, diese aufzudecken. Ganz egal, um was es sich dabei handelt.

Sobald diese Ursache erkannt ist, heißt es mit Ruhe und Liebe daranzugehen, zu erreichen, dass das Kind nicht nur sein Verhalten ändert. Sondern auch, dass es erkennt, was von ihm erwartet wird und wie es sich benehmen soll.

Feste Gewohnheiten und Rituale können gegen schlechtes Benehmen helfen

Kinder leben mit dem Gefühl und der Vorstellung, dass ihre Eltern zum einen ihre Beschützer sein müssen. Und darüber hinaus auch, dass sie sowohl ihre Grundbedürfnisse als auch ihre emotionalen Bedürfnisse befriedigen müssen.

Daher kann es im Falle, dass diese Erwartungen nicht genau erfüllt werden, passieren, dass die Kleinen schlechtes Benehmen an den Tag legen.

Mutter beruhigt weinende Tochter

Damit es nicht dazu kommt, ist es unbedingt notwendig, den Kindern von klein auf einen angemessenen Umgang mit ihren Emotionen zu vermitteln. Außerdem ist es wichtig, zu Hause einige feste Gewohnheiten und Rituale einzuhalten.

Diese helfen den Kindern, die Struktur des Tages zu verstehen. Und dadurch haben sie stets ein Gefühl von Sicherheit. Solche Gewohnheiten helfen Kindern, die vor ihren Eltern schlechtes Benehmen zeigen, zu erkennen, was gerade ansteht und was von ihnen erwartet wird.

 

Durch diese Struktur sind sie eher in der Lage, sich sicher und ruhig zu fühlen. Und das wiederum vermindert erheblich das Vorkommen von Wutanfällen und schlechtem Verhalten.

Feste Gewohnheiten dienen auch den Eltern

Doch nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene sind solche festen Gewohnheiten und Rituale von Nutzen. Denn auch sie können so ihre Emotionen leichter kontrollieren und erreichen, dass ihnen nicht alles plötzlich über den Kopf wächst.

Für Eltern sind feste Gewohnheiten notwendig, um den Tag zu strukturieren und die familiären Aktivitäten im Voraus planen zu können. Und diese können sie so dann den Kinder vermitteln, die dann wiederum wissen, was zu tun ist. So erreicht man, dass alle Familienmitglieder Bescheid wissen, was los ist. Und das vermittelt ihnen Sicherheit und Ruhe.

Dadurch, dass die Kinder weniger schlechtes Benehmen zeigen, werden die Eltern weniger Frustrationen und mehr Freude verspüren.

So wird die mit der Familie verbrachte Zeit natürlich automatisch als wertvoller erlebt. Denn auf diese Weise können Kinder und Eltern in Frieden und Ruhe miteinander leben.

Wenn zu Hause Harmonie herrscht, fühlen die Eltern eine stärkere Bindung zu ihren Kindern (und umgekehrt). Und es wird viel einfacher sein, miteinander zu lachen, zu spielen und sich gegenseitig zu umarmen.