Schwere psychische Erkrankung und Mutterschaft: Ist das möglich?

Eine Mutterschaft mit einer schweren psychischen Erkrankung zu bewältigen, kann schwierig sein, ist aber nicht unmöglich. Du musst nur die richtige Begleitung haben. Hier erfährst du mehr zu diesem Thema.
Schwere psychische Erkrankung und Mutterschaft: Ist das möglich?

Letzte Aktualisierung: 06. Januar 2022

Viele Frauen haben Projekte in ihrem Leben, und eines davon ist es, Mutter zu werden und eine Familie zu gründen. Aber was passiert, wenn zudem eine schwere psychische Erkrankung besteht? In diesem Artikel erzählen wir dir mehr darüber.

Mutterschaft, eine schöne, aber komplexe Erfahrung

Wir alle wissen, dass Mutterschaft nicht einfach ist. Wenn die Mutter aber außerdem noch an einer Krankheit leidet, kann diese Situation noch weitaus herausfordernder werden.

Aber das bedeutet nicht, dass eine Mutter mit der Diagnose einer schweren psychischen Erkrankung eine schlechte Mutter ist. Es bedeutet vielmehr, dass sie angemessene Unterstützung braucht, um diese Rolle bestmöglich auszufüllen.

Daher ist eine soziale und familiäre Unterstützung unerlässlich, um das Wohlbefinden von Mutter und Kind zu gewährleisten. Wenn eine schwere psychische Erkrankung vorliegt, ist es zudem wichtig, mit einem Spezialisten zu sprechen, bevor man diesen großen Schritt wagt.

Schwere psychische Erkrankung: Was meinen wir damit?

Schwere psychische Erkrankung - Mutter neben ihrem Baby

Eine schwere psychische Erkrankung ist eine emotionale und Verhaltensstörung, die die Entwicklung der funktionalen Fähigkeiten eines Menschen beeinträchtigt. Wenn wir die Grundlagen des täglichen Lebens betrachten, kann dieser Zustand die persönliche Hygiene, die Autonomie, die persönlichen Beziehungen und sogar das Lernen beeinträchtigen.

Wie schwerwiegend diese Störung ist, hängt von der jeweiligen Diagnose, der Dauer und dem Grad der Beeinträchtigung ab, die sie hervorruft.

Manche psychischen Störungen treten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben auf, wie zum Beispiel die Wochenbettdepression. Andere hingegen sind von längerer Dauer: Angstzustände, Zwangsstörungen, Depressionen, bipolare Störungen oder Schizophrenie sind nur einige Beispiele.

Menschen, die an diesen Krankheiten leiden, brauchen eine individuelle Behandlung und Überwachung durch einen Spezialisten, um die Krankheit besser bewältigen zu können.

Mutterschaft und schwere psychische Erkrankung: Ist das möglich?

Die Kombination einer Mutterschaft und einer schweren psychischen Erkrankung ist ein Thema, das für viele Menschen auch heute noch schwer zu verstehen ist. Tatsächlich fragen sich die meisten Menschen, wie man sich um ein Kind kümmern kann, wenn man nicht auf sich selbst aufpassen kann.

Die Wahrheit ist, dass alle Menschen, die Mütter oder Väter sein wollen, versuchen, dies auf die bestmögliche Weise zu meistern, unabhängig davon, ob sie eine gesundheitliche Störung haben oder nicht.

Ein Kind mit einer derartigen Erkrankung aufzuziehen ist eine größere Herausforderung, aber keine unmögliche Aufgabe. Deshalb ist es wichtig, vorher mit einem Facharzt oder einer Fachärztin zu sprechen, denn er oder sie kennt die Realität dieser Person am besten.

Was solltest du beachten, bevor du versuchst, schwanger zu werden?

Wenn du an einer schweren psychischen Störung leidest, musst du bestimmte Aspekte berücksichtigen, bevor du den Schritt zur Mutterschaft wagst:

  • Du solltest wissen, dass du nicht immer in der Lage sein wirst, dich zu 100 % deinem Kind zu widmen. In Zeiten, in denen du dazu nicht in der Lage bist, solltest du jemanden haben, dem du vertraust und dem du diese Verantwortung übertragen kannst.
  • Es ist wichtig, dass du eine gewisse finanzielle Stabilität hast, um ein Kind großzuziehen. Wenn du keinen Job behalten kannst, wird es schwierig für dich, für eine weitere Person zu sorgen. Daher solltest du dir überlegen, ob du dir diese Ausgaben leisten kannst oder nicht.
  • Je nachdem, welche Störung bei dir vorliegt, kann es dir schwer fallen, die Zeitpläne und Routinen einzuhalten, die für eine gesunde Kindererziehung notwendig sind. Außerdem kann es Aufgaben geben, die du nur schwer erledigen kannst, wenn du alleine bist.
  • Darüber hinaus ist es möglich, dass einige Symptome deiner Krankheit dein Kind verwirren werden, wenn es heranwächst. Deshalb ist es wichtig, dass du ihm, wenn es alt genug ist, offen von deiner Krankheit erzählst. Denn so wird es dich und dein Verhalten besser verstehen können.

Jeder Fall ist anders und es ist schwierig, etwas zu verallgemeinern. Je nach psychischer Störung brauchen manche Menschen mehr und andere weniger Hilfe.

Wenn du deine Familie vergrößern willst, solltest du die Behandlung ohne Unterbrechung fortsetzen und dich gut um dich selbst kümmern, sowohl innerlich als auch äußerlich. So kannst du dich besser auf die Ankunft deines Kindes vorbereiten.

Schwere psychische Erkrankung - werdende Mutter

Abschließende Gedanken über Mutterschaft und schwere psychische Erkrankungen

In diesem Artikel haben wir versucht, dir zu vermitteln, dass es möglich ist, Mutterschaft und schwere psychische Störungen miteinander zu vereinbaren, solange die dafür notwendigen Aspekte berücksichtigt werden.

Neben der Unterstützung durch deinen Arzt, deine Familie und deine Freunde kannst du auch auf Selbsthilfegruppen zählen, in denen du Menschen triffst, die an der gleichen Krankheit leiden wie du.

Das Wichtigste ist, dass du dich wohl fühlst und einem Spezialisten vertraust. Auf diese Weise kannst du die Behandlung besser einhalten und ein so normales Leben wie möglich führen.

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